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Augsburg

06.12.2017

Wo ist der richtige Platz für den Süchtigentreff?

Im ehemaligen Lokal Paparazzi will die Stadt einen Süchtigen-Treff einrichten. Der Standort ist umstritten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Stadträte debattieren einmal mehr über den geplanten Süchtigen-Treff  in der Dinglerstraße. Erstmals werden die Kosten einen Container am Bahnhof beziffert.

Die Entscheidung, ob in der Dinglerstraße 10 in Oberhausen ein Süchtigentreff einziehen soll, fällt in der Stadtratssitzung am 21. Dezember. Bis dahin laufen weiterhin die politischen Diskussionen. In der Sitzung des zuständigen Ausschusses gab Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) am Mittwoch einen Sachstandsbericht. Es war von Anfang an klar, dass an diesem Tag noch kein Beschluss fällt. Der Bericht wurde von den Stadträten zur Kenntnis genommen. In den einzelnen Wortmeldungen kam einmal mehr zum Ausdruck, dass das Konzept, Süchtige zu betreuen, fraktionsübergreifend begrüßt wird. Die Bedenken wegen des Standorts Dinglerstraße, der inmitten eines Wohngebiets liegt, sind aber nicht ausgeräumt.

Gibt es noch ein Koalitionsgespräch?

Die CSU-Fraktion hat bereits erklärt, dass sie diesen Standort nicht mittragen wolle. Es gehe darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, hieß es zuletzt. Ordnungsreferent Wurm, der sich für die Dinglerstraße einsetzt, will nicht partout an diesem Standort festhalten, sagt er. Aus seiner Sicht gebe es derzeit aber keinen besser geeigneten Standort. Wörtlich sagte er: „Wir lassen keinen Tag ungenutzt, um nicht einen anderen Standort zu finden, als denjenigen, den wir momentan haben.“

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Nach Informationen unserer Zeitung wollen sich die Spitzen der Koalition von CSU und SPD vor der entscheidenden Stadtratssitzung nochmals zusammensetzen, um womöglich doch noch einen gemeinsamen Weg zu finden. Die Grünen, Bündnispartner von CSU und SPD, sehen die Dinglerstraße ebenfalls kritisch, wie Verena von Mutius im Ausschuss sagte: „Wir stehen aber hinter dem Konzept und wollen das Projekt auch umsetzen.“

Was würde ein Container kosten?

Der Süchtigentreff soll für die Drogen- und Alkoholikerszene, die sich gegenwärtig am Oberhausen Bahnhof trifft, eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit bieten. Sozialpädagogen würden sich in den Räumen einer ehemaligen Gaststätte um die Süchtigen kümmern. In der politischen Diskussion tauchte zuletzt immer wieder die Überlegung auf, näher am Bahnhof eine Beratungsmöglichkeit zu schaffen. Ein Container gilt hier als Lösungsansatz. Im Ausschuss wurden jetzt erstmals Zahlen präsentiert, was ein Container kosten würde. Demnach ist nach einer ersten Schätzung von Gesamtkosten von 236000 Euro auszugehen. Es müssten unter anderem technische Anschlüsse installiert werden, hieß es dazu. Bis zu 150 Quadratmeter könnten die Räume insgesamt groß sein. Wurm hielt als finanzielle Bezugsgröße entgegen, dass an Miete für den zweijährigen Testlauf in der Dinglerstraße mit Kosten von insgesamt knapp 50000 Euro zu rechnen sei. Das Betreuungskonzept selbst wird pro Jahr mit 120000 Euro veranschlagt, wobei hier eine staatliche Förderung von bis zu 60 Prozent denkbar ist.

Im Bericht über die drei städtischen Informationsabende hieß es, dass sich die Bürger in erster Linie mit der Situation im Viertel Links-der-Wertach befassten. Sie erwarten hier mehr Unterstützung von der Stadt. Zweite große Sorge war möglichen Verlagerung der Süchtigen in das Wohnviertel. Erst danach ging es konkret um den Standort Dinglerstraße.

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