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  3. Augsburg - Auszug aus dem Heim Ebnerstraße: "Meine Oma wurde aufgepäppelt"

Augsburg
01.03.2022

Nach dem Auszug aus dem Skandalheim: "Meine Oma wurde wieder aufgepäppelt"

Jessica Hemmerle ist froh, dass das Augsburger Pflegeheim Ebnerstraße schließen musste und für ihre Großmutter ein neues Heim gefunden wurde.
Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Das Pflegeheim Ebnerstraße in Augsburg ist geschlossen. Jessica Hemmerle erzählt, wie es ihrer dementen Oma jetzt geht und was sie bei deren Verlegung erlebt hat.

Als Jessica Hemmerle mit dem neuen Pflegeheim ihrer Oma telefonierte, hat sie beinahe geweint. "Egal, wie alt ein Mensch und wie sein gesundheitlicher Zustand ist, er muss würdevoll behandelt werden", habe man ihr am anderen Ende der Leitung versichert. Nach Tagen der Sorge und Aufregung ist Hemmerle zutiefst erleichtert. Jetzt wisse sie ihre Großmutter in guten Händen. Über eine Woche ist es her, dass die demente 98-Jährige aus dem Skandalheim Ebnerstraße geholt wurde. Bei deren Verlegung, erzählt die 32-jährige Enkelin, sei noch einiges ans Tageslicht gekommen.

"Meiner Oma geht es inzwischen wieder richtig gut. Man hat sie wieder aufgepäppelt", erzählt Jessica Hemmerle. Die Seniorin sei zuletzt abgemagert gewesen. "Sie wolle nichts essen", habe man den Angehörigen im Heim in der Ebnerstraße gesagt. Jetzt, mit mehr Wissen über das Heim, das aufgrund der Missstände schließen musste, glaubt Hemmerle nicht, dass dies die Wahrheit war. "Warum isst und trinkt meine Oma denn nun plötzlich wieder?" Das ungute Gefühl, das sie in der Vergangenheit in der Ebnerstraße immer wieder beschlichen hatte, sehe sie nun bestätigt.

Wegen Corona: Im neuen Heim gibt es noch Besuchsverbot

Persönlich besuchen durfte Jessica Hemmerle ihre Großmutter in der neuen Einrichtung zwar noch nicht. Die alte Dame hatte sich im Oberhauser Skandalheim, in dem zuletzt Corona umfassend ausgebrochen war, mit dem Virus infiziert. Weder sie noch ihre Mutter seien über die Erkrankung informiert worden, sagt Hemmerle. Erst das Pflegepersonal des neuen Heimes habe sie in Kenntnis gesetzt. Nicht nur darüber ist Hemmerle empört. Bei dem Umzug ihrer Oma hätten sie mehrere Dinge entsetzt.

Ein Großaufgebot an Rettungsdiensten am "Skandalheim" Ebnerstraße hat hat im Februar 2022 für Aufsehen gesorgt. 25 Bewohner wurden in andere Einrichtungen verlegt.
8 Bilder
Einsatz am Heim Ebnerstraße: Rettungsdienste verlegen Senioren
Foto: Silvio Wyszengrad, Ina Marks

Als der überraschende Anruf kam, dass ihre Oma verlegt werde, war sie froh, erzählt Hemmerle. Sie bezeichnet die Situation zuletzt vor Ort als "eine Katastrophe". "Wir hatten Probleme, Ansprechpartner zu finden, die Deutsch konnten."

Als sie und ihre Mutter nach der Verlegung der alten Dame deren Habseligkeiten holen wollten, erlebten sie böse Überraschungen. "Die Krankenversicherungskarte meiner Oma war weg. Man sagte uns, wir müssen eine neue beantragen." Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Bestattungsvorsorge - alle Unterlagen verschwunden. Auch die Impfzertifikate waren unauffindbar. "Es kam immer mehr raus", meint die Angehörige.

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"Als wir die Kleidung meiner Oma abholten - fragen Sie nicht nach dem Zustand", so die Enkelin am Telefon. "Wir mussten alles waschen und vieles nähen." Manche Kleidungsstücke hätten ihrer Großmutter gar nicht gehört, wie auch die vier Paar Schuhe nicht, von denen jeweils einer fehlte. Jessica Hemmerle beschäftigen zwei Dinge besonders. Ein Oberteil sei zerrissen gewesen. Nachdem sie den Fernsehbeitrag über die Ebnerstraße gesehen hat - wie berichtet hatte das Team Wallraff mit einer versteckten Kamera gefilmt -, fragt sie sich, ob und wie heftig die alte Frau angefasst worden ist. Auch dass ihre Oma zuletzt verängstigt wirkte, beschäftigt die Enkelin mit dem jetzigen Wissen noch mehr.

Demente Frau wollte sich im Heim Ebnerstraße nicht mehr waschen lassen

"Vor rund einem Monat durften wir die Oma nicht mehr anfassen. Plötzlich ließ sie sich nicht mehr streicheln. Als wir nachfragten, konnte man uns keine Erklärung geben." Das neue Heim habe die Angehörigen informiert, dass die alte Dame sich nicht waschen lasse. "Sobald man sich ihrem Gesicht nähert, ist es aus. Dann wehrt sie sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch eine Veränderung einfach nur so passiert."

Diese Ungewissheit über den Umgang mit der Großmutter in der Ebnerstraße mache ihr nachträglich zu schaffen. "Meine Oma kann sich nicht mehr artikulieren, sie ist sehr dement, eine hilflose Frau." Die Enkelin mache sich Vorwürfe. "Klar habe ich oft überlegt, was zu sagen, aber ich konnte ja nie irgendwas belegen", sagt Hemmerle. Sie habe Sorge gehabt, die Pflegekräfte könnten ihre Oma auf dem Kieker haben, wenn sie den Mund aufmache, ohne etwas zu beweisen. "Wir waren ja damals froh, diesen Pflegeplatz zu bekommen."

Die Enkelin sagt, sie sei so froh, dass ihre Oma aus der Ebnerstraße raus ist. Die 98-Jährige ist im Hospitalstift am Rabenbad untergebracht, das zur städtischen Altenhilfe gehört. Demnächst soll sie einen höheren Pflegegrad erhalten. "Allein, wie uns die Pflegekräfte am Telefon informieren und das mit einer Freundlichkeit, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht."

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.02.2022

........ aber es wurde ja engmaschig geprüft..........
schön, dass es der alten Dame wieder besser geht... sie erzählt auch ohne Worte wie es ihr ergangen ist....