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Augsburg-Stadt

17.06.2015

Wo Biber und Otter schwimmen können

Wer ist der beste Baumeister? Der Biber bekommt jetzt Konkurrenz. Die Zoofreunde finanzieren den Bau einer neuen Anlage für Biber und Otter - natürlich auch mit Biberburgen.

Der Zoo bekommt eine neue Wasserlandschaft für Biber und Otter. Bekommt er auch mehr Geld von der Stadt?

Den Fischotter kann man in Bayern nur noch selten in freier Natur beobachten. Er zählt zu den streng geschützten Arten. Der Augsburger Zoo wird Fischotter bald als neue Tierart zeigen. Aktuell wird eine Anlage für Biber, Otter und einheimische Fische gebaut. Sie soll ab Herbst eine Attraktion für Besucher werden.

Am Mittwoch war Spatenstich für das neue Gehege. Finanziert wird es vom Freundeskreis für den Augsburger Zoo. Mit rund 600000 Euro ist es das bislang größte Vorhaben des Vereins. „Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung“, sagt Vorsitzender Herbert Mainka.

Begehare Erlebniswelt

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Besucher dürfen sich auf eine neue, begehbare Erlebniswelt freuen. Auf dem früheren Areal der Wildschweine entsteht eine artgerechte Heimat für Biber und Otter. Sie werden in zwei großen Teichen mit Inseln inklusive Biberburg leben. Ein Besucherweg führt mitten durch die Anlage zum sogenannten „Lech-Haus“. Dort gibt es Schlafboxen für die Tiere, dazu drei Aquarien, die typische Fische aus Lech und Wertach zeigen.

Baubeginn für das Gehege hätte schon vor zwei Monaten sein sollen. Das Genehmigungsverfahren habe diesmal aber viel Zeit gekostet, sagt Mainka. Für die Bauarbeiten, die Besucher im Zoo nicht beeinträchtigen sollen, mussten zahlreiche Genehmigungen eingeholt werden. „Ich wusste nicht, dass es so viele städtische Ämter gibt“, so der Vereinsvorsitzende. Die einzige positive Ausnahme sei das Amt für Grünordnung gewesen.

Wraum dauerte die Genehmigung so lange?

Ordnungsreferent Dirk Wurm, der in Vertretung von Oberbürgermeister Kurt Gribl zum Spatenstich kam, nahm seine Mitarbeiter in Schutz. „Die städtischen Ämter prüfen gründlich, aber dann gilt die Genehmigung.“ Wurm nannte den Bau der neuen Biber- und Otteranlage ein wichtiges Signal dafür, dass der Zoo modernisiert. Für die Stadt sei der Zoo ein wichtiger Faktor und für Familien mit Kindern ein „Highlight“.

Indirekt ging der Referent auch auf die schwierige finanzielle Lage des städtischen Zoos ein. Er muss ein neues Elefantengehege für rund acht Millionen Euro bauen, ansonsten muss die Elefantenhaltung aufgegeben werden. Die Giraffenhaltung musste erst kürzlich eingestellt werden, weil kein Geld für eine Modernisierung des Stalls vorhanden war. Das Problem: Aus dem städtischen Haushalt gibt es keine Zuschüsse für Investitionen. Wurm sagte, die finanzielle Situation der Stadt sei zwar nicht rosig. Dem Zoo könnte aus seiner Sicht aber geholfen werden, wenn der jährliche feste Betriebskostenzuschuss der Stadt „dynamisiert“ werden würde. Er liegt derzeit bei knapp einer Million Euro. Wurm sieht die Stadträte gefordert, dieses Thema in die Haushaltsverhandlungen fürs kommende Jahr einzubringen.

Drei Millionen Euro von den Zoofreunden

Die Zoofreunde bemühen sich unterdessen seit vielen Jahren, notwendige Modernisierungen voranzubringen. Die Biber- und Otteranlage ist das zwölfte Projekt, das der kleine Verein stemmt. Insgesamt drei Millionen Euro konnten so investiert werden. „Das war nur mit treuen Spendern möglich“, sagt Mainka.

Zoochefin Barbara Jantschke freut sich schon auf das neue Angebot. Sie will Besuchern den verspielten Charakter der Otter bei täglichen Fütterungen präsentieren. Vor allem sieht sie auch den pädagogischen Nutzen der neuen Anlage. Schulkinder können so heimische Wildtiere noch besser kennenlernen.

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