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Coronavirus

08.03.2020

Zwei Corona-Fälle in Augsburg bestätigt

Das Coronavirus wirbelt auch in Augsburg den Alltag vieler Menschen durcheinander. Jetzt gibt es in der Stadt zwei bestätigte Krankheitsfälle.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Am Wochenende sind in Augsburg zwei Corona-Fälle bestätigt worden. Ein Betroffener hat den Angaben zufolge leichte Krankheitssymptome, der zweite bisher keine.

Das Corona-Virus ist auch in Augsburg angekommen. Es gibt jetzt zwei bestätigte Fälle, die im Laufe des Wochenendes bekannt geworden sind. Wie die Stadt Augsburg am Sonntag meldete, handelt es sich beim zweiten Infizierten um einen "jungen Augsburger", der mit dem ebenfalls infizierten Bürgermeisterkandidaten aus Bonstetten im Kreis Augsburg Kontakt hatte. Der Augsburger zeigt der Mitteilung zufolge aktuell keine Krankheitssymptome. Er befinde sich aber  in häuslicher Quarantäne im Landkreis Augsburg, so die Stadt, wo er sich häufig aufhalte und auch über eine Wohnmöglichkeit verfüge.

Am Samstagmittag hatte das Gesundheitsheitsamt den ersten bestätigten Covid-19-Fall in Augsburg gemeldet. Dabei handelt es sich um einen Mann, der in Augsburg lebt und der beruflich mit dem Patienten zu tun hatte, der diese Woche im Landkreis Aichach-Friedberg positiv auf das Virus getestet worden war. Bei dem Augsburger war die Infektion offenbar bereits am Freitagabend festgestellt worden.

Zwei Corona-Fälle in Augsburg bestätigt

Der Augsburger zeige aktuell "leichte Krankheitssymptome, die mit einem Infekt der oberen Atemwege vergleichbar sind", hieß es am Samstag in einer Pressemitteilung der Stadt Augsburg. Der Mann befinde sich zuhause, er steht unter Quarantäne. Die gilt auch für seine Partnerin. Schulpflichtige Kinder oder Kinder im Kita-Alter leben nicht im Haushalt, so die Stadt. Weitere Angaben, zum Beispiel zum Alter des Patienten, macht das Gesundheitsamt nicht.

Das Gesundheitsamt Augsburg sucht Kontaktpersonen

Die Behörde hatte nach eigenen Angaben noch am Freitagabend begonnen, mögliche Kontaktpersonen des Augsburgers ausfindig zu machen. Menschen, die in den vergangenen Tagen näheren Kontakt mit dem Mann hatten, wurden vom Gesundheitsamt informiert. Auch sie befänden sich aktuell in häuslicher Quarantäne und werden sukzessive auf das Virus getestet. Dies geschieht in der neu eingerichteten Diagnosestelle im Wertstoffhof Haunstetten.

Wie berichtet, haben Stadt Augsburg sowie die beiden Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg dort eine Art Vorsorgezentrum eingerichtet. Kontaktpersonen bestätigter Coronavirus-Falle, die in den Landkreisen oder im Stadtgebiet nachgewiesen wurden, werden dort seit heute auf den Erreger getestet. Wer zur Anlaufstelle kommen muss, legen die Gesundheitsämter fest. Bis zu hundert Personen können dort jeden Tag getestet werden. Der erste Tag dort verlief bislang ruhig und wie geplant: Die Patienten, die zum Test in den Wertstoffhof bestellt werden, fahren an einem Ende in das Gebäude hinein, werden dort von Ärzten getestet und können sofort wieder nach Hause fahren.

Der Wertstoffhof Haunstetten dient seit Samstag als Diagnosestelle für etwaige Coronafälle.
Bild: Silvio Wyszengrad

Bürgern, die den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, steht das Diagnosezentrum vorerst nicht zur Verfugung. Sie werden ausdrücklich darum gebeten, sich weiterhin telefonisch an die eingerichteten Hotlines oder ihren Hausarzt zu wenden: Das Bürgertelefon der Stadt ist für Fragen unter der 0821/324-4444 zu erreichen. Samstags und Sonntags ist die Hotline von 10 bis 18 Uhr geschaltet.

Besondere Vorsicht gilt nun auch für Schulen und Kindertagesstätten in Bayern. Wer ein Risikogebiet wie Südtirol besucht hat, darf die nächsten 14 Tage nicht zum Unterricht bzw. in eine entsprechende Einrichtung kommen.

Die Augsburger Corona-Hotline ist stark nachgefragt

Nach Auskunft eines Stadtsprechers ist die Hotline derzeit stark nachgefragt. Dies liegt unter anderem am Fall des Bürgermeister-Kandidaten Werner Halank aus Bonstetten. Wie berichtet, hatten er und seine Frau sich im Urlaub in Norditalien angesteckt. Bis er positiv auf das Virus getestet worden war, hatte Halank noch einige Termine wahrgenommen, unter anderem hatte er vergangenen Samstag die Augsburger Brechtbühne besucht. Entsprechend hatte es bereits nach Bekanntwerden dieses Fakts am Freitag zahlreiche Anrufe unter der Nummer der städtischen Hotline gegeben. Mögliche Kontaktpersonen, heißt es, würden von den Gesundheitsämtern informiert und dann zur Diagnosestelle nach Haunstetten gebeten.

Für Fragen wurde auch eine bayernweite Corona-Hotline eingerichtet, sie ist unter 09131/6808-5101 zu erreichen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst hat die Nummer 116 117. Unter dieser Adresse gibt die Stadt Augsburg weitere Informationen.

Der Augsburger Corona-Erkrankte hatte mit dem Aichacher Patienten offenbar beruflich zu tun. Das Gesundheitsamt hatte rund 80 Personen ausfindig gemacht, die mit dem Aichacher in Kontakt standen. 25 Männer und Frauen leben selbst im Landkreis Aichach-Friedberg, hatte das Gesundheitsamt diese Woche mitgeteilt. Die weiteren Kontaktpersonen des Patienten kämen teils aus anderen Bundesländern.

Aktuelle Informationen erhalten Sie auch hier in unserem Live-Blog zum Coronavirus.

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Die Diskussion ist geschlossen.

07.03.2020

Klopapier und Nudeln... check ☑️

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07.03.2020

Wie ist das jetzt eigentlich, werden Wohnungen in denen die Bewohner in Quarantäne bleiben müssen, irgendwie gekennzeichnet? Mit einem gelbschwarzen Bio-Warnaufkleber oder so? Ich bin da jetzt hin- und hergerissen. Selber würde ich so einen Aufkleber natürlich nicht wollen als Stigma, wenn wir jetzt betroffen wären. Aber von den Nachbarn würde ich es eher wissen wollen. Aber denen wieder zugestehen dass die das natürlich auch nicht wollen und ja auch nichts dafürkönnen. Blöd. Weil einerseits kann es Schutz sein, andererseits aber Diskriminierung.

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07.03.2020

Den Stadtteil hätte ich schon gerne gewusst? Zur Beruhigung.

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07.03.2020

In diesen Fällen gilt es abzuwägen: Was ist allgemeine Informationspflicht des Staates? Wie müssen die Infizierten vor hysterischen Unbedachten geschützt werden?

Meiner Meinung nach handelt hier der Staat richtig.

Im Übrigen sollte frau bedenken: Voraussichtlich werden wir in einigen Wochen oder Monaten in jedem Stadtteil viele Infizierte haben.

Raimund Kamm

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07.03.2020

Danke Herr Kamm, aber dann hätte die Stadt oder die Zeitung bitte auch "Augsburg" verschweigen sollen, dann wäre ich beruhigter und würde mir jetzt nicht so viele Gedanken machen auf welche Nachbarn die Beschreibung vielleicht passt. Vielleicht mach ich ja jetzt um mehr Leute einen Bogen wie wenn ich wüsste es ist in Kriegshaber? (nur als Beispiel jetzt, weil ich da eben nicht wohne). Und außerdem, bei Bonstetten haben sie ja auch den Ort gesagt und nicht nur "Landkreis Augsburg". Und Bonstetten ist viel kleiner als die meisten Augsburger Stadtteile.

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07.03.2020

Jetzt beginnt also diese Hysterie auch in Augsburg.
Der Virus ist eh nicht mehr aufzuhalten und das hier geht einfach mittlerweile nur noch auf den Senkel.
Mediale Panikmache und Hamsterkäufe.

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07.03.2020

Sehe ich genau so. Ich bin panikfrei. Ein gutes hat der Hype aber: die Schwerpunkt der "Nichtausgelasteten" verschieben sich. Vermutlich können morsche Bäume jetzt ohne Shitstorm und Bürgerinitiative gefällt werden. :-)

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07.03.2020

Sehe ich auch so. Was aber schon irritiert ist das erlebte von gestern Morgen. Bringe meinen Sohn in den Kindergarten, ein anderer Vater auch. Im Gepäck zusätzlich die schulpflichtige Tochter. Frage: „Hoi, musst Du nicht um neun in der Schule sein?“ Antwort des Vaters: „Nein, sie ist krank. Hat Grippe.“
WTF? Hallo? Muss ja dann auch nicht sein.

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07.03.2020

Hysterie ist auch nicht angebracht. Es geht vielmehr die Ausbreitung hinauszuzögern. Damut einmal nicht zuviel auf einmal sich infizieten und zum anderen, dass Zeit für die Entwicklung eines Medikaments gewonnen wird. Gerade immunschwache Menschen sind auf den Herdrnschutz angewiesen. Wenn viele um die herum den Virus haben, kann besonders für diese eine Ansteckung tödlich sein. Aufhalten kann man den Virus nicht. Aber Zeit gewinnen.
Panik sollte man definitiv nicht kriehen und ist nicht hilfreich. Sachlich informieren was man gegen die Ausbreitung machen kann und gut.

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08.03.2020

@Harald V: Wenn dies das Ziel gewesen wäre/ist, hätte man *alle* Fschingsumzüge und alle Fussballspiele absagen müssen... Aber die Eier hatte/hat die Bundesregierung (leider) nicht in der Hose... Also wird es weiterhin vormittags Hamsterkäufe und Panik geben und am Nachmittag geht man ins Stadion oder aufs Volksfest...

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08.03.2020

Ich darf freundlich darauf hinweisen, dass es niemanden interessiert, ob Sie panisch sind oder nicht. Weder das Virus noch ihre ggf. besorgten Mitmenschen. Ferner gratulieren ich Ihnen zu Ihrem hervorragenden Immunsystem, da wären viele Alte und Kranke neidisch darauf. Ironie aus - die Idee mit dem Wertstoffhof gefällt mir gut.

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