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23.05.2016

Zwei Brüder am Schlagzeug

Die beiden Schlagzeuger Tilman und Jonas Herpichböhm.
Bild: eric

Progressiver Jazz mit den Herpichböhms

Es waren einmal zwei Brüder, die zogen aus, die Welt des Trommelns zu ergründen. Den Einen verschlug’s nach Nürnberg, wo er die hohe Kunst des Schlagzeugs erlernte. Der Andere ließ sich in Mannheim nieder und beschäftigte sich dort mit den feinen Finessen perkussiver Instrumente. So ging ein jeder seines Weges. Alle Jahre wieder aber treffen die beiden Brüder aufeinander, um die erworbenen Künste zu verbinden. Diese Zusammenkünfte haben einen Namen: Ohropack. Was dabei so alles geschehen kann, steht im Folgenden.

Samstagabend, Biergartenwetter, DFB-Pokalfinale: Schlechteste Voraussetzungen, um Besucher in den Augsburger Jazzclub zu locken. Dennoch hatten sich viele Zuhörer eingefunden zum Heimspiel der Gebrüder Herpichböhm. Neben Jonas Herpichböhm (Percussion) und Tilman Herpichböhm (Schlagzeug) spielten Niko Seibold (Altsaxophon, Flöte), Janis Hug (Trompete), Konrad Hinsken (Piano) und Konrad Herbolzheimer (Kontrabass).

Aus Jonas’ Feder stammten die Stücke. Der erste Teil war mit früheren Kompositionen angereichert, die zweite Hälfte konzentrierte sich auf Kompositionen aus der soeben erschienenen, zweiten Veröffentlichung seines Projektes Ohropack. „All In“ ist der Titel des Tonträgers, der sich mit dem Kartenspiel Poker beschäftigt.

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Herrlich vertrackt tönten die früheren Stücke. Die komplexen Strukturen und rhythmischen Verschiebungen, im progressiven Jazz an der Tagesordnung, wurden von dem souveränen Sextett mit Leichtigkeit gemeistert. Freudvolle Instrumentalisten allesamt, die viel Zeit und Platz für ihre Soli fanden.

Die „Battles“ des Gebrüderpaares waren aber die absoluten Höhepunkte des Abends. Wenn Jonas und Tilman Herpichböhm sich gegenseitig anheizten, sie ihre Trommeln quietschen, zirpen und flüstern ließen, legten sie eine Intensität an den Tag, die ohne das enge Verwandtschaftsverhältnis nicht zu erklären ist. Ein Traum perkussiver Klangkunst, der noch lange in den Ohren nachhallte.

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