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20.02.2008

Zu Gast in den Wohnzimmern der Bürger

Ihr Dienstfahrzeug kommt ohne Motor aus, hat hinten und vorne einen Metallkorb und begleitet sie Sommer wie Winter zu fast allen Terminen. Eva Leipprand, OB-Kandidatin der Grünen, fährt Fahrrad, so oft es geht. Und wenn es nicht geht, dann geht sie eben selbst. "Ich bin 60 aber immer noch ein Sprinter. Ich habe einen außerordentlichen Bewegungsdrang. Deshalb leide ich manchmal unter der Schreibtischarbeit und den vielen Sitzungen."

Um die kommt sie als Kulturreferentin und dritte Bürgermeisterin freilich nicht herum. Und jetzt, in der heißen Phase des Wahlkampfs, kommen weitere Sitzungen hinzu. Außergewöhnliche allerdings, denn Eva Leipprand hält nichts von Kugelschreiber-Verteilaktionen auf der Straße. "Da bleibt keine Zeit für sachliche Auseinandersetzungen." Stattdessen lässt sich die Kandidatin in die privaten Wohnzimmer der Augsburger einladen. Unter dem Motto "Grüner Salon" plauscht sie in kleinem Kreis über große Visionen. "Das mag amerikanischer Wahlkampfstil sein, aber er entspricht mir, weil ich in diesem Rahmen Zeit habe, intensiv mit den Menschen zu diskutieren."

Die Kulturpolitik nimmt in den Debatten eine wesentliche Rolle ein. Leipprand sagt von sich, sie habe die Kulturschaffenden wieder an einen Tisch und zahlreiche Projekte vorangebracht. Die (Wieder-)Eröffnung von sechs Museen fällt in ihre Amtszeit als Referentin, ebenso der Startschuss fürs Textilmuseum und der Versuch, Augsburg als Friedensstadt zu positionieren.

Das Thema Pax hat der Referentin neben Lob auch einiges an Kritik eingebracht. Ein Grund, warum sie nach knapp zwölf Jahren im Stadtrat, davon sechs Jahre als Referentin, sagt: "Ich habe in der Politik einiges gelernt. Lernen müssen."

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Eigentlich kommt Eva Leipprand ja von der "anderen" Seite. Acht Jahre lang war sie Vorsitzende des Forums Augsburg lebenswert, eines Dachverbands von Bürgerinitiativen und Umweltgruppen. Sie kämpfte in der ersten Reihe gegen Waltergarage und Schleifenstraße und stand an vorderster Front der Befürworter einer neuen Stadtbücherei. Manches dieser Themen holte sie später als Stadträtin und Referentin wieder ein. Ehemaligen Mitstreitern musste sie plötzlich erklären, dass manches eben doch nicht so schnell geht, wie man es sich als "normaler" Bürger wünscht. So etwas ist schwer für einen Menschen, der sich selbst als "ungeduldig" beschreibt, "wenn die Dinge nicht so schnell und gut vorangehen, wie ich mir das vorstelle".

Eva Leipprand tritt zum zweiten Mal als OB-Kandidatin der Grünen an. Ihre größte Motivation: "Ich möchte Dinge, die ich in meiner Amtszeit angestoßen habe, zu Ende bringen." Und: Als Zugezogene möchte sie "ihr" Augsburg weiter voranbringen, neue Ideen umsetzen. "Ich möchte nicht, dass alles zerredet wird, dass diese Stadt ständig auf der Stelle tritt."

Sechs Jahre lang hat sie nach eigener Aussage gegen Stillstand gekämpft. Auch gegen Widerstände. "Ich hätte es mir im Bürostuhl bequem machen können wie so mancher meiner Vorgänger", sagt sie. Doch das ist eben nicht Eva Leipprands Art.

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