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Jugendhaus Lehmbau

05.02.2015

Zwischen Gips, Farbe und Leinöl

Malermeister Rüdiger Weis und sein Lehrling Dennis Mailbeck schätzen die Jugendeinrichtung in der Mittenwalder Straße in Hochzoll–Süd und arbeiten deshalb mit Freude daran, sie zu erhalten.
Bild: Hörr

Örtliche Handwerker hübschen die Räumlichkeiten auf

Das neue Jahr begann für das Team des Kinder- und Jugendhauses Lehmbau mit einer Menge Gips, Mörtel, Farbe, Holzspänen, Autofolie und Leinöl. Von „positiven, nachhaltigen Veränderungen“ sprechen Stefanie Hörr und Verena Schneele, Mitarbeiterinnen des Lehmbaus.

Dank vieler Spenden von Nachbarn und Unterstützern des Kinder- und Jugendhauses vor Jahresende konnten lang geplante und notwendige Renovierungsarbeiten im sogenannten, 1989 errichteten „Altbau“ der Einrichtung beginnen: Die Schreinerfirma Berz aus Augsburg-Hochzoll nahm sich der Vollholzküche samt Arbeitsplatte an. Nach komplettem Abbau der Küche wird diese aktuell in der Schreinerei in der Hochzoller Straße abgeschliffen und mit Leinöl eingelassen. Zusätzlich erhält sie neue Ober- und Unterschränke mit Spülbecken, einen neuen Einbauherd und eine Dunst-Abzugshaube. Auch für das „Stallstiefelproblem“ fand Schreinermeister Andreas Berz eine kluge Lösung. Es handelt sich um ein Stiefelregal mit integriertem Hausschuhfach.

Während die Küche generalüberholt wird, kümmert sich Malermeister Rüdiger Weis mit seinem Lehrling um die Malerarbeiten: Neben dem Streichen der Wände in der Küche, wurden hier die alten Fliesen mit einer speziellen Autofolie in bordeauxrot überzogen. Auch das bei den Besuchern beliebte „Café“ erhielt einen neuen Anstrich und erhält durch die Maler dort eine neue, drei Meter lange und 1,60 Meter hohe Spiegelwand. „Diese soll“, so Stefanie Hörr, Pädagogische Leitung der Einrichtung, „den Raum optisch vergrößern, so aber auch für die Freizeitgestaltung neuer Gruppen attraktiver werden und diese aufwerten. Der Raum kann so in Zukunft an Tanz- oder Yogakurse oder Gruppen vermietet werden und auch Jugendliche können in ihrer Freizeit zu Chartmusik tanzen. Auch Stefanie Hörrs Büro erhielt neue Farbe: „Ich freue mich sehr über die optischen Veränderungen. Ein freundlicher, hellerer Anstrich und neuwertige Möbel strahlen gleich noch mehr Willkommensatmosphäre aus.“

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Doch etwas anderes lag der Pädagogin am Herzen bei der Auswahl der Firmen, die Aufträge für die Renovierungsarbeiten erhielten: „Mir war sehr wichtig, dass wir Firmen aus Hochzoll auswählen und so den Stadtteil aktiv unterstützen.“ Viele Jugendliche des Lehmbaus waren schon Lehrlinge bei beiden Firmen und auch in Zukunft soll es nicht an Aufträgen und Arbeit für diese mangeln.

Einer dieser Jugendlichen ist Dennis Mailbeck, 18 Jahre alt. Er ist einer der Jugendlichen, die im Lehmbau viel Freizeit verbracht haben. „Ich schätze am Jugendhaus Lehmbau, dass jeder mit seinen Sorgen oder Anliegen zu den Erziehern gehen kann. Die Tür ist immer offen und man erhält Unterstützung und Hilfe. Wenn dir langweilig ist, bekommst du hier Beschäftigung und Ideen, was du aus deinem Leben machen kannst. Ich hatte es immer schon im Gefühl, einmal auch im Lehmbau zu streichen.“ Er ist im 3. Lehrjahr zum Maler und schätzt in dem Kleinbetrieb von Maler Weis vor allem die harmonische, familiäre Atmosphäre. „Mir macht die Arbeit viel Spaß. Sie ist abwechslungsreich, oft an der frischen Luft und man bleibt in Bewegung. Ein Job im Sitzen – das wäre nichts für mich.“

Malermeister Rüdiger Weis lächelt derweil zufrieden. Sein Betrieb aus der Oberländerstraße besteht seit 1967. Der über 70-Jährige bezeichnet sich selbst als „Maler und Künstler aus Leidenschaft“. Bereits der Vater war Maler und Künstler, malte Ölgemälde. Rüdiger Weis selbst hat sich neben dem Malern eine Vielzahl von Techniken und handwerklichem Geschick angeeignet: „Vor allem Marmorieren, Tölzer Bauernmalerei und Stuckarbeiten zählen zu meinen liebsten Herausforderungen.“ Dieses Wissen gebe er auch an seine Lehrlinge weiter: „Ich habe 20 Jahre lang Lehrlinge ausgebildet. Guter, qualifizierter Handwerkernachwuchs liegt mir am Herzen. Den Lehrling begleite ich von der ersten Minute bis zum Ende seiner Ausbildung persönlich – jeden Tag.“

Trotz Baustelle im Altbau spürt man: Da wird an allen Ecken und Enden mit viel Liebe gearbeitet. „Sich wohl fühlen, sein Potenzial entfalten können und dafür Anerkennung erhalten, spüren, dass man willkommen ist: Das ist unbezahlbar“, sagt Stefanie Hörr.

Die Bauarbeiten im Altbau werden noch bis Mitte März andauern. Danach soll der Altbau mit einer großen Eröffnungsparty für alle Interessierten eingeweiht werden: Freitag, 13. März, ab 18 Uhr mit großem Buffet und Sektempfang, alkoholfreien Cocktails für Kinder und Jugendliche und anschließend Musik zum Tanzen. Das Besichtigen aller neu gestalteten Räume des Altbaus und Gespräche mit dem Team und Handwerkern ist hierbei erwünscht. Der offene Betrieb für die Kinder und Jugendlichen sowie das Eltern-Kind-Café finden im Neubau „Oase“ statt. Das Leitungsbüro befindet sich ebenfalls derweil im Neubau.

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