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Augsburg

08.01.2019

Zirkus-Mitarbeiter prügeln sich mit der Polizei

Mitarbeiter des Weihnachtszirkusses in Augsburg sollen auf Polizisten losgegangen sein.
Bild: Gentsch/Illustration, dpa

Wegen einer Kontrolle gehen offenbar mehrere Zirkusleute in Augsburg auf zwei Polizisten los. Warum lagen die Nerven so blank?

Das Gastspiel des „Moskauer Weihnachtscircus“ in Augsburg ist vorbei, als es zu dem Zwischenfall kommt. Die letzte Vorstellung ist wenige Stunden zuvor zu Ende gegangen, der Abbau läuft.

Doch bei mehreren Mitarbeitern des Zirkusses scheinen die Nerven in der Nacht zum Montag ziemlich blank zu liegen. Weil ein Mitarbeiter, der mit einem Auto fährt, wegen eines nicht angelegten Sicherheitsgurtes von einer Polizeistreife kontrolliert wird, prügeln sich offenbar mehrere Zirkusleute mit den Beamten.

Wegen Kontrolle: Zirkusleute gehen auf Polizisten in Augsburg los

Die Polizeistreife entdeckte den nicht angeschnallten 21-Jährigen um kurz nach Mitternacht in der Riedingerstraße und wollte ihn deshalb routinemäßig kontrollieren. Wie die Polizei meldet, fuhr der Mann auf das Riedinger-Park-Areal und hielt dort „an seiner momentanen Arbeitsstelle“ an. Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich dabei um den „Moskauer Weihnachtscircus“, der dort bis zum Sonntag aufgetreten ist.

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Schon zu Beginn der Kontrolle seien etwa zehn Bekannte und Arbeitskollegen des Mannes hinzugekommen, sagt Polizeisprecherin Sabine Braunmiller. Sie hätten sich mit dem Mann solidarisiert und ihren Unmut über die Kontrolle kundgetan.

Im Lauf des Streitgespräches hätten dann mehrere Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren die Beamten unvermittelt mit Faustschlägen angegriffen und eine Eisenstange in ihre Richtung geworfen. Als ein Polizist wegen der Schläge gestürzt sei, hätten mehrere Männer auf den Beamten eingetreten, so die Angaben der Polizei.

Erst mit Hilfe mehrerer Streifen gelingt es, die Lage zu beruhigen

Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Erst mithilfe weiterer Unterstützungsstreifen sei es den Einsatzkräften gelungen, die Lage zu beruhigen. Die Männer zeigten sich den Angaben zufolge aber weiter aggressiv und störten die Polizeiarbeit massiv. Ein Mann flüchtete vor dem Eintreffen der Unterstützungskräfte, wurde aber in einem Hinterhof aufgegriffen. „Der renitente 32-jährige Mann musste zur Unterbindung weiterer Sicherheitsstörungen in den Polizeiarrest gebracht werden“, so Polizeisprecherin Sabine Braunmiller.

Die beiden angegriffenen Polizisten erlitten leichte Verletzungen und mussten in Krankenhäusern ambulant behandelt werden. Auch drei Beschuldigte seien leicht verletzt und zur Behandlung ins Klinikum gebracht worden, heißt es. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen müssen sich vier Männer unter anderem wegen des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Von dem Zirkus war am Montag zunächst noch keine Stellungnahme zu bekommen. Die Familie des Zirkuschefs hat einen Schicksalschlag zu verkraften. Direktor Nando Frank hat am Sonntagabend kurz nach der letzten Vorstellung und noch vor dem Zwischenfall mit der Polizei einen Schlaganfall erlitten. Er liegt deshalb im Krankenhaus.

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.01.2019

Sofortiger Auftrittsverbot in ganz D und mit Wieder-Einreisevorbot.
Leider wissen wir ja schon was ein Einreiseverbot wert ist !!!!

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08.01.2019

Leider geht bei uns nach und nach die Ordnung verloren. Diese agressiven Menschen gehören alle erst einmal eingesperrt und nicht wie hier beschrieben: „Der renitente 32-jährige Mann musste zur Unterbindung weiterer Sicherheitsstörungen in den Polizeiarrest gebracht werden“. Daraus folgt wohl, dass alle wieder auf freiem Fuss sind. Genau hier liegt auch ein Problem, denn die meisten der agressiven Mitmenschen wissen ja, dass ihnen nicht viel passiert.

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08.01.2019

... und die Polizei darf und kann sich nicht adäquat dagegen wehren - ja wo leben wir denn eigentlich? Beim Eisenstangen-Werfer wäre diese Aktion, mit diesem Arm, (bei mir) in nächster Zeit die letzte gewesen, ähnlich wäre es den Nachtretern ergangen.
Vielleicht suchten die Leute für den Rest des Winters eine warme Unterkunft, auch wenn es im Knast ist und dieses war eine willkommene Möglichkeit dorthin zu gelangen.

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