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Augsburg

29.07.2019

Wo man mit dem Kurzstrecken-Ticket ab 1. August Geld sparen kann

Ab dem 1. August gibt es Veränderungen im Augsburger Nahverkehr.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Die Reform der Reform im Nahverkehr in Augsburg tritt am 1. August in Kraft. Größte Veränderung: In einigen Stadtteilen kann man künftig günstiger fahren.

Die Wiedereinführung der Wochenkarte, Zustempeln für Abonnenten und neue Kurzstreckenzonen sind angekündigt: Im AVV-Tarifsystem gibt es zum 1. August 2019 etliche Änderungen, mit denen die Partner im AVV auf Wünsche der Fahrgäste reagieren. Denn die Tarifreform vom 1. Januar 2018 hatte viele Nutzer verärgert. Im Rahmen des Masterplans Luftreinhaltung wird Augsburg außerdem – und das als erste Stadt in Deutschland – zum Jahreswechsel eine kostenlose City-Zone einführen.

Kritik an Tarifreform in Augsburg

Vor gut eineinhalb Jahren ist das neue Tarifsystem im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) eingeführt worden. Es hat etwa durch ein 30-Euro-Monatsabo ab 9 Uhr, günstige Tageskarten und mehr Mitnahmemöglichkeiten für viele Fahrgäste Vorteile gebracht. Die Konsequenz: 2018 habe sich in Augsburg damit eine überdurchschnittliche Fahrgaststeigerung erzielen lassen.

Für einige bedeutete die Reform allerdings auch Verschlechterungen. In der Kritik stand vor allem der Wegfall der alten Zone 10 und die Einführung des Kurzstreckentickets (gilt für vier Haltestellen plus Starthaltestelle); dadurch wurden Fahrten ins Zentrum oder auch ins nächste Stadtteilzentrum teilweise teurer. Kritik und Anregungen haben die Stadtwerke Augsburg  aufgenommen, mit den Partnern im AVV diskutiert. Jetzt werden etliche Änderungen vorgenommen.

Vor allem für drei Anliegen wurden, Lösungen im Sinne der Fahrgäste gefunden. Ab 1. August 2019 treten diese Änderungen nun in Kraft. Doch der AVV und die Stadt Augsburg widmen sich eigenen Angaben nach auch weiteren Anregungen der Fahrgäste und arbeiten konstant an Verbesserungen des Tarifsystems.

Wochenkarte gibt es wieder

So wird etwa die Wochenkarte wieder eingeführt. Sie werde künftig für eine Zone 16,70 Euro, für zwei Zonen 24,40 Euro kosten. Das heißt: Sie ermöglicht für eine Kalenderwoche beliebig viele Fahrten im gewählten Geltungsbereich. Besonders in den Sommermonaten sei sie eine Erleichterung für die Fahrgäste, wenn sie etwa urlaubsbedingt keinen kompletten Monat den ÖPNV nutzen. Auch für Touristen und Augsburg-Besucher sei die Wochenkarte eine interessante Option.

Im Süden der Stadt gibt es zwei Zonen, in denen jeweils das Kurzstreckenticket gilt. Sie dürfen aber nicht verbunden werden.
Bild: Stadtwerke Augsburg

Wer ein Abo der Zone 10 oder 20 hat und in die andere Zone fahren will, muss künftig nur einen Streifen statt wie seit der Tarifreform nötig zwei Streifen stempeln.

Kurzstreckenticket wird verändert

Das Kurzstreckenticket gilt seit der Tarifreform für eine Fahrt über fünf Haltestellen – die Einstiegshaltestelle mitgerechnet. In manchen Ortsteilen seien auf diese Weise allerdings wichtige Nahversorgungszentren nicht zu erreichen. Früher war das mit dem Ticket für eine Zone (1,45 Euro) möglich, weil man sich nur in der alten Zone 20 bewegte. Durch die Verschmelzung der beiden Augsburger Zonen wurde in vielen Fällen nun der doppelte Preis fällig (2,90 Euro). Deswegen haben die Stadtwerke zur Kompensation die sogenannten Kurzstreckenzonen in einigen Stadtteilen eingeführt. Innerhalb dieser Zonen können die Fahrgäste alle Haltestellen mit dem Kurzstreckenticket anfahren, wenn sich die Starthaltestelle ebenfalls innerhalb der Kurzstreckenzone befindet.

Ein Beispiel: Vor der Reform konnte man mit einem Ticket für eine Zone oder einem Streifen von Bergheim nach Göggingen fahren. Nach der Reform ging das nicht mehr, das Kurzstreckenticket (oder ein Streifen) reichte nicht, um von Bergheim nach Göggingen zu fahren; man musste 2,90 Euro bezahlen (oder zwei Streifen). Künftig ist die günstige Variante wieder möglich. Kurzstreckenzonen gibt es für den Bärenkeller, den Bereich Firnhaberau und Hammerschmiede, Hochzoll sowie für Bergheim und auch für Inningen.

 

So sieht die Kurzstreckenzone im Nordosten aus.
Bild: Stadtwerke Augsburg

Rück- und Rundfahrten sind nicht möglich. Es werden in fünf Stadtteilen Kurzstreckenzonen eingeführt: Bärenkeller, Firnhaberau, Inningen, Bergheim sowie vorübergehend auch in Hochzoll-Süd. Das Angebot endet, wenn ein neuer Supermarkt am Zwölf-Apostel-Platz eröffnet. Damit soll vor allem Senioren die Nahversorgung erleichtert werden. Die Haltestellen der Kurzstreckenzonen sind speziell gekennzeichnet. Informationen über die Kurzstrecken werden in den Stadtteilen an alle Haushalte verteilt.

Auch in der Hammerschmiede und in der Firnhaberau gilt das Kurzstreckenticket nun für längere Strecken.
Bild: Stadtwerke Augsburg

In Augsburg wird eine Flatrate eingeführt

Auch für den Bärenkeller sind Verbesserungen geplant.
Bild: Stadtwerke Augsburg

Darüber hinaus werden die Angebote im Nahverkehr stetig weiterentwickelt und angepasst. So werden die Stadtwerke ab Oktober erstmalig in Deutschland eine Mobil-Flatrate anbieten, mit der Bus und Tram, sowie Carsharing und Rad günstig als Flatrate genutzt werden können.

Ebenfalls einmalig in Deutschland wird ab 1. Januar 2020 die kostenlose City-Zone sein. Sie wird im Rahmen des Masterplans der Stadt Augsburg zur Luftreinhaltung in der Innenstadt eingeführt und soll insbesondere Parksuchverkehr vermeiden helfen. In einer Innenstadtzone mit neun Haltestellen ist die Nutzung von Bus und Tram kostenlos. Die Zone reicht von Königsplatz und Moritzplatz jeweils eine Haltestelle weiter, gilt vom Hauptbahnhof/Prinzregentenstraße bis Rathausplatz oder Ulrichsplatz und vom Staatstheater bis Theodor-Heuss-Platz oder Frölichstraße.

Dem AVV entstehen durch die Einnahmeausfälle Kosten. Diese betragen rund 880.000 Euro jährlich. Dieses Defizit wird die Stadt Augsburg aus Zuschüssen des Freistaats kompensieren. (AZ)

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