Ende des Jahres soll die Welt untergehen – mal wieder. Ob nun ein enormer Asteroid auf die Erde stürzt, eine riesige Flutwelle die Menschheit auslöscht oder doch Aliens aus einer fernen Galaxie angreifen: Theorien über den Weltuntergang gibt es viele. Bücher und Filme, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, sogar noch einige mehr. Viele Augsburger sind aber schon jetzt genervt von der Endzeitstimmung.
Auf dem Buchmarkt hat sich die Apokalypse schon lange etabliert. „Wir verkaufen Publikationen zum Weltuntergang 2012 schon seit fünf Jahren sehr erfolgreich. Seit Kurzem ist die Nachfrage allerdings nicht mehr so groß“, sagt Eva-Maria Meyer von der Buchhandlung Pustet in Augsburg. Und das Angebot ist riesig: Von Ratgebern, wie man sich am besten auf die Apokalypse vorbereitet, bis hin zur letzten lustigen Lektüre, die man vor dem Niedergang der Welt unbedingt noch lesen sollte. Buchhändlerin Eva-Maria Meyer vermutet aber, wer an das Ende der Zeit glaubt, hat mittlerweile schon alles gelesen, was es zu dem Thema gibt.
Auch das Interesse an apokalyptischen Filmen hält sich, trotz näher rückendem Weltende, in Grenzen. Im Kinoprogramm findet sich keine einzige vergleichbare Produktion und auch in den Videotheken bleibt der Hype um Endzeitfilme wie „2012“, „The day after tomorrow“ oder „Armageddon“ aus. „Das Interesse an diesen Filmen ist seit Jahren da, aber sie sind jetzt nicht gefragter als zuvor“, sagt Peter Buchsteiner von der Videothek Maxstraße. Da der Weltuntergang in allen Medien so präsent ist, stellt er sich die Frage, ob die Menschen überhaupt noch Angst vor dem Tag X haben oder ob sie viel mehr gelangweilt von dem Ganzen sind.
Viele Leute winken ab, wenn sie das Wort Weltuntergang hören. „Vollkommener Blödsinn! Dann wäre die Erde schon so oft zugrunde gegangen“, erklärt Claudia Fischer. Auch Ben Guthmann sieht das so. Die Theorien, dass die Welt plötzlich in Flammen aufgeht oder nicht mehr existiert, kann er nicht glauben. „Es nervt mich tierisch, dass dieses Thema die Medien so beherrscht“, stellt der 23-Jährige fest.
Glaubt man allerdings den Berechnungen der Mayas, dann steht am 21. Dezember das Ende der Welt bevor. Wissenschaftler wie Martin Kaufhold, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Augsburg, fragen sich, wie man auf eine Vorhersage von einem Volk vertrauen kann, das nicht einmal seine eigene Zukunft voraussehen konnte. Ganz unrecht hat der Historiker mit dieser Aussage wohl nicht, bedenkt man, dass die Hochkultur der Mayas durch Kriege und Seuchen ein eher unschönes Ende nahm. „Außerdem stand die Welt schon so manches Mal vor dem Aus. Bereits im Jahre 1000 nach Christus befürchteten die Menschen, das Ende der Welt sei gekommen“, weiß Professor Kaufhold . Weitere tausend Jahre später sagten die Zeugen Jehovas die Apokalypse voraus. Bewahrheitet hat sich keine dieser Befürchtungen, die Welt dreht sich auch heute noch.
„Phasen des Umbruchs haben immer etwas Beunruhigendes“
„In unserer christlichen Tradition sind wir immer mit dem Ende der Zeit, dem Jüngsten Tag, konfrontiert. Davon ist ja schon in der Bibel die Rede“, erklärt der Wissenschaftler. „Solche Phasen des Umbruchs haben immer etwas Beunruhigendes.“ Wie ernst man die Berechnungen der Mayas nun aber nimmt oder ob man das Ganze als Unfug abstempelt, ist jedem selbst überlassen. Cornelia Tegel zumindest trotzt allen Weltuntergangstheorien und plant schon ihre Weihnachtsgeschenke – obwohl zum Fest der Liebe 2012 bereits die Erde untergegangen sein könnte. „Ich will meinem Bruder einen Schal stricken, da muss ich schon früh damit anfangen“, sagt die 27-Jährige. Bleibt nur zu hoffen, dass mit dem Ende des Maya-Kalenders nicht auch das Ende der Welt bevorsteht.