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Augsburg

09.10.2019

Wo in Augsburg günstige Wohnungen entstehen sollen

Im Norden der ehemaligen Reese-Kaserne entstehen an der Ulmer Straße aktuell 141 Wohnungen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die städtische Wohnbaugruppe plant bis 2026 knapp 1000 neue Wohnungen. Um an Grundstücke zu kommen, ist die WBG aber auf die Stadt angewiesen.

Die städtische Wohnbaugruppe will bis zum Jahr 2026 knapp 1000 neue geförderte Wohnungen bauen. WBG-Geschäftsführer Mark Dominik Hoppe stellte das Neubauprogramm am Dienstag vor den Medien vor. Demnach ist geplant, dass die Zahl der Wohnungen gegenüber dem heutigen Stand um etwa zehn Prozent auf dann 11.000 steigt. Neben schon laufenden Projekten wie dem Wohnkomplex auf dem Reese-Areal an der Ulmer Straße (141 Wohnungen) will die Wohnbaugruppe auch in Inningen und im Prinz-Karl-Viertel aktiv werden.

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Die Durchschnittsmiete liegt aktuell bei 5,73 Euro

Auf dem Augsburger Wohnungsmarkt (insgesamt gut 150.000 Wohnungen) ist die Wohnbaugruppe mit ihren gut 10000 Wohnungen ein gewichtiger Akteur. Mit ihrem Durchschnittspreis von 5,73 Euro pro Quadratmeter liegt sie weit unter dem Mietniveau auf dem freien Markt. Bei etwa der Hälfte der Wohnungen handelt es sich um Sozialwohnungen.

Mieter dürfen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten und bekommen je nach Einkommensklasse einen gestaffelten staatlichen Zuschuss. Auf diese Weise reicht das Spektrum der Bewohner vom Hartz-IV-Empfänger bis zur Mittelschicht-Familie. „Es handelt sich um Nachbarschaften, wie man sie überall in Augsburg findet“, sagt Hoppe.

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Auf eine freiwerdende Wohnung kommen zehn Interessenten

Allerdings ist schon absehbar, dass die Mieten bei den Neubauten (dort entstehen ausschließlich geförderte Wohnungen) nicht so niedrig bleiben werden. Damit das Bauen kein Draufzahlgeschäft wird, so Hoppe, müsse er bei Neubauten inzwischen zwölf Euro Miete pro Quadratmeter verlangen, wobei der Staat je nach Einkommensklasse zwischen 5,50 Euro und 3,50 Euro ausgleicht. Auf diese Weise bleibe das Wohnen auch in der Klasse der relativ gut verdienenden Bewohner noch einigermaßen bezahlbar. „Für 9,50 Euro bekommen Sie heute keine Neubauwohnung“, so Hoppe.

50 Prozent der Wohnungen, die 2018 zur Neu- und Wiedervermietung über unsere Zeitung und das Internetportal Immobilienscout24 inseriert wurden, lagen über 10,50 Euro. „Vor fünf Jahren hätte das noch keiner geglaubt“, so Hoppe. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Interessenten für eine Wohnung um 15 Prozent auf 4800 – macht zehn Interessenten pro frei werdender Wohnung. Die Fluktuation ging hingegen weiter zurück. Geplant sind folgende Neubauprojekte:

  • Reesepark I (Kriegshaber; 141 Wohnungen; in Bau)
  • Nordfriedhofstraße (Oberhausen; 35 Wohnungen; Baubeginn 2019)
  • Sheridanpark I (Pfersee; 109 Wohnungen; 2020)
  • Servatius-Stift (Antonsviertel; 58 Wohnungen; 2020)
  • Reesepark II (Kriegshaber; 135 Wohnungen; 2020)
  • Spicherer Straße (Pfersee; 74 Wohnungen; 2020)
  • Sheridanpark II (Pfersee; 63 Wohnungen; 2021)
  • Wernhüterstraße (Lechhausen; 48 Wohnungen; 2021)
  • Wohanka-Gelände (Bärenkeller; 65 Wohnungen; 2021)
  • Prinz-Karl-Viertel (Hochfeld; 48 Wohnungen; 2022)
  • Inningen nahe Friedhof (57 Wohnungen; 2023)
  • Schillstraße (Firnhaberau; 118 Wohnungen; 2024)
  • Rosenaustraße (Rosenauviertel; 10 Wohnungen; 2024)

Zusammengerechnet sind das knapp 1000 Wohnungen. Der Stadtrat hatte der städtischen Tochter zu Beginn der laufenden Legislatur auf den Weg gegeben, 100 Wohnungen pro Jahr zu bauen – macht insgesamt 600. In den vergangenen sechs Jahren entstanden lediglich 333 Wohnungen. Es habe eine gewisse „Anlaufträgheit“ gegeben, so Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU). Dies habe etwa daran gelegen, dass erst Baurecht geschaffen werden musste.

Bis zum Jahr 2022 werde man den Anspruch von 100 neuen Wohnungen übererfüllt haben. Die Stadt, so Finanzbürgermeisterin Eva Weber (CSU), versuche, die WBG zu unterstützen. Während sie früher Grundstücke an die WBG verkauft habe, bekomme die WBG diese heute kostenlos überlassen. Laut Hoppe gebe es inzwischen pro Jahr noch um die drei Grundstücksangebote auf dem freien Markt, über die es sich für die WBG überhaupt lohne, näher nachzudenken. Preise wie sie Bauträger zahlen, könne die WBG nicht leisten.

WBG wichtig für den sozialen Wohnungsbau

Sozialbürgermeister Stefan Kiefer (SPD) betonte die Wichtigkeit der WBG beim sozialen Wohnungsbau in Augsburg. Die Zahl der geförderten Wohnungen sei in der Vergangenheit von ehemals 22000 auf aktuell 8200 gesunken. Neben der WBG werden künftig auch Bauträger verstärkt geförderte Wohnungen bauen. Der Stadtrat beschloss vor der Sommerpause, dass in Neubaugebieten bis auf Weiteres 30 Prozent aller Wohnungen gefördert sein müssen.

Auch in Haunstetten Südwest soll gebaut werden

Mittelfristig will die Wohnbaugruppe weitere Grundstücke bebauen. Im geplanten Neubauviertel Haunstetten Südwest gehören der WBG inzwischen Grundstücke, die für etwa 600 Wohnungen reichen dürften. Allerdings wird sich die Realisierung noch etwas hinziehen, weil die Planungen fürs ganze Gebiet laufen. Auf der sogenannten Weltwiese im Wohngebiet um die Carl-Schurz-Straße (Kriegshaber) wäre auch noch Platz für etwa 150 Wohnungen.

Lesen Sie auch den Artikel: Augsburg verlangt in Zukunft mehr Sozialwohnungen

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