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Augsburger Wahrzeichen

28.08.2008

Wird die Fuggerei Unesco Welterbe?

Die Fuggerei in Augsburg könnte schon bald Unesco Welterbe sein.

Wird die Fuggerei Unesco Welterbe? Der Münchner Marketing-Professor Frank Wiedenmann will der ältesten Sozialsiedlung der Welt zu dem Titel verhelfen. Der Weg dorthin ist allerdings nicht leicht. Von Nicole Prestle

Von Nicole Prestle

Wird die Fuggerei Unesco Welterbe? Der Münchner Marketing-Professor Frank Wiedenmann will der ältesten Sozialsiedlung der Welt zu dem Titel verhelfen. Die Markenrechte hat er bereits beim Patentamt angemeldet, auch Gespräche mit dem Welterbe-Sekretariat in Paris hat er schon geführt.

Die Signale aus Frankreich seien, sagt der gebürtige Augsburger, positiv: "Wenn wir den Antrag einreichen, gibt es wohl keine Zweifel, dass wir den Titel auch bekommen."

Es ist nicht das erste Mal, dass Augsburg mit dem Gedanken spielt, sich in die Welterbe-Liste aufnehmen zu lassen. Überlegungen gab es bereits für das Rathaus und die Achse Maximilianstraße mit Ulrich und Dom. Beide Projekte wurden nie weiterverfolgt.

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Während diese Überlegungen von der Stadt ausgingen, handelt es sich bei der Fuggerei noch um eine Privatinitiative. Dass er sich so für das Projekt einsetzt, erklärt Wiedenmann mit der Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. "Mit einem Welterbe-Titel wäre Augsburg weltweit positiv in den Medien zu positionieren."

Der Weg zum Titel ist nicht leicht. "Im Durchschnitt dauert er zwei bis drei Jahre", sagt Horst Wadehn, Vorsitzender des Vereins Unesco Welterbe-Stätten Deutschland. Die drei wichtigsten Kriterien - Authentizität, Einzigartigkeit und universelle Bedeutung - müssen mit wissenschaftlichen Gutachten nachgewiesen werden. "Das kostet einen Haufen Geld."

Wiedenmann hat die Sache durchgerechnet: "Alles in allem würde die Aktion wohl bis zu 80 000 Euro kosten. 15 000 Euro wären alleine fürs Gutachten fällig." Der 62-Jährige, der in München eine Marketing- und Beratungsfirma betreibt, wäre bereit, die Leistung seines Teams unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. "Das dürfte etwa die Hälfte ausmachen." Was den Rest betrifft, will Wiedenmann mit Stadt und Fugger`scher Stiftung sprechen. Nur: Bislang gab es von beiden Seiten kaum Resonanz auf seinen Vorstoß.

Von OB Kurt Gribl hat Wiedenmann nach eigener Aussage bei einem Gespräch kurz nach der Wahl zwar positive Signale empfangen. Auf einen Brief an Gribl, den Wiedenmann Ende Juli schickte, hat er bislang aber noch keine Antwort bekommen. Gribl ist im Urlaub. Ebenso wie Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fugger`schen Stiftungen. Nächsten Montag kommt er zurück. "Dann wird er sich mit dem Thema auseinandersetzen", heißt es aus der Fuggerei.

Kulturreferent Peter Grab hat durch die AZ von den Plänen erfahren. Er sieht sie positiv, hat aber Bedenken: "Die Bedingungen für einen Welterbe-Titel sind sehr streng." Probleme könnte die Fuggerei seiner Ansicht nach mit der Authentizität bekommen: Die Sozialsiedlung, die 1521 von Jakob Fugger dem Reichen gegründet wurde, wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis in die 1970er Jahre. Es handelt sich also streng genommen nicht mehr um ein Original.

Dies ist auch Wiedenmann bewusst, aber: "Beschädigungen durch kriegerische Akte stellen kein Problem dar, wenn das Bauwerk im Originalzustand wiederhergestellt wurde", zitiert er aus den Richtlinien der Unesco. Er will die Sache nun vorantreiben.

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