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Stadtteilgespräche

27.09.2019

Wo parken die Studenten des neuen Campus?

Auf dem Areal des ehemaligen Gefängnisses im Hochfeld soll der dritte Campus der Hochschule entstehen.
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Auf dem Areal des ehemaligen Gefängnisses im Hochfeld soll der dritte Campus der Hochschule entstehen.
Bild: Michael Hochgemuth

Schon heute klagen die Menschen im Hochfeld über viel Verkehr und sie fürchten, dass es bald noch enger wird. Wie die Stadt versucht hat, die Bedenken zu zerstreuen

Wie verändert sich die Parksituation im Hochfeld, wenn erst einmal der geplante neue Campus Prinz-Karl-Viertel der Hochschule Augsburg dort realisiert ist? Werden die Studenten alles zuparken, wird es für die Anwohner noch enger als bisher? Das war eine der Sorgen, die Bewohner des Hochfelds beim neunten Stadtteilgespräch in der Aula der Berufsschule 6 mit Oberbürgermeister Kurt Gribl und seinen Referenten diskutierten.

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Auch dieses Mal nahm sich die Stadtspitze einen Abend lang die Zeit, um einen detaillierten Blick auf den Stadtteil zu werfen, über anstehende Entwicklungen zu informieren und sich die Anregungen der Bürger anzuhören. Das Interesse an der Veranstaltung war deutlich geringer als in anderen Stadtteilen, wovon viele leere Stühle zeugten. Auch das war ein Thema, das intensiv diskutiert wurde. Ansonsten waren es vor allem Verkehrsthemen, die die Hochfelder beschäftigen.

„Wie kommen die Kinder zur geplanten Kita am Hochschul-Campus, mit dem Fahrrad, oder werden sie mit dem Auto gebracht? Wie ist die Verkehrsführung gedacht?“ wollte eine Teilnehmerin wissen. Baureferent Gerd Merkle erklärte, dass für das Projekt gerade erst der Preisträger des Architektenwettbewerbs gefunden worden sei. Geplant sei eine Kindertagesstätte in der Mitte des Campus am Prinz-Karl-Weg, der jedoch keinesfalls als Zugang dienen würde. Vielmehr würde an der Hochfeldstraße ein Parkplatz entstehen – die Eltern müssten ihre Kinder zu Fuß bis zur Kita bringen.

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Nach den bisherigen Plänen, würde im Prinz-Karl-Viertel zwar eine Tiefgarage entstehen, jedoch nur für Professoren und Hochschulangehörige, um das Viertel von studentischem Verkehr frei zu halten. „Der Campus hat beste Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, weshalb keine studentischen Parkplätze geplant sind“, versprach der Referent. Der Campus entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses. Wie er sich entwickeln wird, liegt laut Merkle in der Hand des Freistaates Bayern, der aber partnerschaftliches Vorgehen versprochen habe. Konkrete Pläne würden rechtzeitig vorgestellt.

Doch schon ohne neuen Campus drückt die Parksituation im Viertel, wie mehrere Redebeiträge zeigten. So wünschte sich ein Anwohner der Bauernfeindstraße, in dem Bereich eine Anwohner-Parkzone auszuweisen. Merle erklärte, dass laut Stadtratsbeschluss Anwohnerparken nur für den Innenstadtbereich vorgesehen sei. Da in der Regel mehr Anwohnerausweise beantragt würden, als Parkplätze vorhanden sind, würde es zu einer Verdrängung in die angrenzenden Viertel kommen, was das Problem nur verlagere. Auch dem Vorschlag einer Quartiersgarage erteilte er eine Absage – neben den Baukosten spräche dagegen, dass eine kostenpflichtige Garage von den Anwohner erfahrungsgemäß nicht gut angenommen würde. Während sich ein älterer Anwohner über Radler auf dem Gehweg an der Von-Richthofen-Straße ärgerte, wollte ein junger Radlfahrer die ganze Gegend am liebsten als Spiel- oder wenigstens Fahrradstraße sehen. Beiden Vorschlägen erteilte der Baureferent aus rechtlichen und finanziellen Erwägungen eine Absage. Einigen Raum nahm auch die Frage ein, wie mehr jüngere Menschen und Augsburger mit Migrationshintergrund zu Veranstaltungen wie den Stadtteilgesprächen gelockt werden könnten. Vertreter der Stadt berichteten, dass alle erdenklichen Kanäle wie Tageszeitung, soziale Medien und Plakate ausgeschöpft worden seien. Schulreferent Hermann Köhler berichtete von einem Projekt, bei dem junge Menschen gewonnen werden sollten, sich eine Stimme zu verschaffen. Schwierig ist es dagegen offenbar, Menschen mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Unter Umständen sei nicht jedes Format für alle Bürger gleichermaßen gut geeignet, vermutete der für Migration zuständige Referent Reiner Erben im Hochfeld.

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