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Augsburg

05.09.2016

Wirtschaftstreff: Wie die Region gestärkt werden soll

Bayerns Finanzminister Markus Söder im Interview mit Silvia Laubenbacher.
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Bayerns Finanzminister Markus Söder im Interview mit Silvia Laubenbacher.
Bild: Anne Wall

Finanzminister Söder berichtet auf dem Plärrer, wie die Region gestärkt werden soll. Fachleute sprechen von einer guten Wirtschaftslage und einem dicken Weihnachtsgeschäft.

Der Augsburger Plärrer ist ein Treffpunkt: Hier amüsieren sich Jung und Alt, Menschen aus Augsburg und der Region. Heute, Montagabend, wurde es zu einem besonderen Treff: Im Binswanger-Zelt kamen beim Wirtschaftstreff, der von Hasen-Bräu und der Mediengruppe Pressedruck veranstaltet wird, Menschen aus den  Bereichen Wirtschaft, Medien, Politik, Kultur und Sport zusammen. In angenehmer Atmosphäre wurden Gespräche geführt und Kontakte geknüpft. Das Treffen dauert aktuell noch an.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) betonte im Interview mit a.tv-Moderatorin Silvia Laubenbacher, dass die Region im Blickfeld der Staatsregierung steht. Söder: „Die Bayerische Staatsregierung hat sich feste wirtschaftspolitische Ziele gesetzt, zu denen vor allem die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen in allen bayerischen Landesteilen gehört. Der Fokus liegt dabei nicht zuletzt auf Augsburg, das künftig als offizielle Metropole eine ganz besondere Rolle spielen wird.“

Dafür habe der Freistaat einiges in die Wege geleitet: sei es bei großen Infrastrukturprojekten wie der Umwandlung des Klinikums in ein Universitätsklinikum bis Ende 2018, dem Technologiezentrum Augsburg, der Sanierung des Theaters oder durch die Unterstützung der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen der Universität Augsburg und der Hochschule, zählte der Minister auf. Bayern sei in wirtschaftlicher Hinsicht im europäischen und deutschen Vergleich „absolute Spitze“. Was das Theater betrifft, äußerste sich Söder eben deutlich: „Ich bin gewillt, Geld nach Augsburg zu bringen. Aber ich weiß nicht, ob es auch jeder will."

Wirtschaftstreff: Wie die Region gestärkt werden soll
Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik waren beim Wirtschaftstreff unserer Zeitung im Binswanger-Zelt zu Gast - darunter auch Finanzminister Markus Söder.
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Minister Söder beim Wirtschaftstreff unserer Zeitung
Bild: Anne Wall, Peter Fastl, Andreas Lode und Ruth Plössel

Eine sehr solide Situation

Peter Lintner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), hält die Situation m Wirtschaftsraum für ähnlich gut wie Söder: „Wir haben eine sehr solide Situation. Die Hochkonjunktur hält sich.“ Zur starken Exportwirtschaft sei auch noch eine verstärkte Inlandsnachfrage hinzugekommen. „Es gibt starke Wachstumsimpulse durch niedrige Energiepreise, gesicherte Arbeitsplätze und niedrige Zinsen“, so Lintner. Doch es gibt auch Wermutstropfen. Das Russlandembargo etwa betrifft 90 Firmen in der Region, die Nachfrage aus dem asiatischen Raum ist rückläufig. „Dafür gibt es wieder stärkere Impulse aus Südeuropa, melden die Unternehmen aus unserer Region. Als großes Fragezeichen wird allerdings der Brexit gesehen. Wie dem die Firmen aus unserer Region gegenüberstehen, werden wir in Kürze abfragen.“

Auszubildende zu bekommen, ist eine Herausforderung

Was sich seit Jahren bemerkbar mache, sei der Fachkräftemangel. „Gerade jetzt am Ausbildungsstart trifft es wieder viele Unternehmen hart“, sagt Lintner. Das kann Daniela Eder, Wirtschaftsreferentin im Landratsamt Aichach-Friedberg, bestätigen. „Es ist schon eine Herausforderung für unsere Unternehmen, genügend Auszubildende zu bekommen. Auch in diesem Jahr konnten nicht alle freien Lehrstellen besetzt werden.“ Ansonsten verzeichne der Kreis Aichach-Friedberg aber eine „sehr gesunde Wirtschaftsstruktur“. Der Kreis sei durch kleine und mittelgroße mittelständische Firmen geprägt. Eder: „Die Unternehmen berichten von vollen Auftragsbüchern. Die Aussichten sind nach wie vor gut.“

Der Augsburger Arbeitsagenturchef Reinhold Demel spricht auf dem Wirtschaftstreff ebenfalls von einer guten wirtschaftlichen Lage der Region und liefert dazu auch einige Zahlen: So war die derzeitige Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent letztmals im Jahr 1980 niedriger als jetzt.

Es gibt einen Wermutstropfen

Zudem ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit rund 245000 so hoch wie nie zuvor. Dabei gehe der Beschäftigungsaufbau über alle Branchen hinweg, so Demel. Doch auch hier gibt es einen Wermutstropfen. „Es gibt Kurzarbeit, doch sie spielt kaum eine Rolle. Wir haben derzeit nur 14 Betriebe mit 557 Beschäftigten, die Kurzarbeitergeld beziehen“, sagt der Arbeitsagenturchef. Es gibt aber auch Grund zur Freude. Demel: „Wir haben von Amazon einen Großauftrag für das anstehende Weihnachtsgeschäft erhalten. Amazon sucht insgesamt 1500 Personen, die Hälfte davon werden über die Agentur für Arbeit Augsburg eingestellt. Das ist insofern besonders erwähnenswert, da Amazon bisher für das Weihnachtsgeschäft wesentlich weniger Personal gesucht hat.“

Noch im September wird die Arbeitsagentur aufgrund dieses Großauftrags des Großlogistikers 24 Informationsveranstaltungen mit jeweils 60 Teilnehmern durchführen.

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