1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Wohnungsnot ist auch für Flüchtlinge ein Problem

Wohnungsnot ist auch für Flüchtlinge ein Problem

Miriam Zissler.jpg
Kommentar Von Miriam Zissler
24.08.2018

Vor drei Jahren kamen zahlreiche Asylsuchende nach Augsburg. Seither hat sich in der Stadt viel getan. Aber es gibt drängende Fragen, die gelöst werden müssen.

Das Thema Flucht lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Zu unterschiedlich sind die Biografien der Geflüchteten, ihre Beweggründe, ihre Ziele. Zu unterschiedlich sind aber auch die Erwartungen der Deutschen.

Eines ist sicher: In den vergangenen drei Jahren hat sich viel getan. In der bundespolitischen Diskussion ging es vor drei Jahren um Willkommenskultur und heute um Spurwechsel, Bleibe-, Asyl- und Zuwanderungsrecht. In Augsburg übernachteten vor drei Jahren Flüchtlinge in der Turnhalle der Reischle’schen Wirtschaftsschule. Heute sind geflüchtete Menschen im Alltag präsent. Sie sind täglich anzutreffen – ob als Mitarbeiter in der Gastronomie, in der Pflege, im Putzdienst oder einfach am Königsplatz, wo das freie WLAN nach wie vor gerne auch von Flüchtlingen genutzt wird.

Kriminalität darf nicht ausgeklammert werden

Die Migration nach Deutschland hat viele Gesichter. Kriminalität ist eines davon, das darf nicht ausgeklammert werden. Etwa jeder fünfte mutmaßliche Sexualstraftäter war im vorigen Jahr in Augsburg ein Zuwanderer. Auch bei anderen Delikten fallen Asylbewerber inzwischen häufiger auf. Das sind Einzelfälle, die – wie es für alle anderen Straftäter auch gilt – zeitnah und konsequent zu ahnden sind.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Integrations- und Sozialarbeit sind das beste Mittel zur Bekämpfung von Kriminalität. Experten von Augsburger Einrichtungen wie der Verein "Brücke", der sich um junge Straftäter kümmert, haben das im Blick. Daneben gibt es viele andere Beratungs- und Anlaufstellen wie den Verein "Tür an Tür" oder das Freiwilligen-Zentrum Augsburg, die den Geflüchteten unter die Arme greifen. Auch wenn es hie und dort gewisse Ermüdungserscheinungen gibt, ist das Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern in Augsburg immer noch groß und die Menschen sind sehr engagiert bei der Sache.

Viele Einrichtungen haben die Entwicklung im Blick

Vor allem auch durch die Unterstützung der Helfer befinden sich heute viele Flüchtlinge schon zwei, drei Schritte weiter als noch vor drei Jahren. Der Wunsch nach Ausbildung und Arbeit ist groß. Dafür wurden und werden engagiert Sprach- und Integrationskurse besucht und Arbeiten, für die sich auf dem sonstigen Arbeitsmarkt sonst wenige Bewerber interessieren. Zahlen des Jobcenters und der Industrie- und Handelskammer belegen das.

Der Wunsch nach einer eigenen Wohnung ist ebenfalls groß , bleibt in vielen Fällen jedoch unerfüllt. In den Einrichtung der Stadt und der Regierung von Schwaben leben derzeit rund 2000 Menschen. 40 Prozent von ihnen könnten ausziehen, finden aber keine Wohnung. Eine deprimierende Situation. Das Leben in den beengten Unterkünften kann nicht von Dauer sein – oder muss neu durchdacht werden. Könnten die Unterkünfte für einen längeren Aufenthalt hergerichtet werden? Wohnen hat sich nicht nur für Flüchtlinge zu einem großen Problem in Augsburg entwickelt. Doch auch für sie braucht es Lösungen.

Ankerzentrum für Flüchtlinge in Inningen öffnet 

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Marina3
Adam sucht Eva 2018

Augsburgerin Marina lässt bei Adam sucht Eva 2018 die Hüllen fallen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen