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Augsburg

08.12.2018

Zehn Stadträte fordern den Neubau der FOS

Das Schulzentrum am Alten Postweg ist ein Sanierungsfall. Der Stadtrat will eine Sanierung, einzelne Räte fordern einen Neubau.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Pro Augsburg und die Ausschussgemeinschaft sind weiter gegen die beschlossene Sanierung des Schulzentrums am Alten Postweg. Sie legen einen eigenen Plan vor.

Mit acht Gegenstimmen wurde in der jüngsten Stadtratssitzung die Generalsanierung des Schulzentrums mit Fachoberschule, Berufsoberschule und Reischlescher Wirtschaftsschule beschlossen. Kosten: mindestens 88 Millionen Euro. Ein möglicher Neubau, die Stadt geht von Kosten von rund 109 Millionen Euro aus – war damit vom Tisch. Bereits im Hochbauausschuss hatte Baureferent Gerd Merkle (CSU) erläutert, warum ein Neubau auf dem Gelände am Alten Postweg nicht sinnvoll sei. So sei ein Unterrichtsbetrieb bei laufender Baustelle aufgrund von Lärm kaum möglich. Ein Neubau müsste um das Bestandsgebäude herumgebaut werden und hätte lange Gänge, was im Schulalltag unpraktisch sei. Ein Alternativgrundstück mit Straßenbahnanschluss gebe es auch nicht.

Nun regt sich Widerstand gegen den Ende November gefassten Stadtratsbeschluss. Laut Beschlussvorlage würde bei einer Totalentkernung und anschließendem Wiederaufbau nur 90 Prozent des schon heute eigentlich benötigten Raumbedarfes gedeckt werden. „Die Entscheidung führt also nicht wirklich zu einer Verbesserung der derzeitigen Situation im Schulzentrum“, schreiben die Stadtratsmitglieder von Pro Augsburg und der Ausschussgemeinschaft (Freie Wähler, ÖDP, Polit-WG, und Linke) in einer gemeinsamen Erklärung. Sie lehnen das geplante Vorgehen ab und haben einen Antrag an Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) gestellt. Demnach soll die Schule neu gebaut werden. In dem Antrag werden auch bereits konkrete Vorstellungen geäußert, wie das ablaufen soll: Auf dem Parkplatz soll nach ihren Vorstellungen der erste Teil des Schulneubaus mit Tiefgarage entstehen und nicht der Container-Interimsklassenzimmertrakt aufgestellt werden. Für die weiteren Neubauten soll ein Ablaufplan für Teilabriss von Gebäuden mit Ersatzneubauten vorgelegt werden. Das alles soll in Absprache mit der Schulleitung der Fachober- und Berufsoberschule sowie der Reischleschen Wirtschaftsschule erfolgen.

Regierung von Schwaben muss dem Vorhaben zustimmen

ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger hatte bereits während der Sitzung eine Alternative vorgeschlagen – eine Kombination aus Neubau und Sanierung. Er kritisiert, dass damals Merkle angeführt hätte, dass jegliche Bautätigkeit außerhalb des bestehenden Baukörpers eine Änderung des Bebauungsplans zur Folge hätte, was das Projekt um mindestens eineinhalb Jahre verzögere. Im späteren Verlauf der Sitzung stellte, sich jedoch heraus, dass es auf dem betroffenen Gelände überhaupt keinen Bebauungsplan gebe. Pettinger: „Wie kann sich Herr Merkle in der Sitzung hinstellen und behaupten, es wären alle alternativen Vorgehensweisen durchleuchtet worden und das vorgelegte Konzept sei als einziges umsetzbar, wenn er nicht einmal zur Kenntnis genommen hat, dass auf dem Gelände kein Bebauungsplan besteht.“ Pettinger bezweifelt so, dass ein Neubau auf dem Gelände vonseiten der Stadt ernsthaft durchdacht worden sei.

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Derzeit gilt jedoch der Stadtratsbeschluss. Im nächsten Schritt muss die Genehmigungsbehörde, die Regierung von Schwaben, dem Vorhaben zustimmen. Ein Augenmerk dürfte bei der Regierung vor allem auch auf den wahrscheinlichen Kosten liegen. Denn nach den Förderrichtlinien des Freistaats darf eine Sanierung nicht teurer sein, als ein Neubau.

Bereits im vergangenen Jahr habe die Stadt Augsburg bei der Regierung von Schwaben einen vorläufigen Antrag zur Sanierung der Staatlichen Fachober- und Berufsoberschule Augsburg sowie der Reischleschen Wirtschaftsschule gestellt. „Bei einer im November 2017 stattgefundenen Besprechung zwischen Vertretern der Stadt und der Regierung von Schwaben ist man so verblieben, dass die Stadt prüfen wolle, ob eine Sanierung oder ein Ersatzneubau erfolgen soll“, sagt Birgit Linke von der Regierung.

In der Folge hätten weitere Gespräche zwischen der Stadt und der Regierung stattgefunden. Nach dem Stadtratsbeschluss werde die Regierung nun zeitnah mit der Stadt Abstimmungsgespräche durchführen, in denen es um die konkreten Planungen gehe. Birgit Linke: „Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ohne Kenntnis der näheren Umstände ist nicht möglich.“

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