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Hochschule

02.02.2013

Zwischen Verbergen und Enthüllen

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2 Bilder
Feminin-sinnliche Outfits für eine „Neuzeitnymphe“ schneiderte Corinna Pickart auch mit Naturmaterialien.

Werkschau der Gestalter besticht durch eine Fülle von Ideen und Entwicklungen

So viel Infografik war nie bei einer Absolventen-Werkschau der Fakultät für Gestaltung der Hochschule, die gestern Abend eröffnet wurde. Sie sehen einfach aus, setzen jedoch einige Findigkeit und mutige Reduzierung der Fakten aufs Wichtigste voraus. So lassen sich übersichtlich auch verwickelte und andauernde Konflikte wie der in Nahost (David Gärtner) und in Nordirland (Dalila Keller) entlang eines Zeitstrahls erklären. Und selbst die systematische Entwicklung einer Infografik (Merle Schäfer) kann eine solche werden.

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Einige junge Designer beflügeln allerdings ihre Fantasie. Mit Stoffen und Naturmaterial wie Federn, Leder, Pelz und Pferdehaar schneidert Corinna Pickart drei feminin-sinnlichen Outfits für die „Neuzeitnymphe“. Henrike Großer lädt in „mitmir“ zum Selbstgespräch ein. Sie bietet dazu eine Fülle von Familienfotos im Negativ, um sich an eigene Situationen zu erinnern, die, inwendig in weiße Pullover gedruckt, man diskret mit sich tragen kann.

Auf die Suche nach der Identität des unsichtbaren Beobachters macht sich Alexander Kohler. Er glaubt, dass ein Fotograf je nach Temperament einen spezifischen Blickwinkel wählt. „Der Sanguiniker geht nahe an die Menschen heran, der Melancholiker bleibt auf Distanz“, sagt er und exerziert es in seinen Fotoserien durch. Zu faszinierenden Fantasy-Ikonen entwickelt Nico Speck medizinische Röntgenbilder durch feinlinig gezeichnete Ornamente weiter. In Lichtkästen entfalten die fragilen Gebilde ihren Reiz. Simon Karlstetter entwirft aus der Dynamik fotografischer Prozesse, also der Aufzeichnung und Umwandlung von Licht, abstrakte Kompositionen aus der Stille, aus dem Nichts.

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Mit einer „Geheimsache“ wartet Katharina Schießler auf. Was zwischen Verbergen und Enthüllen alles passiert, hat sie in ein Buch gepackt – mit Seiten zum Auftrennen, mit Türen und Gucklöchern. „Eine Sache hat mehr Reiz, wenn sie nicht banal an der Oberfläche liegt“, weiß sie. Marina Hafner dagegen packt buchstäblich in ihrem Papier-Handbuch alles Wissenswerte über diesen Stoff und seine Verarbeitung aus. Einen „Kalender für Gestalter“ hat Nikola Mayer für deren Bedürfnisse entwickelt: informativ mit Interviews, genügend Platz für eigene Ideen, beliebig im Jahr zu beginnen.

Wie geht noch mal der Hase als Schattenriss mit den Händen? Lisa Borgenheimer weiß Rat und bietet eine Plattform, eine ganze Schattentheateraufführung samt Sounds zu dokumentieren. Martin Semsch hat mit seiner automatisierten Materialerfassung in 3D die (virtuelle) Entwicklung von neuen Designs auf Sportschuhen enorm erleichtert.

Geöffnet im Campus am Roten Tor auch heute und morgen, 14 bis 20 Uhr.

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