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Interview

02.04.2016

Zurab Zurabishvili : „Ich wollte schon immer Tenor werden“

Von 2003 bis 2006 sang Zurab Zurabishvili am Theater Augsburg. Mittlerweile arbeitet er freischaffend. Vor kurzem stand er im Nationaltheater Mannheim in Prokofjews „Der Spieler“ auf der Bühne. Für seine Partie wird er gefeiert.
Bild: Florian Merdes

In Augsburg bekam Zurab Zurabishvili sein erstes festes Engagement. Seitdem ist das hiesige Theater etwas Besonderes für ihn, auch jetzt, wo der Sänger weltweit gefragt ist

Wann haben Sie beschlossen, Opernsänger zu werden?

Schon mit vier Jahren wusste ich, dass ich Tenor werden möchte. Mein Vater war ein Fan von italienischen Opern und meine Mutter war sehr musikalisch. Bei uns sind die Opern rauf und runter gelaufen. Deshalb wusste ich damals schon, was ein Tenor ist. Genau das wollte ich werden.

Haben Ihre Eltern diesen Wunsch unterstützt?

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Ja, ich durfte mit sieben Jahren auf das Konservatorium in Tiflis und war damals Solist im Kinderchor. In dieser Zeit gab es immer wieder Auftritte vor großen Politikern – etwa Richard Nixon, Michail Gorbatschow und Margaret Thatcher. Denn das Konservatorium wurde von der Regierung stets bei staatlichen Ereignissen angefragt und die Auftritte nahezu wöchentlich im Fernsehen übertragen.

Mit 19 Jahren haben Sie Ihre Heimat verlassen, um am Mozarteum in Salzburg ein Gesangsstudium zu absolvieren. Sie hatten Privatunterricht bei Riccardo Lombardi, waren erst am Theater Augsburg, dann von 2006 bis 2010 Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt und danach bis 2013 im Ensemble des Aalto-Musiktheaters Essen. Nun sind Sie freischaffend tätig und werden weltweit angefragt. Erst kürzlich waren Sie im Nationaltheater in Taipeh zu Gast.

Ja, dort machten wir eine Neuproduktion von Eugen Onegin unter dem Chefdirigenten Domonkos Héja (Generalmusikdirektor Theater Augsburg).

Aktuell werden Sie im Nationaltheater Mannheim als „Der Spieler“ von Sergei Prokofjew gefeiert. Die Presse lobt Sie in den höchsten Tönen.

„Der Spieler“ ist eine Rolle, die mir sowohl inhaltlich als auch stimmlich wie auf den Leib geschnitten ist. Darin habe ich eine sehr lange und schwere Partie, aber es macht unglaublich viel Freude. Es ist ein Glücksfall, wieder unter der Regie von Tilman Knabe zu arbeiten. Es sind sieben Vorstellungen, die ich alle selbst spiele.

In welchen Sprachen singen Sie und welche sprechen Sie?

Georgisch, Deutsch, Russisch, Italienisch, Englisch und Französisch sind die Sprachen, die ich auch spreche und verstehe. Spanisch singe ich zwar, aber ich beherrsche diese Sprache nicht.

Mit welchen Persönlichkeiten waren Sie schon auf der Bühne und wer ist Ihr Vorbild?

Mit der Sopranistin Krassimira Stoyanova und dem Bariton Thoma Hampson. Ein großer Fan bin ich von dem Tenor Mario del Monaco, der viel zu früh starb.

Ihr Lieblingskomponist?

Naturalmente Verdi.

Was planen Sie für die Zukunft?

Im Sommer dieses Jahres freue ich mich auf die Festspiele von Klosterneuburg bei Wien. Dort gebe ich den Canio in der Oper Pagliacci (Der Bajazzo). Im Juni 2017 freue ich mich riesig auf eine echte Rarität in Antwerpen: Sadko von Nikolai Rimski-Korsakow – eine russische Oper.

Und was zieht Sie denn nun immer wieder nach Augsburg?

Zum einen ist das erste Haus, in dem man eine Festanstellung bekommt, immer etwas Besonderes. Ich hatte damals in Salzburg gespielt. Es gab in Augsburg ein Vorsingen für „Die schwarze Orchidee“. Ich wurde genommen. Deshalb: Ich liebe Augsburg und ich liebe das Augsburger Publikum. Dann gibt es in Augsburg noch eine exzellente Frau: Hilde Lutz, die Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes in Augsburg. Sie macht so viel für die Kunst.

Aus diesem Grund können wir Sie am heutigen Samstag in einem großen Arienabend im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg live erleben. Was erwartet die Besucher?

Neun Opernarien von Pietro Mascagni über Giacomo Puccini bis hin zu Giuseppe Verdi und natürlich Richard Wagner. Begleitet werde ich von dem hervorragenden Pianisten der Salzburger Festspiele: Alessandro Misciasci.

Was sagen Sie zur umstrittenen Theatersanierung in Augsburg?

Ich habe das bisher nicht mitbekommen. Aber Augsburg ohne ein Theater kann ich mir nicht vorstellen. Wenn es saniert werden muss, dann muss es das eben. Eine Stadt muss alles tun, damit ein Theater läuft.

Interview: Diana Zapf-Deniz

für den Arien-Abend mit Zurab Zurabishvili um 19 Uhr im Kleinen Goldenen Saal gibt es an der Abendkasse. Das Konzert veranstaltet der Richard-Wagner-Verband.

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