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09.07.2010

Zigarettenschieber betrügen Staat um Millionen

Um einen Zigarettenschmuggel mit Millionenschaden für die Staatskasse geht es in der nächsten Woche am Augsburger Landgericht. Angeklagt sind zwei Männer und eine Frau, die von den Ermittlern als Köpfe einer gewieften Schmugglerbande eingestuft werden. Die Bande soll bis zu sieben Millionen Zigaretten am Zoll vorbei geschleust haben. Dem Staat entgingen so Steuereinnahmen von rund einer Million Euro.

Im Oktober vergangenen Jahres haben Zoll und Staatsanwaltschaft die Bande auffliegen lassen. Zuvor hatten die Ermittler wochenlang die Telefone der Schmuggler angezapft und fleißig mitgehört. Die Verdächtigen sprachen zwar nur von "Tomaten" oder von "Auberginen", die Fahnder wussten aber, dass damit Zigaretten gemeint waren. Allein im Jahr 2009 sollen die Bandenmitglieder über 7500 Stangen Zigaretten aus der Ukraine und Serbien zunächst nach Rumänien und von dort aus nach Deutschland gebracht haben. Versteckt in Lastwagen und getarnt als Gemüse.

Vor Gericht steht jetzt ein Rumäne (38), der als einer der Hauptorganisatoren für den Schmuggel verantwortlich gewesen sein soll. Mitangeklagt ist ein deutsch-rumänisches Ehepaar aus dem Raum Augsburg, das in der Region als Zwischenhändler fungiert haben soll. Das Paar soll Bestellungen aufgenommen und die Zigaretten danach auch an die Abnehmer verteilt haben.

Die Ermittlungen in dem Fall wurden international geführt, auch das Bundeskriminalamt und die rumänische Polizei waren daran beteiligt. Nur so sei es gelungen, Immobilien und Konten der mutmaßlichen Haupttäter zu beschlagnahmen, sagt Matthias Nickolai, der Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft. Gegen weitere Bandenmitglieder und zwei Großabnehmer wurden inzwischen ebenfalls Anklagen erhoben. Ein Lastwagenfahrer ist bereits im April vom Amtsgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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