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Augsburg

14.05.2020

Zum ersten Mal seit 50 Jahren stehen viele Studentenwohnungen leer

Im Studentenwohnheim Lechbrücke und anderen Augsburger Wohnheimen stehen wegen der Corona-Krise Plätze leer.
Bild: Annette Zoepf

Plus Eigentlich sind Apartments in Augsburger Wohnheimen Mangelware. Wer schnell ist, muss jetzt nicht mal auf die Warteliste. Es gibt aber Dinge zu beachten.

Normalerweise sind preisgünstige Studentenwohnungen in Augsburg Mangelware. Interessenten stehen dafür Schlange oder lassen sich auf lange Wartelisten setzen. Die Corona-Krise hat nun ungeahnte Folgen: In Wohnheimen des Studentenwerks stehen zum ersten Mal seit fast 50 Jahren viele Apartments leer.

Generell kümmert sich das Studentenwerk darum, dass die insgesamt rund 25.000 Studierenden der Universität und Hochschule in wichtigen Lebensbereichen gut versorgt werden, etwa mit günstigem Essen in der Mensa oder auch mit bezahlbaren Wohnheimplätzen für Studenten, die wenig Geld haben und von auswärts kommen. Bislang waren die Angebote sehr gefragt. Doch das laufende Semester mit Online-Vorlesungsbetrieb wegen der Corona-Pandemie bringt eine neue Situation mit sich, wie die Geschäftsführerin des Studentenwerks, Doris Schneider, berichtet.

Corona-Krise in Augsburg: Hoher Mietausfall beim Studentenwerk

Seitdem das Hochhaus an der Lechbrücke 1973 von Studierenden bezogen wurde, gab es das noch nicht: Leerstand in den öffentlich geförderten und damit besonders günstigen sechs Wohnanlagen des Studentenwerks. Rund 120 von 1827 Appartements werden im Sommersemester nicht bewohnt sein. Das bedeutet einen monatlichen Mietausfall in Höhe von rund 35.000 Euro für das Studentenwerk. Doris Schneider sagt, „das ist ein historisches Novum, denn normalerweise müssen Studierende ein bis zwei Semester warten, um einen günstigen Wohnplatz bei uns zu bekommen.“

Die Geschäftsführerin geht momentan davon aus, dass es das gesamte Sommersemester über Leerstände geben wird. Weil die meisten Studenten wegen der Ansteckungsgefahr durch das Virus nicht auf den Campus dürfen, kommen viele Auswärtige aus dem In- und Ausland gar nicht erst nach Augsburg. Sie bleiben in ihrem Heimatort und lernen online.

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Das könnte sich in einigen Monaten wieder ändern, wenn die aktuellen Abstandsregelungen wegen der Pandemie weiter gelockert werden. Zum Wintersemester rechnet Schneider wahrscheinlich wieder mit einer Warteliste, auf der sich bis zu 600 Studierende vormerken lassen. Deshalb hat sie einen Tipp: Für Studierende könne es trotz des laufenden Online-Semesters Sinn machen, sich jetzt einen günstigen Platz im Wohnheim zu sichern und umzuziehen.

Die Bewerbung für einen Wohnplatz könne einfach online auf der Seite des Studentenwerks erfolgen. Dann ist günstiges Wohnen in Augsburg schon mal gesichert, falls interessierte Bewerber die Voraussetzungen für einen Platz erfüllen. Allerdings ist es derzeit auch mit den unterhaltsamen Seiten des Studentenlebens nichts. Schneider sagt, das soziale Leben in den Wohnheimen leide, weil momentan Gemeinschaftsräume geschlossen und Zusammenkünfte verboten sind. Auch bei möglichen Lockerungen seien diese nur unter ungewohnten Bedingungen mit Maske und Abstand möglich.

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