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Augsburg

10.07.2019

Zwei Nachtmanager sollen in der Stadt für Ordnung sorgen

2018 gab es massive Beschwerden von Anwohnern des Elias-Holl-Platzes. Die Beleuchtung wurde inzwischen heller gemacht. Aufgrund der Baustellensituation ist die Situation momentan entspannt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Zwei Nachtmanager sind ab sofort in der Nacht in der Innenstadt unterwegs. Wie sie gegen störende Vorkommnisse vorgehen sollen und wo sie im Einsatz sind.

Augsburg hat seit Anfang Juli zwei Nachtmanager. Sie sollen zwischen feierlaunigen Menschen, die sich auf öffentlichen Plätzen aufhalten und lärmgeplagten Anwohnern vermitteln. Kurzum, die Nachtmanager sollen für Ruhe sorgen. Damit reagiert die Stadt unter anderem auf massive Beschwerden von Anwohner des Elias-Holl-Platzes im vergangenen Jahr.

Für einige Anwohner waren die abendlichen Zustände auf dem Platz unterhalb des Rathauses nicht mehr länger ertragbar. Sie fühlten sich von Jugendgruppen dort zum Teil regelrecht terrorisiert.

Nachdem sie sich an unsere Redaktion gewandt hatten, lud die Stadt zu einem Bürgertalk ins Rathaus ein. Lösungen wurden diskutiert. Vom Vorschlag des Ordnungsreferenten Dirk Wurm ( SPD) einen Nachtmanager einzusetzen, wie ihn manch andere Städte auch haben, waren nicht alle begeistert. Die CSU-Fraktion forderte stattdessen ein ihrer Meinung nach schlagkräftigeres und umfassenderes Konzept. Doch nun sind sogar seit dem erstem Juli zwei Nachtmanager im Einsatz.

Wie die Augsburger Nachtmanager vorgehen

Bei ihnen handelt es sich um einstige Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes. „Sie bringen die Fähigkeiten mit, in Konfliktsituationen sensibel vorzugehen. Außerdem haben sie einen direkten Draht zur Polizei und zum Ordnungsdienst“, erklärt Dirk Wurm. Beide seien ab sofort ab 21 Uhr bis circa drei oder vier Uhr morgens zu zweit unterwegs. Gekleidet sind sie in zivil. Das sei bewusst so gehalten, betont Wurm. „Sie sind nicht dazu da, Ordnungswidrigkeiten aufzuschreiben.“ Ihre Aufgabe sei eine andere.

„Die Nachtmanager sollen sich das Vertrauen der Nachtschwärmer und der Anwohner erarbeiten und zwischen ihnen vermitteln.“ Die Männer werden schwerpunktmäßig auf Innenstadtplätzen eingesetzt, wo sie auf Leute zugehen, die sich nicht an Regeln halten. Wurm zählt auf.

„Dazu gehören Königsplatz, Rathaus- und Elias-Holl-Platz, Stadtmetzg, die Hallstraße sowie der Fronhof am Dom.“ Aber auch in den Stadtteilen sollen die Nachtmanager unterwegs sein. Etwa im Gögginger Luftbad sowie im Park, im Kammgarnquartier, Sheridanpark sowie am Lechufer in Hochzoll. „Das sind Orte, wo Ordnungsdienst, Stadtjugendring, Polizei und das Büro für kommunale Prävention glauben, dass die Nachtmanager einiges bewirken können“, sagt Wurm. Denn dort gebe es immer wieder störende Vorkommnisse für Anwohner.

Nachtmanager in Augsburg: Zunächst auf ein Jahr befristet

Die Nachtmanager sollen flexibel einsetzbar sein. Ihre Schwerpunktzeiten sind jedoch Donnerstag bis Samstagnacht. An diesen Tagen feiern freilich die meisten. Die dadurch frei gewordenen Planstellen beim Ordnungsdienst wurden laut Wurm nachbesetzt. Die zusätzlichen Stellen der Nachtmanager selber seien zunächst auf ein Jahr befristet. „Nächstes Jahr im Sommer oder Herbst wollen wir Bilanz ziehen, ob das System funktioniert.“ Was den Elias-Holl-Platz konkret angeht, gibt es noch eine weitere Neuerung.

Die Beleuchtung wurde laut Dirk Wurm heller gemacht. Doch derzeit würde der Platz aufgrund der Baustellensituation bei Nachtschwärmern sowieso nicht unbedingt im Fokus stehen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

10.07.2019

Einen Versuch ist das wert. Beide Anliegen finde ich legitim: Junge Leute wollen sich draußen treffen und feiern. Anwohner*innen wollen ruhig schlafen. Wenn die Nachtmanager vermitteln und deeskalieren, kann das eine sinnvolle Sache sein.

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10.07.2019

(edit/mod)

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