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Leon Machère in Augsburg

26.03.2017

YouTube-Star sorgt für tumultartige Szenen am Königsplatz

Hunderte von Kindern und Jugendlichen versammelten sich vor dem Cityhotel "Ost am Kö" nur um einen Blick auf den Youtube Star Leon Machère zu ergattern.
Bild: Peter Fastl

Eine Menschentraube von bis zu 2000 zumeist jungen Menschen hat am Samstag im Augsburger Zentrum für Unruhe gesorgt. Auslöser der Euphorie war YouTube-Star Leon Machère.

Er lässt sich über Nacht bei Ikea einschließen, er steigt in eine Badewanne voller Brennnesseln – und er klopft auch mal einer Frau in der Öffentlichkeit mit einer Fliegenklatsche auf den Po, um zu sehen, wie die Passanten reagieren. All das filmt der Hamburger Leon Machère, 24, und stellt es im Internetportal Youtube ein. So hat er es zum Star mit über zwei Millionen Fans gebracht. Am Samstag hat er Augsburg in Aufregung versetzt. Am Königsplatz gab es chaotische Szenen, weil mehr als 1000 überwiegend junge Fans ihn sehen wollten. Die Polizei sucht jetzt auch nach Zeugen eines Vorfalls.

Der  Grund für den Zeugenaufruf: Ein Begleiter des Internet-Stars soll mit einen weißen Lieferwagen, in dem auch Leon Machère saß, quer über den Kö und durch das dortige Haltestellen-Dreieck gerast sein. Mit hohem Tempo. Er sei „äußerst verantwortungslos“ gefahren und habe dabei sowohl junge Fans wie auch andere Passanten gefährdet, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Wer in Gefahr geraten ist, soll sich jetzt bei den Beamten der Polizeiinspektion Augsburg-Mitte melden (Telefon: 0821/323-2110). Die Beamten nahmen Leon Machère und vier Begleiter nicht nur mit auf die Wache. Sie beschlagnahmten auch fast 400 DVDs, die er offenbar verkaufen wollte. Die dafür erforderliche Genehmigung habe er aber nicht gehabt, so die Begründung der Polizei. Über das Vorgehen der Augsburger Polizisten ist der Internet-Filmer offenbar so verärgert, dass er angeblich angekündigt hat, demnächst ein Video „gegen die Polizei“ zu veröffentlichen.

Leon Machère hatte in den sozialen Netzwerken angekündigt, am Samstag im Rahmen einer „Selfie-Tour“ die Stadt zu besuchen. Der Internet-Star sei in einem Hotel in der Nähe des Kö abgestiegen, lautete ein Gerücht. An einem Mobilfunkladen werde er seine Fans treffen, machte es weiter die Runde. Hunderte vor allem jugendliche Anhänger strömten deshalb in die Stadt und trafen sich am Kö. Vor dem Hotel und dem Mobilfunkladen sammelten sich Menschentrauben. Leon Machère stellte ein Video ins Netz, das er vom Fenster seines Hotelzimmers aufgenommen hat. Es zeigt ein große, kreischende Menge. Auch Jugendliche verständigen schließlich die Polizei, weil sie ein großes Chaos befürchteten.

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YouTuber Leon Machère in Augsburg

Die Polizei ist verärgert, dass der Youtube-Filmer, der auch als Sänger aktiv ist, seinen Auftritt den Behörden nicht angekündigt hat. So sei es nicht möglich gewesen, einen sicheren Ablauf zu gewährleisten, sagte ein Polizeisprecher. Besonders kritisch war die Situation offensichtlich, als Leon Machère mit mehreren Begleitern mit einem weißen Lieferwagen am Kö vorfuhr. Ein Handyvideo eines Fans zeigt, wie hunderte Jugendliche das Fahrzeug umringen. Sie versuchen, zu ihrem Star vorzudringen, der im Laderaum steht. Leon Machère schreit immer wieder: „Alle zurück, nicht drücken, hier sind kleine Kinder!“ Ein junger Fan ruft: „Oh mein Gott, ich kriege keine Luft mehr.“

Die Polizei spricht von einem Katz-und-Maus-Spiel. Nach dem Auftritt am Kö sei er in die Fußgängerzone gezogen. Schließlich gefunden wurde Leon Machère in einer Bierbar am Königplatz – von der Polizei. Die war Machère wie die Jugendlichen auf den Fersen. Als sie ihn antrafen, nahmen ihn die Beamten zusammen mit seinen Begleitern aufs Revier. Dort musste er mehrere Stunden bleiben. Deswegen verpasste er einen geplanten Auftritt in München, den er um 17 Uhr absolvieren wollte. Daraufhin soll er Beamte als „Scheißpolizei“ bezeichnet haben. Dafür, so ein Polizeisprecher, erhalte er nun eine Anzeige wegen Beleidigung in zwei Fällen. Einmal hatte wohl er die Schmähung direkt gegenüber den Beamten geäußert, einmal in den sozialen Netzwerken. Auch einer seiner Begleiter soll die Polizisten beleidigt haben. Ärger hat der Youtube-Star nicht nur mit der Polizei, auch das Ordnungsamt kann ein Bußgeld verhängen.

Der Besitzer des Hotels am Kö habe laut Polizei Angst ums Inventar gehabt, als Jugendliche gegen die Scheiben pochten, um Einlass zu erhalten. Der Menschenauflauf sorgte für erhebliche Irritationen bei Passanten. Die Polizei spricht von einer Ansammlung von über 1000 Menschen. Augenzeugen sprechen davon, dass es sogar bis zu 2000 gewesen sein könnten. Erst am Freitag hatte Leon Machère in Erfurt für Aufruhr gesorgt. Auch dort erschien er ohne Ankündigung. Bei einem Auftritt in Oldenburg flüchtete er schnell wieder, weil angesichts der vielen jungen Fans beinahe Chaos ausbrach.

Leon Machère, Youtube Star,
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YouTube-Star Leon Machère in Augsburg
Bild: Peter Fastl
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