Dass die Stadt Augsburg im Zuge ihrer „Ermöglichungspolitik“ ab diesem Sommer das Badeverbot an einigen Kanälen aufweichen will, ist ein richtiger Schritt. Augsburgs Kanäle sind ab den ersten warmen Tagen eines Jahres ein Naherholungsgebiet: Hier treffen sich die Menschen zum Picknick oder genießen die Abkühlung nach einem heißen Tag. Doch bislang herrschte an den meisten Kanälen aus Sicherheitsgründen Badeverbot, was freilich viele nicht daran hinderte, trotzdem abzutauchen. Die Lockerung wird nun mehrere Probleme auf einmal lösen.
Erstens können sich Badende künftig in den freigegebenen Kanälen abkühlen, ohne gegen Regeln zu verstoßen. Durch den „Sicherheitscheck“, den die Wasserwacht plant, werden zweitens Gefahrenstellen eingeschränkt. Vor allem aber trägt die Stadt durch die Lockerung des Badeverbotes dazu bei, ein Potenzial dieser Stadt zu heben. Denn die Wasserläufe und Kanäle sorgen in Zeiten des Klimawandels und immer heißerer Tage für Abkühlung mitten in der Stadt - und bieten kostenlose Badegelegenheiten, die viele Anwohner direkt von ihren Wohnungen aus nutzen können.
Augsburgs Kanäle: Gelockertes Badeverbot sorgt für mehr Erholung und Sicherheit in der Stadt
Die zahlreichen Kanäle und Wasserläufe durchziehen große Teile der Stadt, die Lechkanäle mit insgesamt 77 Kilometern Länge zählen gemeinsam mit anderen Denkmälern zum Unesco-Welterbe. Einst versorgten sie Handwerksbetriebe mit Wasser, sie trieben Mühlräder an oder dienten als Wehrgräben der Stadtverteidigung. Doch die Wasserversorgung hat in Augsburg nicht nur eine bemerkenswerte, jahrhundertelange Geschichte, sie trägt bis heute zur Identifikation vieler Bürger mit ihrer Stadt bei. Es war höchste Zeit, dass die Stadt diesen Wert erkennt und handelt.

Für mich persönlich bleibt aber die generelle Frage, warum überhaupt ein Verbot erlassen wurde. Warum sollte nicht jeder, welcher möchte, im Kanal baden können?
Vielleicht weil die geraden Betonwände es verhindern, an jeder Stelle das Wasser zu verlassen?
Jeder redet vom mündigen Bürger, aber scheinbar traut man von behördlicherseits ihm keine Verantwortung bzw. eigene Entscheidung zu. Ich denke, keiner wird sich ins Wasser begeben, wenn er sieht, sehen muss, dass ein Verlassen schwierig bis unmöglich wäre. Außerdem, wie, wo ist in diesem reglementierungswütigen Deutschland die entsprechende Beschilderung? Es ist wie mit der Bürokratie; machen wir doch noch ein paar Verbote und Hinweise.
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