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Augsburg

20.10.2020

Wohnungen im Herrenbach: Park an Berliner Allee bleibt erhalten

Die Grünanlage in den Lechauen entlang der Berliner Allee bleibt unangetastet.
Bild: Bernd Hohlen (Archiv)

Plus Der Freistaat will auf der Fläche der ehemaligen Straßenmeisterei bis zu 1000 Wohnungen errichten. Doch das hätte Eingriffe ins Grün bedeutet. Was nun geplant ist.

Bei den Überlegungen des Freistaats, an der Berliner Allee ein neues Wohnquartier mit bis zu 1000 geförderten Wohnungen zu bauen, ist eine Überbauung des dortigen Parks mit Bolzplatz nahe der Lechbrücke offenbar vom Tisch. Wie Baureferent Gerd Merkle ( CSU) im Bauausschuss des Stadtrats sagte, sollen die Parkanlagen in den Lechauen, deren Bebauung sich der Freistaat zunächst offengehalten hatte, in vollem Umfang erhalten bleiben. Wie es dort nun weitergeht.

Der Freistaat hatte das Projekt mit einer rechnerischen Größe von 1000 Wohnungen vorgestellt und auch öffentlich Druck auf die Stadt gemacht, Merkle hielt 400 bis 500 Wohnungen für realistisch. Es habe eine "freundlich kontroverse Unterhaltung" mit dem Bauministerium gegeben, so Merkle, wobei sich alle Seiten darüber einig gewesen seien, dass der Park, der in Teilen als Biotop kartiert ist, nicht bebaut werden soll.

An der Berliner Allee ist die Zahl der Wohnungen noch offen

Wie viele Wohnungen dort entstehen werden, ist offen. Dies hänge von der Höhe der Bebauung ab, so Merkle. In der Nachbarschaft gebe es zwar siebengeschossige Häuser, allerdings stelle sich dann die Frage der städtebaulichen Qualität. Im nächsten Schritt ist geplant, dass der Freistaat in Absprache mit der Stadt einen Architektenwettbewerb veranstaltet, in dem mindestens zwölf Büros ihre Konzepte vorstellen.

Grüne Fassaden und Regenwasser zur Gebäudekühlung

Das Quartier, das im Bereich der ehemaligen Straßenmeisterei entstehen wird (aktuell befindet sich dort eine Container-Flüchtlingsunterkunft), soll zukunftsweisend sein. Die Entwicklung wird als eines von bayernweit zehn Modellvorhaben im Rahmen des Programms "Klimaanpassung im Wohnungsbau" gefördert. Die Parkanlage soll in eine mögliche Aufweitung des Flussbetts im Rahmen des Lech-Revitalisierungsprojekts "Licca liber" übergehen, Dach- und Fassadenbegrünungen bei den Häusern mitgeplant und eine Nutzung von Regenwasser zur Gebäudekühlung angedacht werden.

Regenwasser soll vor Ort versickern und nicht in die Kanalisation eingeleitet werden. Insgesamt, so Merkle, seien ressourcenschonende Konzepte bei Bau und Unterhalt gefragt. Dazu gehören auch neue Mobilitätskonzepte, die die Zahl der Autos reduzieren sollen. Die Stadträte stimmten einstimmig zu. Man brauche mehr günstige Wohnungen, gleichzeitig sei man zum sparsamen Umgang mit Fläche angehalten, so Peter Uhl (CSU).

In dem Eck werden weitere Wohnungen entstehen

In etwa einem Jahr dürfte es genauere Erkenntnisse geben, wie viele Wohnungen dort möglich sind. Sie sollen teils als geförderte Wohnungen errichtet werden und teils Staatsbediensteten vorbehalten bleiben. Im Bereich Herrenbach/Textilviertel wird es in den kommenden Jahren einige weitere Neuerungen geben. Wie berichtet sollen neben dem Fabrikschloss rund 400 Wohnungen entstehen. Dafür wird der ehemalige Obi-Markt abgerissen. Und auch auf dem benachbarten ehemaligen Ledvance-Gelände, das nach der Standort-Aufgabe leer steht, sind Änderungen absehbar. Im Gespräch ist dort eine Gewerbenutzung (allerdings nicht mehr als Fabrik), möglicherweise auch Wohnungen.

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