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Tag des Maiskolbens

12.06.2019

Zehn Fakten zum Augsburger Hotelturm, die Sie kennen sollten

Der Augsburger Hotelturm wird liebevoll "Maiskolben" genannt. Anlässlich des "Tag des Maiskolbens" haben wir zehn Fakten zu Augsburgs höchstem Gebäude herausgesucht, die Sie vermutlich noch nicht kannten.
Bild: Ulrich Wagner

Gestern war "Tag des Maiskolbens". Echte Augsburger denken da natürlich nicht an das gelbe Getreide, sondern an eines der auffälligsten Gebäude der Stadt.

"Gönn-dir-was-Tag", "Schokoladeneistag" oder "Selfie-Tag": Es gibt immer mehr verrückte Gedenk- und Aktionstage, die sich vor allem über die sozialen Netzwerke verbreiten. Manche mit ernstem Hintergrund, wie der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember, aber auch lustige, die meist von Briten und Amerikanern ins Leben gerufen wurden. Jedes Jahr am 11. Juni  ist einer davon: der "Tag des Maiskolbens". Gestern feierten die USA den "National Corn on the Cob Day". Während in Amerika verschiedene Food-Festivals rund um die süße Beilage gefeiert werden, denken echte Augsburger bei Maiskolben natürlich erstmal an ein Gebäude.

Anlässlich des "Tag des Maiskolbens" liefern wir zehn Fakten zu einem von Augsburgs auffälligsten Gebäuden.

1. Der Hotelturm ist das höchste Gebäude der Stadt

Per Helikopter wurde die Antenne des Hotelturms aufgestockt und ließ ihn im Oktober 2017 um 9 Meter wachsen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Wo wir schon beim ersten Fakt wären: Der Augsburger Hotelturm ist das höchste Gebäude der Stadt. Er ist 115 Meter hoch, mit Antenne 158 Meter, und hat 35 Stockwerke. Der Hotelturm ist außerdem eines der zehn höchsten Gebäude in Bayern. Im September 2017 wuchs der Hotelturm um weitere 9 Meter an, als der Antennenmast erweitert wurde.

2. Der Turm wurde für die Olympischen Sommerspiele gebaut

Der Turm wurde 1971/1972 vom Unternehmer Otto Schnitzenbaumer gebaut, für die Gäste, die zu den Olympischen Sommerspielen in München anreisten. Die Baukosten für den außergewöhnlichen Turm betrugen damals knapp 40 Millionen D-Mark.

Der Bau begann 1971. Hier ist nur die untere Hälfte zu sehen. Nach elf Monaten war der Turm schon fertig. Pünktlich zu Beginn der Olympischen Spiele in München.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

3. Vorbild für den Hotelturm waren Gebäude aus Chiacgo

Als Vorlage dienten dem Hotelturm die Zwillingstürmen der Marina City in Chicago. Sie sind 179 Meter hoch, haben jeweils 60 Stockwerke und wurden 1964 fertiggestellt. Auch sie werden „corn cobs“, also Maiskolben, genannt.

Die Türme der Marina-City in Chicago war das Vorbild beim Bau des Augsburger Hotelturms.
Bild: Philipp Posch (Archiv)

4. Der Hotelturm hatte schon viele Besitzer

Der Turm hat in seiner 45-jährigen Geschichte häufig die Besitzer gewechselt: Das Hotel pachtete zunächst die internationale Kette Holiday Inn. Das Gebäude galt damals als das höchste Holiday Inn der Welt und als höchstes Turmhotel Europas. Später war das Hotel unter anderem noch Teil von Toga Hotels oder First National Holding Venezuela. Aktuell gehört das Dorint Hotel dem Berliner Unternehmen „Hotels by HR“.

5. Augsburger Hotelturm besteht aus drei Bereichen

Der Turm besteht aus drei Bereichen: Hotel, Wohnungen und Klassik Radio. Der 1.-11. Stock gehören zum Hotel. Im 12.-33. Stock sind Wohnungen. Die 34. Etage gehört nochmal dem Hotel, die 35. Klassik Radio. Die drei Bereiche haben jeweils einen separaten Eingangsbereich.

Das ist das Foyer für die Appartements im Augsburger Hotelturm.
Bild: Bernd Hohlen

6. Im Aufzug fehlt der 18. Stock

In den beiden Aufzügen zu den Appartements fehlt der 18. Stock. Dort sind Versorgungsmaschinen untergebracht, die für Bewohner nicht zugänglich sind, sondern nur für den Techniker.

7. Nicht überall hat der Hotelturm Balkone

Im obersten 35. Stock gibt es keine Balkone, sondern nur Glasfronten. Dort ist Klassik Radio untergebracht.

Bild: Bernd Hohlen

8. Augsburgs spektakulärste Toilette liegt im 35. Stock

Ebenfalls im 35. Stockwerk findet man Augsburgs spektakulärste Toiletten. Zumindest für den Herrn. Direkt vor einer Glasfront kann sich Mann in eines der Pissoirs erleichtern. Dabei genießt er einen fantastischen Blick auf die Stadt.

Im 35. Stockwerk des Hotelturms hat man wohl die beste Toiletten-Aussicht in Augsburg.
Bild: Silvio Wyszengrad

9. Manche Bewohner haben einen halben Balkon

Noch etwas Kurioses: Manche Wohnungen werden mit eineinhalb Balkonen vermietet. Richtig, eineinhalb. In den meisten Stockwerken gibt es 15 Wohneinheiten, aber 18 Balkone mit jeweils sieben Quadratmetern. Da fällt für manch größere Wohnung etwas mehr Freifläche ab. Ein zweiter oder bei noch größeren Appartements auch dritter Balkon wird mit dem Nachbarn geteilt. Ein Gitter trennt in der Mitte den Balkon fair in zwei gleich große Hälften. Alle Balkone liegen nahe beieinander. Trotzdem sitzen sich die Nachbarn nicht auf der Pelle. Durch die Architektur sind die Balkone leicht gebogen. Auch das schafft etwas räumliche Distanz.

Auf unterschiedlichste Weise nutzen die Bewohner ihre Balkone. In der dritten Balkonspalte von links lässt sich erkennen, wieso einige Wohnungen eineinhalb Balkone vermieten.
Bild: Ulrich Wagner

10. Ein Verbrechen im Hotelturm

Im November 1973 war der "Maiskolben" Tatort eines echten Kriminalverbrechens. Zwei Entführer hielten die Wienerwald-Erbin Evelyn Jahn gefangen. Für 450 Mark mieteten die Kriminellen Appartement Nummer 1709 im 17. Stock. Heute müssten sie dafür wohl mehr als das Doppelte hinlegen. Über den Lastenaufzug brachten die Täter die 22-Jährige mitternachts nach oben. Die Erpresser forderten drei Millionen Mark Lösegeld. Ihr Opfer behandelten sie höflich. Die junge Frau durfte im Fernsehen die Hochzeit der britischen Prinzessin Anne und Mark Philipps anschauen. Aus einer Wienerwald-Filiale ihres Papas besorgten die Entführer Brathähnchen. Letztendlich scheiterten die Erpresser bei der Lösegeldübergabe an der eigenen Dämlichkeit: Sie vergaßen, das Kennzeichen ihres Autos abzudecken. (AZ)

Hotelturm_1.jpg
25 Bilder
Bilder zeigen: So lebt es sich im Augsburger Hotelturm
Bild: Bernd Hohlen, Silvio Wyszengrad, Fred Schöllhorn, Michael Eichhammer

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11.06.2019

Der Hotelturm ist ein echtes Wahrzeichen für Augsburg als Großstadt.
Eine „City“ ohne markante „Skyline“, also ohne einen „Wolkenkratzer“ wäre dieser Status wohl nicht ganz gerecht.
Vielleicht wird die Stadt Augsburg in den nächsten Jahrzehnten ja sogar um einen weiteres Hochhaus bereichert?

Interessante Notation: wenn der Chinese etwas nachbaut ist es eine Kopie/Fälschung.
Wenn wir ein Gebäude fast 1:1 nachbauen, dann spricht man vom „Vorbild“.

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