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Augsburgs Tollwood

19.07.2011

Zwei Freunde stemmen ein neues Festival

Uwe Schalowski und Jürgen Strehle (rechts) haben im Schatten des Oberhauser Gaskessels ein zehntägiges Festival auf die Beine gestellt. Am Freitag beginnt das schwäbische Tollwood.
Bild: Foto: agt

Uwe Schalowski und Jürgen Strehle wollen das Gaswerkgelände in ein schwäbisches Tollwood verwandeln.

Was macht ein Mann, der sein Busunternehmen für gutes Geld verkauft hat und die nächsten Jahre sorgenfrei leben könnte? Er geht mit dem Hund spazieren, baut Gemüse im Garten an, spielt Tennis und – langweilt sich. So ging es Jürgen Strehle. Der gebürtige Augsburger, der inzwischen in Landsberg lebt, machte sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung. „Ich würde so gerne ein Festival machen“, doch dem 51-Jährigen fehlten die Kontakte zur Veranstalterszene. Die hatte sein Kumpel aus Kindertagen, der Werbemann und Partyveranstalter Uwe Schalowski mit seiner Agentur Multikult. In vielen Gesprächen und langen Nächten wurde „Grenzenlos“ aus der Taufe gehoben.

Seit einem Jahr „schuftet“ das Duo für das zehntägige Festival, das am kommenden Freitag auf dem Oberhauser Gaswerkgelände startet. Bis jetzt hat die Freundschaft gehalten, obwohl, so Schalowski „wir sehr unterschiedlich sind“ und als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit eigenem Geld haften. An öffentlichen Geldern gibt es keinen einzigen Cent.

Das Duo hat über eine Viertelmillion Euro investiert

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Bisher sind Kosten zwischen 250.000 und 300.000 Euro aufgelaufen, trotzdem haben sie sich im Vorfeld ganz bewusst für ein Festival entschieden, auf dem 80 Prozent des Angebots keinen Cent kosten. „Wir wollen, dass sich alle aus Augsburg und Umgebung eingeladen fühlen.“ Das gelte für Familien mit Kindern, für den Hartz-IV-Empfänger ebenso wie für den Bankdirektor.

Am Freitag, 22. Juli, öffnen sich um 17 Uhr die Tore des 50.000 Quadratmeter großen Geländes in Oberhausen. Damit starten zehn Tage mit Konzerten, Theater, Musik, Partys, Märchenstunden für Kinder, Abseilaktionen für Erwachsene, Kunstausstellungen und, und, und. Als Coup sehen sie die Verpflichtung des Reggaestars Gentleman am 29. Juli. Der Mann ist begehrt und nicht billig. „Er bekommt eine hohe fünfstellige Gage“, mehr will das Duo nicht verraten. Ganz im Gegenteil zu ihren ökologischen Aktivitäten. Darauf sind sie stolz. Es gibt weder Einweggeschirr noch Flaschen, 10000 Plastikbecher sind bestellt, ebenso eine spezielle Spülmaschine. Auch eine Behindertentoilette wird aufgebaut.

Ganz ohne Partner läuft ein Festival nicht. Das Konzertbüro Augsburg ist mit den Künstlern Dieter Thomas Kuhn (23. Juli) und Django Asül (30. Juli) vertreten, die Agentur bekommt das gesamte Eintrittsgeld, muss allerdings auch die Gagen bezahlen. Auch die AC/DC-Tri- bute-Band Barock (28. Juli) hat einen eigenen Veranstalter.

Ansonsten ist das Festival das liebevoll gehätschelte Kind von Schalowski und Strehle. Sie haben die 80 Händler ausgesucht, 60 Augsburger Bands, viele DJs und 45 Künstler, wie die Theaterwerkstatt, verpflichtet. Bleiben die Finanzen, die schon manche Freundschaft für immer zerstört haben. „Wenn das Wetter einigermaßen mitmacht, klappt es“, ist sich der 49-jährige Uwe Schalowski sicher.

Finanziert wird Grenzenlos durch Standgebühren, Eintritts- und Sponsorengelder. Am ersten Wochenende rechnet das Duo mit 30000 Besuchern. Es hofft auf Biergartenwetter und insgesamt 100.000 Besucher. Doch nicht mal Dauerregen würde das Festival platzen lassen. „Wir haben ja fünf Hallen“, erzählt Schalowski.

Für 2012 ist eine Neuauflage geplant

Er plant mit seinem Freund Jürgen für 2012 eine Wiederholung. „Wir wollen Grenzenlos in Augsburg fest etablieren.“ Sozusagen als schwäbisches Tollwood. „München wäre ohne das Festival im Olympiapark nicht mehr denkbar“, sagt Uwe Schalowski. Er und Jürgen Strehle sind derzeit sehr guter Dinge.

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