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Augsburg-Pfersee

31.05.2013

Wo Radeln Probleme macht

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3 Bilder
Engpass an der Augsburger Straße für Radler und Fußgänger.
Bild: Fridtjof Atterdal

Bürgeraktion Pfersee Schlössle hat Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Umsetzung hängt vom Geld ab

Von Fridtjof Atterdal

Jens Wunderwald fährt gerne mit dem Fahrrad in die Arbeit. Vom Sheridan-Park in Pfersee sind es nur gut fünfzehn Minuten in die Innenstadt, doch für Radler ist diese Strecke ein Spießrutenlauf. Fehlende Radwege, hohe Bordsteinkanten, die Schienen der Linie 3 und immer wieder Konflikte mit Fußgängern, die sich vielerorts den engen Raum mit den Zweiradfahrern teilen müssen. Die „Fahrradstadt Augsburg“ hat nach Ansicht von Wunderwald noch einiges nachzuholen. Der Softwareingenieur ist Fahrradbeauftragter der Bürgeraktion Pfersee Schlössle e.V. und hat mit Vereinskollegen unter dem Titel „Besser radeln in Pfersee“ einen Maßnahmenkatalog erstellt, wo und wie die Situation im Stadtteil verbessert werden könnte. 19 Brennpunkte haben sie entdeckt und konkrete Lösungen erarbeitet.

Das Konzept ist mittlerweile an die Fraktionsvorsitzenden aller Augsburger Parteien gegangen, es wird in der Verwaltung diskutiert und Vertreter der Bürgeraktion haben sich mit dem Ordnungsreferenten Volker Ullrich zusammengesetzt. SPD und CSM hätten ihre Unterstützung zugesagt und bereits entsprechende Anträge im Stadtrat eingebracht, freut sich Wunderwald. „Es ging uns darum, nicht nur zu kritisieren, sondern selbst etwas anzuschieben“, sagt er.

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Viele der Problemstellen liegen rund um den Hauptbahnhof und die Pferseer Unterführung. An der Viktoriastraße am Bahnhofsvorplatz kommen sich Fußgänger und Radfahrer auf dem enger werdenden gemeinsamen Weg in die Quere, falsch parkende Autos verschlimmern die Situation. Entlang der Straßenbahnlinie an der Pferseer- und Augsburger Straße wird es immer wieder eng, wenn sich Fahrradfahrer zwischen parkenden Autos, Schienen und dem hohen Randstein voranschlängeln müssen. Aber auch kleinere Straßen in den Wohnvierteln behandelt das Papier. Als Lösungen schlägt die Bürgeraktion mal eine verbesserte Beschilderung oder eine neue Ampel, mal eine Zone 30 vor, teilweise sollen Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet oder breite Gehwege für Fahrradfahrer zugelassen werden. „Viele der angesprochenen Punkte könnte man sofort und ohne großen Finanzaufwand erledigen“, ist Wunderwald sicher.

Im Tiefbauamt, das für den Radwegebau zuständig ist, hat man den Einsatz der Pferseer zur Kenntnis genommen. Die Vorschläge würden im Rahmen der Infrastruktur-Planungen einbezogen, sagt der zuständige Abteilungsleiter Gunther Höhnberg. Zunächst müsse bestimmt werden, was in welcher Priorität angegangen werden soll. Im Rahmen des Projektes „Fahrradstadt 2020“ müsste sich ein Planungsbüro mit dem städtischen Gesamtkonzept beschäftigen. „Wir können sicherlich nicht alle Wünsche befriedigen“, so der Planer. Er verweist darauf, dass auch derzeit laufend am Radwegenetz gearbeitet würde. Was konkret umgesetzt werden könnte, hänge auch entscheidend davon ab, wie viel Geld die Politik zur Verfügung stellt.

 Dass sichere Radwege kein Luxus sind, zeigen die Zahlen der Augsburger Polizei. 571 Radler sind 2012 in der Stadt verletzt worden, ein Toter ist zu beklagen, wie Polizeipressesprecher Manfred Gottschalk erklärt. 

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