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Konzert

12.02.2015

Zwei Gitarristen duellieren sich

...auf der anderen Seite der Gitarrist Armin Heitz.
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...auf der anderen Seite der Gitarrist Armin Heitz.

Ein Unfall gab dem Auftritt des Armin Heitz Trios in der Kiste eine völlig neue Wendung

Was den traditionellen Gypsy Jazz auszeichnet, ist die klare Rollenverteilung der Musiker. Ein Sologitarrist interpretiert die Themen und improvisiert darüber, ein Rhythmusgitarrist „schrubbt“ die Akkorde und übernimmt damit gleichzeitig den Part eines mit Besen gespielten Schlagzeuges, und der Bassist gibt mit seinem Walking Bass den grundsoliden Teppich. Auch das Trio des Karlsruher Gitarren-Heroen Armin Heitz sollte ursprünglich in dieser klassischen Besetzung im Foyer der Augsburger Puppenkiste konzertieren. Doch Rhythmusgitarrist Janosch Dörr hatte einen Unfall und wurde durch den jungen Ausnahme-Gitarrero Gismo Graf ersetzt. Damit war der Bruch mit der Tradition vollzogen.

Denn Gismo Graf kann mit seinen gerade einmal 22 Jahren bereits auf eine satte Vergangenheit zurückblicken. Mit 14 Jahren bereits hatte der in Stuttgart lebende Musiker eine umjubelte Premiere im dortigen Theaterhaus; mittlerweile ist er zu einer festen Größe der internationalen Gypsy-Jazz-Szene geworden. Aber, und jetzt kommt der Bruch: Gismo Graf ist kein Rhythmusgitarrist.

Zwei Heroen standen sich auf der Bühne gegenüber

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So standen sich die zwei Heroen auf der Bühne gegenüber und forderten sich solistisch auf Teufel komm raus. Auf der einen Seite war der erfahrene Armin Heitz, dessen ureigene Stilistik aus einer kongenialen Fusion von Gypsy Jazz und traditioneller Mainstream-Spielweise erwachsen ist. Auf der anderen Seite der junge Gismo Graf, der sich dem traditionellen Jazz Manouche verpflichtet fühlt und allenthalben Anleihen bei George Benson erkennen ließ.

Beide solierten denn also an allen Ecken und Enden, während Davide Petrocca am Kontrabass die beiden Duellanten zu führen suchte. Viele Töne erklangen in kurzer Zeit und berauschten. Dass dem Ganzen dennoch etwas fehlte, wurde indes erst bewusst, als sich zur zweiten Hälfte des insgesamt zweistündigen Konzertes Joschi Graf, der Vater des jungen Gismo, zum Trio hinzugesellte und seine virtuose Rhythmusgitarre erklingen ließ. Jetzt erst lief die Darbietung rund, die Soli prägten nicht mehr so stark das Geschehen. Altbekanntes, das vom Jazzstandard „Sweet Georgia Brown“ über Bossa Nova wie „Black Orpheus“ bis hin zu Popnummern à la „Isn’t she lovely“ von Stevie Wonder reichte, erklang in frischer Interpretation. Die traditionelle Besetzung, sie hat ihren Sinn.

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