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Soziales

16.10.2013

Wo sich Flüchtlinge und Augsburger begegnen

Das Zentrum für interkulturelle Beratung hat nun eröffnet.
Bild: Annette Zoepf

Zentrum für Interkulturelle Beratung im Straßenbahndepot eröffnet

Während sich Anwohner im Viertel Rechts der Wertach gegen eine neue Unterkunft für 160 Asylbewerber wehren, entsteht nur wenige Gehminuten entfernt ein bundesweites Pilotprojekt zur Flüchtlingsbetreuung: Das neue Zentrum für Interkulturelle Beratung (ZIB) will ein zentraler Anlaufpunkt für Menschen mit Migrationshintergrund sein. Es wurde jetzt im ehemaligen Tramdepot am Senkelbach eröffnet.

Dort sollen Flüchtlinge und andere Migranten Unterstützung in rechtlichen und sozialen Fragen sowie „gute, kompetente Beratung mit Herz und Verstand“ finden, sagte Aurel Göllner vom Roten Kreuz bei der Eröffnung. Getragen wird das ZIB unter anderem vom Verein Tür an Tür, dem Diakonischen Werk, dem Mesopotamienverein, dem Roten Kreuz, der Caritas, der Volkshochschule und der Stadt Augsburg.

Das ZIB besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: Sozialberatung, Bildung für Flüchtlingskinder und Erwachsenenbildung. Dazu gibt es verschiedene Projekte. Die Kinder erhalten im Rahmen des Programms „first steps“ Hilfe bei den Hausaufgaben und Nachmittagsbetreuung. „Mov’in!“ unterstützt Flüchtlinge bei der Suche nach bezahlbaren Wohnungen, „BINS 50+“ macht Migranten über 50 Jahre fit für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt und Sprint vermittelt Flüchtlingen Sprache und Kultur der neuen Heimat. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, berät der Helpdesk direkt am Empfang des Zentrums Migranten bei schnell zu lösenden Anliegen, etwa Fragen zum öffentlichen Nahverkehr, oder beim Ausfüllen von Kinder- und Wohngeld-Anträgen. Im Aufbau ist außerdem ein Café mit Kantine. In diesem arbeiten, wie in allen Projekten, auch ehrenamtliche Helfer mit. Ziel ist es, dass Flüchtlinge sich in entspannter Atmosphäre untereinader austauschen und auch mit Einheimischen ins Gespräch kommen.

Die Träger wünschen sich, dass das ZIB sich gut etabliert, hat die Stadt doch einen Migrantenanteil von 42 Prozent. Allein 800 Flüchtlinge leben hier. Das ZIB soll ihnen helfen, in allen Bereichen des Alltags selbstständig zu handeln. Auch die umstrittene Unterkunft in der Ottostraße soll davon profitieren; ein Unterstützerkreis wurde bereits gegründet.

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