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Augsburg

17.11.2015

Yogalehrer der FCA-Spieler: "Ich kann ihnen helfen, ruhig zu bleiben"

Für Patrick Broome ist Yoga unverzichtbar.
Bild: Katrin Fischer

Patrick Broome ist einer der bekanntesten Yogalehrer Deutschlands. Seit dieser Saison trainiert er auch die Fußballer des FCA. Er sagt, wann Yoga helfen kann.

Patrick Broome ist einer der bekanntesten Yogalehrer Deutschlands. Seit dieser Saison trainiert er auch die Fußballer des FCA. Außerdem eröffnete er an der Uni Augsburg ein Gesundheitsprojekt. Wir fragten ihn, wem Yoga helfen kann.

Man bezeichnet Sie als den deutschen Yoga-Star. Gefällt Ihnen das Image?

Broome: Das ist Quatsch. Ich bin vielleicht bekannt durch die Arbeit mit US-Stars oder der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Und ich war einer der Ersten, die modernes Yoga nach Deutschland gebracht haben. Als Star würde ich mich deshalb aber nicht bezeichnen.

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Seit dieser Saison trainieren Sie den FC Augsburg. Wie kam es zu dem Engagement?

Broome: Der Verein wollte mit Yoga der Dreifachbelastung von Bundesliga, Pokal und Europa-League entgegenwirken. Das scheint – rein physiologisch – bisher zu funktionieren. Laut dem Betreuerstab ist die Regenerationsfähigkeit der Spieler besser als in der vergangenen Saison.

Trotzdem ist der FCA Bundesliga-Schlusslicht. Wie können Sie die Spieler momentan unterstützen?

Broome: Ich kann ihnen helfen, ruhig zu bleiben und sich weiter auf das zu fokussieren, was sie können.

Immer mehr Menschen machen Yoga. Befürchten Sie eine Kommerzialisierung der philosophischen Lehre?

Broome: Yoga ist in den letzten zehn Jahren zum Massenphänomen geworden, und das ist gut so. Aber wirklich kommerzialisieren kann man Yoga nicht. Ein paar Bekleidungsfirmen machen das große Geld damit. Die Lehrer, die ich kenne, können aber meist gerade so davon leben.

Yoga ist nach wie vor eine Frauendomäne. Woran liegt es, dass die Männer meist in der Unterzahl sind?

Broome: Lange Zeit haben männliche Rollenmodelle gefehlt. Viele verbinden Yoga immer noch mit der esoterischen Tante, die in einen Volkshochschulkurs geht. Wenn die Männer mittlerweile in die Studios schauen würden, hätten sie viele junge, attraktive Frauen vor sich.

Spricht sich das herum?

Broome: Der Männeranteil steigt in den vergangenen Jahren konstant. Mittlerweile liegt er etwa bei einem Drittel. Und sobald Männer einmal anfangen, sind die meisten sogar ausdauernder als Frauen.

Sie haben ein Projekt der Universität Augsburg eröffnet. Dabei wird der Einfluss von Yoga auf die betriebliche Gesundheitsvorsorge untersucht. Wie bewerten Sie die Studie?

Broome: Das ist wahnsinnig wichtig. Etwa 90 Prozent unserer Krankheiten kommen von Stress. Yoga ist das perfekte Instrument, um genau da anzusetzen. In der Gesundheitsprävention wird das noch ziemlich unterschätzt.

Ist auch eine Yoga-Pause im Büro denkbar?

Broome: Moderne US-Konzerne wie Google, Apple oder Twitter bieten Yoga bereits mehrfach am Tag an. Es wäre sinnvoll, das auch in deutschen Unternehmen zu etablieren.

Sie unterrichten auch Freitzeitsportler. Was bringt Yoga in diesem Bereich?

Broome: Jeder Hobbysportler kann dadurch seine Regenerationsfähigkeit verbessern. Das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden wird steigen.

Welche einfache Übung können Sie Anfängern empfehlen?

Broome: Eine bekannte Übung, die die gesamte Körperrückseite dehnt und kräftigt, ist der nach unten schauende Hund. Dabei steht man auf allen vieren und reckt den Po nach oben.

2014 gaben Sie der Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien Yoga-Unterricht. Fühlen Sie sich als Weltmeister?

Broome: Ich habe geholfen, dass andere Weltmeister werden konnten, und ich glaube, dazu habe ich einen Teil beigetragen. Aber Weltmeister sind für mich nur die Spieler.

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