1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Zum Lohn gibt’s 78 Liter Haustrunk

Ausbildungsserie(Teil 7)

20.04.2012

Zum Lohn gibt’s 78 Liter Haustrunk

besondere_lehrstellen.eps
2 Bilder

Die Firma Riegele bildet Lehrlinge zum Brauer und Mälzer aus

Fast zwei Drittel aller Mädchen und rund die Hälfte aller Jungs in der Region konzentrieren sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz auf nur zehn verschiedene Berufe. Schade, sagen Experten. Denn der Lehrstellenmarkt hat viel mehr zu bieten. Wir stellen in einer Serie wöchentlich ungewöhnliche, neue oder auch fast vergessene Berufe vor.

Zu einem netten Abend mit Freunden gehört für viele ein Bier. Dass der Gerstensaft verfügbar ist, darum kümmern sich Johannes Schönauer und Thomas Sedlmayr. Sie lernen bei Riegele das Handwerk des Brauers und Mälzers. Laut Ausbilder und Braumeister Frank Müller ist das Interesse an dem Beruf groß. Er erhalte jedes Jahr etwa 50 ernst zu nehmende Bewerbungen und noch einmal so viele, die an viele Firmen großflächig versandt wurden.

Johannes Schönauer hat sich bei Riegele nach einigen Praktika um eine Lehrstelle beworben. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man sein erstes eigenes Bier gebraut hat.“ Er kann sich vorstellen, nach der Ausbildung ein Studium zum Braumeister anzuschließen. Bei seinem Kollegen Thomas Sedlmayr war der Weg zum Beruf schon vorher gegeben. Auch sein Vater arbeitet als Brauer. Sedlmayr fasziniert vor allem, wie aus wenigen Zutaten ein gutes Produkt werden kann. Notwendig sind nur Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Genau diese Begeisterung fordert Braumeister Frank Müller von seinen Azubis. Weder Geschlecht noch Noten seien ausschlaggebend, sagt er. Derzeit hat das Unternehmen vier Lehrlinge, davon ein Mädchen. „Entscheidend ist der Wille, der versetzt Berge. Während des Praktikums sieht man schon, ob jemand mit Leidenschaft und Interesse dabei ist. Anpacken sollte der Mitarbeiter aber können.“ Müller ist auch wichtig, dass seine Lehrlinge Verantwortung übernehmen.

Ein zentrales Thema der Arbeit ist die Hygiene. „Das ist unsere Lebensversicherung. Keime können das Bier ungenießbar machen“, sagt Müller. Zwar werden die Tanks automatisch gereinigt, aber einmal pro Woche erfolgt eine umfangreichere Reinigung, beispielsweise der Böden, bei der die Lehrlinge ran müssen. „Diese Arbeit dauert schon mehrere Stunden. Es ist aber auch ein gutes Gefühl, wenn dann alles sauber ist“, sagt Sedlmayr.

Von enormer Bedeutung sei auf dem umkämpften Markt auch die Qualitätssicherung, sagt Müller. Der Verbraucher verzeihe keine Fehler und sei „extrem kritisch“ geworden. In den Fokus rücke zunehmend auch das Energiesparen. Zur Bierherstellung werden viel Strom und Warmwasser benötigt, ein erheblicher Kostenfaktor. Deswegen steht der Aspekt sowohl in der betrieblichen als auch der schulischen Ausbildung auf der Agenda.

Nächste Woche stellen wir das Berufsbild der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft vor.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_ZIA1663.tif
Augsburg

Neues Augsburger Dosenbier überzeugt die Experten

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen