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Augsburg

13.04.2015

Wo sich Mathe im Alltag widerspiegelt

Nina Keppeler steht im Riesen-Kaleidoskop und spiegelt sich ein, zwei, drei, vier... ach: zig Mal.
Bild: Ruth Plössel

 Die Erinnerungen an das Schulfach lösen bei vielen einen Fluchtreflex aus. Auf der afa zeigt sich: Das  Spiel mit Zahlen und Formeln kann unglaublich viel Spaß machen

Kaninchen haben nichts mit Mathematik zu tun, sollte man meinen. Ein italienischer Rechenmeister, Leonardo da Pisa, dachte das zunächst wohl auch. Doch als er Anfang des 13. Jahrhunderts das Wachstum einer Kaninchenpopulation beschrieb, landete er am Ende doch bei Zahlen: Er erfand die sogenannte Fibonacci-Folge – eine Reihe von Zahlen, bei denen die Summe zweier nebeneinander stehender Ziffern stets die nächste ergibt: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 usw.

Wer jetzt aus diesem Text aussteigen möchte, weil er sich denkt, Mathematik sei noch nie sein Fall gewesen, sollte noch ein wenig weiterlesen. Denn Mathe kann auch unglaublich viel Spaß machen. Wenn man um sich eine Riesenseifenblase aufbläst zum Beispiel, wenn man in ein überdimensioniertes Kaleidoskop kriecht, um sich 1000 Mal zu spiegeln, oder wenn man sich eine Mozart-Sinfonie „erwürfelt“.

Das Mathematikum Gießen, ein „Mathe-Museum“ zum Erleben und Anfassen, hat sich dem Phänomen der Zahlen, Formeln und Funktionen gewidmet. Auf der Frühjahrsausstellung afa ist die Einrichtung dieses Jahr mit 25 interaktiven Stationen vertreten: Die Besucher können aus Kugeln Pyramiden zusammensetzen, geheime Codes knacken, sich im Würfelspiel messen und, und, und. Sinn der Sache ist, Mathematik spielerisch und intuitiv zu erfassen – ohne Auswendiglernen von Formeln oder Regeln.

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Vor allem bei Kindern kommt diese afa-Neuerung am Wochenende gut an. Guido Bolenski zum Beispiel ist mit seinen Söhnen Malte (8) und Thorben (10) da. Beide, sagt der Vater, hätten Spaß an Mathe und begeistern sich deshalb für den Parcours im Tagungszentrum der Messe. Auch Bolenski selbst, ein Ingenieur, hat einige Stationen gefunden, die ihn zum Nachdenken bringen. Beruhigend, dass das Spiel mit Zahlen selbst für einen analytisch denkenden Menschen eine Herausforderung ist. Nina und Thorsten Keppeler amüsieren sich im Riesen-Kaleidoskop und experimentieren mit verschiedenfarbigen Würfeln. Nina Keppeler ist Studentin für Biologie und Chemie, doch auch die Mathematik interessiert sie: „Ich finde die Idee der Ausstellung nett, weil sie das Spielerische in den Vordergrund stellt.“

Viele Besucher lösen die gestellten Rätsel durch Versuche, die irgendwann zum Erfolg führen. Andere erfassen das Rätsel dahinter schneller, denken erst nach und machen sich dann an die Lösung. Genau das ist auch der Sinn der Präsentation des Mathematikums: Probieren und sich amüsieren.

Lösungen werden den Besuchern übrigens nicht geliefert. Jeder muss selbst nachdenken, wie eine Aufgabe zu lösen sein könnte und welche mathematischen Formeln und Funktionen dahinter stecken. Wer möchte, kann sich allerdings Tipps holen: Das Mathematikum Gießen hat mehrere Betreuer abgestellt, die den Besuchern im Fall von Fragen Hinweise geben. Immerhin ein gewaltiger Unterschied zu früher: In den Mathe-Schulaufgaben war man stets auf sich alleine gestellt...

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