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03.06.2009

Wird er Augsburg verlassen?

Das alte Hauptkrankenhaus am Unteren Graben ist verkauft, dort soll ein Medizinzentrum entstehen. Bitter für viele Künstler, unter ihnen Alaska Winter, der dort sein Echolotstudio betreibt. Er wurde bekannt als erfolgreicher Popproduzent diverser Gruppen und als Manager der weit über Augsburg hinaus bekannten Band Anajo. Wir sprachen mit ihm über seine Zukunft.

Das alte Hauptkrankenhaus am Unteren Graben ist verkauft, dort soll ein Medizinzentrum entstehen. Bitter für viele Künstler, unter ihnen Alaska Winter, der dort sein Echolotstudio betreibt. Er wurde bekannt als erfolgreicher Popproduzent diverser Gruppen und als Manager der weit über Augsburg hinaus bekannten Band Anajo. Wir sprachen mit ihm über seine Zukunft.

Das ehemalige Hauptkrankenhaus soll jetzt ein modernes Medizinzentrum werden. Du bist dort seit Jahren mit Deinem Echolotstudio beheimatet. Was bedeutet das für Dich?

Alaska Winter: Alles deutet momentan darauf hin, dass ich die Echolotstudios wohl schließen muss. Und wer schon mal hier war und gesehen hat, mit wie viel Liebe zum Detail hier alles renoviert und umgebaut wurde, der weiß auch, wie schmerzlich das ist.

Wird er Augsburg verlassen?

Hast Du schon eine Kündigung bekommen?

Alaska Winter: Allen wurde mitgeteilt, dass im September Schluss ist.

Betrifft die Umwandlung auch andere Mieter?

Alaska Winter: Es betrifft wohl alle. Aber nicht alle müssen raus, soweit ich weiß. Manche können nach dem Umbau wieder einziehen.

Wie lange hast Du dort Dein Studio?

Alaska Winter: Neun Jahre.

Kann man in etwa sagen, welchen Betrag du insgesamt dort investiert hast?

Alaska Winter: Allein im Jahr 2008 waren es 15 000 Euro. In den Jahren davor waren es, vorsichtig geschätzt, insgesamt um die 75 000 Euro.

Gäbe es für Dich Alternativstandorte, um wieder ein Studio einzurichten?

Alaska Winter: Es sieht leider sehr schlecht aus in Augsburg. Mein Anforderungsprofil ist allerdings auch ziemlich speziell.

In wie fern "speziell"?

Alaska Winter: Zum Beispiel arbeite ich bei sehr vielen Projekten nicht rein gewinnorientiert. Vor allem wenn es um lokale Bands geht. Das ermöglichte in den vergangenen Jahren vielen Musikern aus der Region professionelle Aufnahmen, die sie sich eigentlich gar nicht leisten konnten. Aber das geht natürlich nur, wenn sich das Studio in entsprechend günstigen Räumlichkeiten befindet. Auch meinen Auszubildenden hätte ich sonst niemals bezahlen können.

Könntest Du Dir vorstellen, Augsburg zu verlassen?

Alaska Winter: Das muss ich natürlich in Betracht ziehen.

Hat sich Deine Situation durch den Popkulturbeauftragten eigentlich verbessert?

Alaska Winter: Sicher nicht. Aber das habe ich auch nicht erwartet.

Du bist auch Manager und Produzent von Anajo. Was macht die Band derzeit?

Alaska Winter: Bei Anajo entstehen hinter den Kulissen momentan zwei Dinge. Zum einen neue Songs, zum anderen eine Art "Best of Anajo" als CD und DVD in Zusammenarbeit mit dem Poporchester der Uni Augsburg.

Wann kann man mit der CD rechnen?

Alaska Winter: Ich hoffe noch vor dem Jahreswechsel. Das wäre dann genau zum 10-jährigen Jubiläum der Band.

Gibt es demnächst Konzerte der Band?

Alaska Winter: Ja, aber nur vereinzelte. Das Arbeiten an neuen Songs hat nach wie vor Vorrang.

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