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Augsburg

31.01.2020

Zuschuss für Stoffwindeln: Stadt Augsburg will Eltern unterstützen

Um Abfall zu vermeiden, sollen in Augsburg nun Eltern unterstützt werden, die auf Mehrweg setzen. Es an der Sache gibt es auch einen Haken.
Bild: Andrea Maiwald (Symbol)

Um Abfall zu vermeiden, sollen in Augsburg nun Familien unterstützt werden, die auf Mehrweg setzen. An der Sache gibt es aber auch einen Haken.

Die Stadt wird künftig die Benutzung von Mehrwegwindeln bei Kindern in den ersten drei Lebensjahren, aber auch bei inkontinenten Personen finanziell unterstützen. Einmalig soll es einen Betrag von 50 Euro geben (gültig ab 1. April), wenn mit Originalrechnungen ein Betrag von mindestens 100 Euro (Anschaffung eines Windelpakets oder Nutzung eines Windelwaschdienstes) nachgewiesen wird. Die Stadt rechnet mit etwa 200 Anträgen pro Jahr. Der Versuch ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Hintergrund für den Vorstoß ist das Bestreben, Müll zu reduzieren. Die Stadt geht – basierend auf grundsätzlichen Studien – davon aus, dass zwischen vier bis zehn Prozent des Restmülls, der in Augsburg anfällt (etwa 42.000 Gewichtstonnen im Jahr 2018), durch Windeln verursacht wird. Um die 4.000 Windeln benötigt ein Kind laut Schätzungen im Wickelalter. Auch in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg gibt es bereits einen Zuschuss auf Stoffwindeln.

Stoffwindeln in Augsburg: Großteil ist 500-mal benutzbar

Zwar fällt auch bei Stoffwindeln etwas Abfall durch die Einlage an, allerdings in deutlich geringerem Maße. Der Großteil der Windel ist rund 500-mal benutzbar. Zwar wird beim Waschen von Stoffwindeln insgesamt etwas mehr Wasser verbraucht, als bei der einmaligen Herstellung benötigt wird, hinsichtlich des Energieverbrauchs schneide die Stoffwindel aber besser ab, so Georg Holder, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. In den ersten drei Jahren dürfte sich der Kauf von Einwegwindeln im Geldbeutel der Eltern mit rund 2.000 Euro bemerkbar machen, der Kauf von Einwegwindeln im Vergleich mit etwa 700 Euro (Wäsche allerdings nicht mitgerechnet). „Es geht darum, denen, die so etwas machen möchten, eine Unterstützung zukommen zu lassen“, so Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). Entscheiden könne jeder selbst.

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Die Förderung sieht Stadtrat Peter Uhl (CSU) als „pfiffiges Marketing-Paket“, allerdings auch nicht mehr. Man müsse sich auch die Frage der Kosten stellen. Für 10.000 Euro an ausbezahlten Zuschüssen rechnet die Stadt mit weiteren 10.000 Euro internen Kosten für die Bearbeitung der Anträge. Man könne der Förderung aber trotzdem zustimmen, so Uhl zu dem Beschlussvorschlag, der auf Antrag der Grünen, die Regierungspartner sind, zurückging. „Wir können mit oder ohne Windelzuschuss leben.“

Windel-Bonus: Stadt rechnet mit Kosten von rund 20.000 Euro

Letztlich stimmte der Abfallwirtschaftsausschuss mit Ausnahme von CSU-Stadtrat Thorsten Kunze einstimmig zu. Kunze sagte, er und seine Frau hätten bei einer der Töchter vor mehr als 20 Jahren selbst Stoffwindeln ausprobiert. „Nach zwei bis drei Monaten haben wir aufgegeben. Der Aufwand war enorm.“ Am Anfang und am Ende des Lebens müsse man jedem Menschen wohl ein gewisses Kontingent an Ressourcenverbrauch durch Einwegwindeln zugestehen.

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