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FC Augsburg

12.11.2019

Wohin führt der Weg von Michael Thurk?

Michael Thurk wurde mit seinem Trainer in Mainz freigestellt.
Foto: imago

Bundesliga Der Ex-FCA-Spieler wurde beim FSV  Mainz 05 als Co-Trainer freigestellt

Sandro Schwarz, 41, und Michael Thurk, 43, haben beim FSV Mainz 05 zusammen schon viel erlebt. Von 1999 bis 2004 spielten die beiden zusammen beim damaligen Zweitligisten. Michael Thurk als Stürmer in erster Reihe, Sandro Schwarz als defensiver Mittelfeldspieler. In dieser Zeit wurden sie Freunde. 2004 verabschiedeten sich die zwei als Aufstiegshelden des ersten Mainzer Bundesliga-Aufstiegs. Schwarz wechselte zu Rot-Weiss Essen, Thurk zu Energie Cottbus.

In dieser Woche trennten sich nun wieder die Wege der beiden und des FSV. Acht Niederlagen (darunter ein 0:8 in Leipzig), dreißig Gegentore, wütende Fans und ratlose Spieler waren auch im normalerweise trainertreuen Mainz zu viel. Sandro Schwarz wurde am Sonntag als Cheftrainer des Bundesligisten freigestellt. Am Montag teilte der FSV dann mit, dass auch Co-Trainer Michael Thurk von seinen Aufgaben entbunden sei. Allerdings sei der Verein bemüht, Thurk „künftig in anderer Funktion in den sportlichen Bereich zu integrieren.“ Anders als Thurk bleibt der ehemalige Augsburger Panther-Athletiktrainer Sven Herzog in seinem Amt als Leiter der Athletikabteilung.

Michael Thurk wollte sich zu seiner Freistellung gegenüber unserer Redaktion nicht äußern. Doch war von Beginn an klar, dass er sein Schicksal an das  seines Freundes Schwarz knüpfen würde. Erst im Juni hatte Schwarz, der beim FSV im Juli 2017 die Nachfolge des jetzigen FCA-Trainers Martin Schmidt angetreten hatte, Thurk als dritten Co-Trainer zurück nach Mainz geholt. „Er soll mein Team als Trainer für die Abläufe in der Offensive, im individuellen Training und in der Gegneranalyse unterstützen. Er passt mit seiner Erfahrung als ehemaliger Bundesliga-Angreifer, seiner Trainerausbildung und als Typ wunderbar zu uns“, hatte Schwarz die Verpflichtung von Thurk begründet.

Allzu viel scheinen sich die Stürmer von Thurk aber nicht abgeschaut zu haben. Mit nur zwölf Toren hat der Tabellen-16. nach Köln (zehn Tore), Wolfsburg und Paderborn (je elf Tore) den viertschlechtesten Angriff der Liga. Der FCA hat bisher 13 Tore erzielt.

So schlecht kann die Arbeit von Thurk aber nicht gewesen sein. In Sachen Torschüssen liegt Mainz mit 157 Schüssen auf Platz sechs. Der FCA ist hier zum Vergleich Vorletzter mit nur 114 Schüssen (Quelle: bundesliga.de). Dafür ist der FCA in Sachen Effizienz dem FSV voraus. 8,76 Schüsse benötigte der FCA im Durchschnitt für ein Tor, der FSV 14,27.

Thurk selbst war im Sommer von der Aufgabe begeistert und unterschrieb den Zwei-Jahres-Vertrag ohne großes Zögern, auch weil er seinen Lebensmittelpunkt von Kissing (Landkreis Aichach-Friedberg) zurück nach Mainz verlagern will. Dort baut er gerade ein Haus. „Wir haben im Rhein-Main-Gebiet unsere Familien und unsere Freunde. Wir waren jetzt elfeinhalb Jahre in Augsburg und irgendwie hat es uns zurückgezogen“, erklärte er im September vor dem Spiel gegen die Bayern gegenüber unserer Redaktion.

2008 hatte ihn der damalige Zweitligist FC Augsburg von Eintracht Frankfurt geholt. Thurk wurde, wie schon in Mainz, schnell zum Publikumsliebling. Mit seinen Toren trug er maßgeblich zum Bundesliga-Aufstieg 2011 bei. Doch in der Bundesliga spielte er keine Minute. Im August 2011 wurde er von Trainer Jos Luhukay und Manager Andreas Rettig suspendiert. Grund: Nach einer Systemumstellung gab es seine Position als Mittelstürmer so nicht mehr. Thurk wechselte später zum FC Heidenheim, blieb aber mit seiner Familie in Kissing wohnen.

Am Dienstag absolvierten die Mainzer das erste Training unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte. Als heißester Kandidat für die Schwarz-Nachfolge wird Heiko Herrlich (zuletzt Leverkusen) gehandelt. Beim abschließenden Torschuss-Training zeigt sich weiter die Schwäche der Mainzer: Zu wenig Schüsse landen im Tor. Vielleicht hat es ja gar nicht am Training von Thurk, der die A-Lizenz besitzt, gelegen, vielleicht haben die Mainzer Stürmer einfach nicht die Qualität  ihres ehemaligen Spezialtrainers.

Der ist inzwischen nach Augsburg zu seiner Frau Mina und Sohn Leon zurückgekehrt und wird in Ruhe abwarten, was der FSV mit ihm vorhat. Sein Haus in Mainz wird erst im Frühjahr 2020 bezugsfertig sein.

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