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02.03.2010

Wird der Innovationspark ausgebremst?

Eine Entscheidung ist gefallen: Aus dem Science-Park, der bei der Universität entsteht, ist der Innovationspark geworden. Die Namensänderung kostet nichts, sie ist allenfalls ein ganz kleiner Schritt auf dem Weg zum großen Ziel. Der Innovationspark soll künftig ein Pfund sein, mit dem Augsburg als zukunftsorientierter Standort bundesweit punkten möchte.

Die weitere Entwicklung des Großprojektes, das von Politik und Wirtschaft als zukunftsweisend für die Region verkauft wird, ist nach Informationen unserer Zeitung gegenwärtig ins Stocken geraten. Es fehlt das Geld, um eine neu zu gründende Projektgesellschaft entsprechend auszustatten.

Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann will heute in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses (Beginn ist um 14.30 Uhr im Rathaus) einen Sachstandsbericht geben. Vorab hält er sich mit Zahlen, die an die Öffentlichkeit gelangen, bedeckt. Er bestätigte gestern auf Anfrage, dass die Finanzierung der Projektgesellschaft nicht gesichert ist. Eine Bewertung, wie ernst die Situation ist, wollte Bubmann nicht geben.

Er geht davon aus, dass der notwendige Betrag aufzutreiben ist. Gut informierte Kreise sprechen von einem niedrigen sechsstelligen jährlichen Betrag, der momentan nicht gedeckt ist. Bei den Personalkosten gibt es keine Probleme. Für eine laut Bubmann "vergleichsweise kleine Mannschaft" sei Geld vorhanden. Wo es klemmt, sind die Sachaufwendungen. Die Gesellschaft hätte die Aufgabe, das Areal und die Idee des Innovationsparks zu vermarkten.

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Wegen eines eher kleinen Betrags droht das Großprojekt in die Warteschleife zu gelangen. Bis zu 500 Millionen Euro könnten es sein, die in den nächsten zehn Jahren im Innovationspark investiert werden. Diese Zahl hatte Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann bereits mehrfach genannt.

Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren berichtete Karl Bayerle vom städtischen Wirtschaftsreferat zuletzt von bis zu 6000 Arbeitsplätzen, die auf dem riesigen Areal entstehen könnten.

Faserverbundstoffe, IT, Umwelt und Mechatronik sind die Kernpunkte, die im Innovationspark verzahnt werden. Forschung und Industrie sollen sich im "Zentrum für Ressourceneffizienz" näher kommen.

Erste Bauprojekte sind am Laufen. Die Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) errichten Forschungsgebäude, die wohl Anfang 2011 bezogen werden. Es entstehen eine über 2000 Quadratmeter große Laborhalle und ein 3000 Quadratmeter großer Bürotrakt. Momentan arbeiten 15 Forscher für DLR und Fraunhofer-Gesellschaft in Augsburg. Nach Einzug in die Gebäude sollen es 100 Mitarbeiter sein.

Von Seiten der Stadt werden in den nächsten zwei Jahren insgesamt 8,5 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Der Freistaat steuert 53 Millionen Euro bei. Die vom Freistaat zugesagten Millionen sind für die Grundlagenforschung bestimmt. DLR und Fraunhofer-Gesellschaft schaffen mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen, um gegebenenfalls innovative Produkte vor Ort in Augsburg zu produzieren.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Carbonfaser, das so genannte "schwarze Gold". Diese extrem leichten Hochleistungsverbundstoffe gelten als Material mit enormen Potenzial für Luftfahrt und Automobilindustrie. Je leichter Autos, Flugzeuge und Maschinen werden, desto geringer werden Kraftstoffverbrauch und Kosten.

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