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27.04.2015

Ziemlich britisch

Das Vokalensemble im Rokokosaal

Es hat etwas Besonderes auf sich mit der englischen Musik. Das hat das Konzert des Augsburger Vokalensembles im ausverkauften Rokokosaal gezeigt. In den Stücken klangen kontinentaleuropäische Vorbilder wie Brahms, Strauss, Schubert an, aber die unverwechselbaren Synkopen und Harmonien der englischen Musik waren deutlich zu hören, etwa in Arthur Sullivans spätromantischem Lied „The long Day closes“.

Britische Vokalmusik aus vier Jahrhunderten bildete, von zwei Ausnahmen abgesehen, das Programm des Augsburger Vokalensembles, doch von Monotonie war keine Spur. Abwechslungsreich war das Repertoire, obwohl es „very British“ vom Scheitel bis zur Oxford-Sohle war. Der Renaissance-Meister Thomas Morley machte den Anfang, fröhlich schwingend ebnete er den Weg zu Englands melancholischem Vorzeige-Barden John Dowland. Sein Lautenlied „Come again“, das anspruchsvolle Madrigal „Come, heavy sleep“ und der kunstvolle Marketender-Chanson „Fine knacks for Ladies“ berührten auch in der Chorfassung, die weniger beweglich, dafür aber dynamisch reichhaltig klang. Chorleiter Alfons Brandl hatte an passender Stelle wirkungsvolle Lautstärkefacetten einstudiert. Auch die Aussprache des Chores beeindruckte.

Nach John Bennets fließendem „Weep, o mine Eyes“ kam Purcells barockes „If music be the food of love“, Titelsong des Abends. Nach der ersten, rein vokalen Hälfte begleitete Pianistin Liane Christian am Klavier ihre Kollegen mit Bravour – zuerst Alfons Brandl, der in vier impressionistischen Liedern von Charles H. H. Parry mit lyrischem Tenorgesang glänzte. Zuletzt kamen die Ausnahmen: Durchaus britisch klang der estnische Komponist Vytautas Miskinis. Sehnsüchtig beendete das schottische Traditional „Loch Lomond“ das zweistündige Konzert, das begeisterte.

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