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Augsburg

30.09.2019

Zahl der Unfälle steigt drastisch: Wo in Augsburg die meisten passieren

Ein Unfallschwerpunkt in Augsburg: die Achse Karlstraße/Leonhardsberg, speziell an der Kreuzung zum Stadtbad.
Bild: Annette Zoepf

Plus In Augsburg gibt es mehr schwere Karambolagen als früher. Nun ist klar, an welchen Stellen es am häufigsten kracht. Neben manchen Kreuzungen fällt eine Unterführung auf.

In Augsburg hat die Polizei im vergangenen Jahr 11.016 Verkehrsunfälle registriert – das ist eine Steigerung von 3,34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2009 entspricht das einer Zunahme von knapp 31 Prozent. Hintergrund dürfte die Zunahme an Verkehr sein. 1796 Menschen wurden dabei verletzt, vier getötet.

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Seit Kurzem ist auch öffentlich einsehbar, wo im Stadtgebiet es im vergangenen Jahr am häufigsten gekracht hat. Die Polizei erfasst bei jedem Unfall die genaue Lage. Das Bundesamt für Statistik hat die aktuellen Daten zu allen polizeilich registrierten Unfällen in einem Atlas im Internet veröffentlicht. In die Statistik flossen Unfälle ein, bei denen Menschen verletzt wurden – reine Blechschäden spielen keine Rolle. Betrachtet wurden jeweils Straßenabschnitte von 250 Metern. Hier die Übersicht:

Häufigste Unfallorte

Zahl der Unfälle steigt drastisch: Wo in Augsburg die meisten passieren

Am häufigsten krachte es auf der Achse Karlstraße/Leonhardsberg. Speziell an der Kreuzung am Stadtbad kam es im vergangenen Jahr zu Unfällen. Weitere Straßenzüge, in denen es relativ häufig krachte, waren Abschnitte der Friedberger Straße, die Wertachstraße sowie die Dieselstraße. Auch die Pferseer Unterführung mit zuführenden Straßen war im vergangenen Jahr auffällig.

Beim Großteil aller registrierten Unfälle im Stadtgebiet kamen die Beteiligten mit leichten Verletzungen davon. Zum Teil gibt es Schwerpunkte, die seit mehreren Jahren bestehen. In einigen Straßen schwanken Unfallzahlen aber auch, ohne dass sich etwas an der Verkehrsführung geändert hätte. Während es in der Hermanstraße 2017 15 Mal krachte, halbierte sich die Zahl vergangenes Jahr.

Autos

Unfälle mit Pkw-Beteiligung machen den Großteil der Unfälle aus. Betroffen sind vor allem Straßen, die viel Verkehr aufnehmen müssen, gleichzeitig aber in beengter Umgebung verlaufen. Bestes Beispiel ist die Karlstraße. Die B17, Schleifenstraße oder Haunstetter Straße als hochbelastete Straßen verzeichnen relativ wenig Unfälle.

Grund, sagt Gerhard Stern vom Polizeipräsidium, ist, dass der Verkehr auf der B17 relativ gleichförmig läuft und es inzwischen auch keine ebenerdigen Kreuzungen mehr gibt. Bei der Achse Karlstraße/Leonhardsberg gebe es hingegen relativ viele Kreuzungen mit abbiegenden Fahrzeugen. Zudem müssten sich dort verschiedene Verkehrsmittel den Platz teilen.

Radler

Im vergangenen Jahr gab es 801 Radler-Unfälle mit 702 Verletzten. Auch hier ist die Ost-West-Achse Karlstraße mit der Kreuzung am Graben eine relativ unfallträchtige Stelle. Zwischen Kleiner Grottenau und der Stadtbad-Kreuzung gab es im vergangenen Jahr acht Unfälle mit Radlerbeteiligung. Auch Jako-berstraße, Riedinger-/Dieselstraße, Maximilianstraße, Oberer Graben sowie die Pferseer Unterführung waren Schwerpunkte. Zwischen Wertach und der Riegele-Kurve krachte es im vergangenen Jahr 19 Mal, davon 17 Mal mit Fahrradfahrerbeteiligung.

In der beengten Unterführung selbst, wo Radler in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren dürfen (und meist schneller unterwegs sind), kamen mehrere Fahrradfahrer alleinbeteiligt zu Fall oder stießen mit Fußgängern zusammen. Zuletzt stürzte dort vergangene Woche ein über 80 Jahre alter Radler und zog sich Knochenbrüche zu. Die Polizei geht davon aus, dass er alleinbeteiligt vom Rad fiel.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub fordert angesichts der in diesem Abschnitt gestiegenen Unfallzahlen den Wegfall von einigen Parkplätzen in der Pferseer Straße und Tempo 30 in der Unterführung. Laut Baureferat fiel der Abschnitt in der Vergangenheit nicht als Unfallschwerpunkt auf. Darum sei an dieser Stelle Tempo 30 rechtlich kaum durchsetzbar.

Fußgänger

Im vergangenen Jahr kam es für Fußgänger zu einer Häufung von Unfällen in der Donauwörther Straße auf Höhe der Drentwettstraße in Oberhausen. Ansonsten ist die Innenstadt mit dem erhöhten Fußgängeraufkommen und der generell hohen Verkehrsdichte ein Schwerpunkt. 2018 gab es 179 Verkehrsunfälle mit Fußgängerbeteiligung. 140 Menschen wurden verletzt. Bei Fußgängern sinkt – im Gegensatz zu Autos und Radlern – das Unfallrisiko im Zehn-Jahres-Vergleich tendenziell.

Schlussfolgerungen

Städtische Verkehrsbehörden und die Polizei werten regelmäßig die Karten mit dem Unfallgeschehen aus, um Schwerpunkte herauszufinden. Bei der nächsten Sitzung wird etwa auch die Pferseer Unterführung eine Rolle spielen, so die Stadt.

Allerdings spielt grundsätzlich nicht nur die Zahl der Unfälle eine Rolle, sondern auch der Schweregrad der Verletzten und die Art der beteiligten Verkehrsteilnehmer. Bei erkannten Unfallschwerpunkten, so die Polizei, mache man sich Gedanken über deren Entschärfung.

Als es beispielsweise an der Einmündung Bgm.-Wegele-Straße/Mühlhauser Straße (nahe AZ-Hochhaus) verstärkt zu Unfällen aufgrund von Spurwechsel kam, wurde die Markierung auf der Straße geändert.

Lesen Sie auch: Die Radfahrerin, die einen Lkw-Unfall überlebte

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Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

01.10.2019

Zu Herrn Peter P.
Das innerhalb der Teilmenge "KZF" eine Homogenität besteht ist wohl richtig.
Aber auch Radfahrer und Fußgänger sind Verkehrsteilnehmer. Zwischen allen Verkehrsteilnehmern ist dann die Geschwindigkeitsdifferenz sehr hoch. Ob ein KFZ dann 50 km/h oder wie oft üblich 70 km/h innerorts fährt, entscheidet dann oft über Leben oder Tod der schwächeren Verkehrsteilnehmer.
Das doch manche Radfahrer sehr rücksichtslos fahren und damit Fußgänger gefährden ist ein eigener Punkt.
Aber klar ist:
Autofahrer gefährden Radfahrer und Fußgänger in Sachen Leben und Gesundheit.
Radfahrer und Fußgänger gefährden wohl kaum das Leben und Gesundheit von Autofahrern.

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01.10.2019

Haben Sie eigentlich den Artikel gelesen?

>> In der beengten Unterführung selbst, wo Radler in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren dürfen (und meist schneller unterwegs sind), kamen mehrere Fahrradfahrer alleinbeteiligt zu Fall oder stießen mit Fußgängern zusammen. <<

Wir brauchen da keine Relativierung - die Situation ist wie sie ist.

Warum stürzen hier Radler gehäuft "alleinbeteiligt"? Traut man sich nicht zu sagen, dass man ein irres Tempo drauf hatte und die starke Nähe oder gar leichte Berührung zu Fußgängern mit Unfallursache war?

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30.09.2019

Radfahrer:
"In der beengten Unterführung selbst, wo Radler in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren dürfen (und meist schneller unterwegs sind)..."
Stimmte. Aber komischerweise hat Herr Krog vergessen zu schreiben das Autofahren auch meist schneller als erlaubt unterwegs sind. Böse schnelle Radfahrer. Gute schnelle Autofahrer.

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01.10.2019

Natürlich ist die Einhaltung von Regeln zu überwachen.

Den entscheidenden Punkt erkennen Sie nicht - der Verkehr auf der Straße ist trotz leichter Geschwindigkeitsübertretungen von 20% insgesamt homogen. Der Gefahrenpunkt ist hier va ein verlängerter Bremsweg. Auf dem Fußweg ist jedoch ein Radfahrer der das Tempo um 300% überschreitet für einen völlig inhomogenen und damit objektiv erheblich unsicheren Verkehr verantwortlich.

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30.09.2019

Wenn man die schlangenförmige Verkehrsführung in der Karlstraße bedenkt, braucht man sich nicht wundern, wenn's da öfters kracht. Dann ab der Kreuzung Ludwigstraße in Richtung Theater mit der Rechtsabbiegespur kommt es immer wieder zu unfallträchtigen Situationen durch Spurwechsel. Warum kann man am Oberen Graben, von der Citygalerie kommend, keine Fahrbahnmarkierung vor dem Kreuzungsbereich Leonhardsberg anbringen? Das würde enorm helfen und wäre ein Beitrag zur Unfallverminderung.
Auch auf der Bgm. Ackermannstraße / Rosenaustraße, Linksabbieger in die Schlettererstrasse ist so ein Unfallschwerpunkt. Ab Rosenaustrasse wirds da eh einspurig, warum kann man da nicht eine Linksabbiegespur zur Schlettererst. markieren? das wäre alles ohne großen Aufwand machbar und sehr hilfreich, gerade auch für auswärtige Fahrer.

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30.09.2019

Stimmt zu 100%.

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30.09.2019

>> Laut Baureferat fiel der Abschnitt in der Vergangenheit nicht als Unfallschwerpunkt auf. Darum sei an dieser Stelle Tempo 30 rechtlich kaum durchsetzbar. <<

Völliger Unsinn - es braucht keinen Unfallschwerpunkt zur Anordnung von Tempo 30!

Im Tunnel ist mehr Lärm- und Emissionsschutz für den von Fußgängern und Radfahrern stark frequentierten Tunnel durchaus möglich.

Fragen Sie den Baureferenten mal, warum das in Freiburg auf einer Bundesstraße!! geht:

https://www.baden.fm/nachrichten/b31-freiburg-ganztags-tempo-30-309261/

Fragen Sie den Autoburger Baureferenten besser nicht und lesen Sie hier nach:

https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrssicherheit/Tempo_30/Tempo30_Soforthilfe-Papier_09_2018.pdf

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30.09.2019

>> Im vergangenen Jahr gab es 801 Radler-Unfälle mit 702 Verletzten. Auch hier ist die Ost-West-Achse Karlstraße mit der Kreuzung am Graben eine relativ unfallträchtige Stelle. <<

Ist das die neue großartige Ost-West Radachse die den verfehlten Weg zur Fahrradstadt 2020 kaschieren sollte?

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30.09.2019

Am schlimmsten finde ich die Straße Oberer Graben Leonhardsberg von der City Galerie kommend, da fährt man zweispurig ohne Makierung, manche fahren in der Mitte plus Fahrradfahrer Chaos pur. In der Gegenrichtung wurde die Straße saniert und eine einheitlich Verkehrsführung eingeführt mit Linksabiegerspur. Perfekt! Warum macht man das in der Gegenrichtung nicht?

In der Pferseerunterführung fehlt ein Radtunnel, als Radler musst du wählen bedrohe ich Fußgänger oder werde ich vom Bus/ Auto überrollt. Da hat man bei den Bahnhofsplanungen geschlafen, ein Radtunnel hätte mitgeplant werden müssen. 30 uf der Strecke wäre sinnvoll, die Aussage des autofreundlichen Baureferent finde ich frech, aber nächstes Jahr sind ja Wahlen ;-)

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30.09.2019

Der Baureferent ist inzwischen der beste Wahlkämpfer der Grünen in Augsburg.

Die Augsburger CSU ist nach guten Jahren verkehrspolitisch in die 60er Jahre zurückgefallen.

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