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Augsburg

13.06.2018

Wird der Verkauf des alten Stadtarchivs zum Minusgeschäft?

Im alten Stadtarchiv in der Fuggerstraße sitzt derzeit noch die Kostümabteilung des Theaters. Sie muss aber bald ausziehen, weil die Immobilie von der Stadt verkauft wurde.
Bild: Jens Reitlinger

Der Verkauf des alten Stadtarchivs könnte sogar ein Minusgeschäft werden. Die Stadt zahlt 366.000 Euro mehr als anfangs kalkuliert. Dafür gibt es Kritik.

Noch sitzt das Theater Augsburg mit der Schneiderei, die den Fundus an Kostümen betreut, im alten Stadtarchiv in der Fuggerstraße. Die Mitarbeiter müssen aber bald ihren Platz räumen, da die Immobilie von der Stadt an den Medienunternehmer Ulrich Kubak verkauft wurde. Der Verkaufspreis soll bei 2,7 Millionen Euro liegen, heißt es.

Der Einzug wird um 366.000 Euro teurer als kalkuliert

Für die Stadt könnte sich jedoch der Verkauf des Hauses unterm Strich nicht rechnen, da der Auszug der Schneiderei als ein Aspekt des Immobiliengeschäfts immer teurer wird. Im Deuter-Park in Oberhausen wurden neue Räume angemietet, die künftig genutzt werden sollen.

Die Schneiderei des Theaters war im Sommer 2016 im ehemaligen Stadtarchiv untergekommen. Nun muss sie wieder ausziehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Einzug wird nun um 366.000 Euro teurer als anfangs kalkuliert. Statt 855.000 Euro werden es 1,22 Millionen Euro. Als Grund werden Mehrkosten aufgeführt, die wegen des Brandschutzes anfallen. In der Sitzung des Finanzausschusses wurde diese Verteuerung am Montag mehrheitlich gebilligt.

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Am Dienstag kam das Thema in der Sitzung des städtischen Theaterausschusses zur Sprache. Rudolf Holzapfel, Fraktionsvorsitzender von Pro Augsburg, griff die Stadtregierung wegen des Finanzgeschäfts massiv an. „Wir werden hier doch fast für dumm verkauft.“

Immer wieder komme man darauf, dass wegen des Brandschutzes höhere Kosten anfallen. Er müsse sich schon fragen, warum im Fall des jetzigen Umzugs nicht von Anfang klar gewesen sei, dass der Brandschutz noch eine wichtige Rolle spielen könne. „Warum konnte man das eigentlich nicht vorher einschätzen?“

Der Verkauf könnte sogar ein Draufzahlgeschäft werden

Holzapfel ging zudem drauf ein, dass die Schließung des Großen Hauses am Kennedyplatz ebenfalls kurzfristig wegen des Brandschutzes erfolgen musste. Offenbar werde dieses Thema unterschätzt. Die Verteuerung beim Umzug der Schneiderei lasse erahnen, dass der Verkauf des alten Stadtarchivs sogar ein Draufzahlgeschäft werden könnte.

Ähnlich argumentierte Oliver Nowak (Polit-WG). Er erwarte in nächster Zeit eine Aufschlüsselung der Zahlen aus dem Finanzreferat. Vertreter des regierenden Dreierbündnisses von CSU, SPD und Grünen hielten sich im Theaterausschuss auffällig zurück. Lediglich Verena von Mutius (Grüne) meldete sich zu Wort: „Wir machen es, um dem Theater zu helfen.“ Holzapfel und Nowak stimmten gegen die zusätzlichen Ausgaben.

Der Brandschutz musste nachgerüstet werden

Finanzreferentin Eva Weber (CSU) war in ihrem Bericht auf die näheren Umstände eingegangen, warum das Gebäude nun nachgerüstet werden müsse. Eine Brandschutzgutachterin und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz hätten zwingenden Handlungsbedarf gesehen, weil ansonsten Gefahr für Leib und Leben gedroht hätte, speziell für Feuerwehrleute. Dazu meinte Weber: „Diese Notwendigkeiten waren bei der Beschlussfassung und ohne tiefergehende Betrachtung durch Fachplaner und Gutachter nicht abzusehen.“

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