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Augsburg: Stadt Augsburg plant Tempo 30 in der Grottenau: Das soll der Versuch bringen

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Stadt Augsburg plant Tempo 30 in der Grottenau: Das soll der Versuch bringen

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    Die Stadt denkt in der Karlstraße/Grottenau über ein Tempolimit nach, um für besseren Lärmschutz zu sorgen. Tagsüber - unser Foto entstand am Vormittag - hält sich der Verkehr in Grenzen, in den Stoßzeiten ist es voll.
    Die Stadt denkt in der Karlstraße/Grottenau über ein Tempolimit nach, um für besseren Lärmschutz zu sorgen. Tagsüber - unser Foto entstand am Vormittag - hält sich der Verkehr in Grenzen, in den Stoßzeiten ist es voll. Foto: Anna Kondratenko

    Die Stadt Augsburg konkretisiert ihre Überlegungen für ein Tempolimit auf der zentralen Ost-West-Innenstadtachse. Demnach soll kommendes Jahr ein mindestens einjähriger Verkehrsversuch starten, bei dem die Auswirkungen von Tempo 30 zwischen dem Theater und dem Jakobertor geprüft werden sollen.

    In der Jakobervorstadt in Augsburg soll Tempo 30 nur nachts gelten

    Vorgesehen ist, zwischen Kennedy-Platz und dem Langen Sächsengäßchen (Jakobervorstadt) auf der Achse Karlstraße/Grottenau/Leonhardsberg/Pilgerhausstraße ganztags ein Tempolimit in Kraft zu setzen. Auf dem Restabschnitt bis zum Jakobertor (Pilgerhaus-/Jakoberstraße) soll nachts zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gelten, tagsüber bleibt es dort bei den jetzt gültigen 50 Kilometern pro Stunde. Baureferent Steffen Kercher (parteilos) will am Donnerstag im Bauausschuss einen entsprechenden Beschluss vorschlagen. Zudem plant die Stadt auch einige Ummarkierungen, um die Sicherheit für Radler zu verbessern. Eine größer angelegte Verkehrsberuhigung in der Ost-West-Achse - wie sie auch einmal diskutiert wurde - scheint damit vorläufig vom Tisch. Die Zahl der Autospuren bleibt gleich.

    Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren bereits in mehreren Straßenzügen Tempo 30 verhängt, etwa in der Wellenburger Straße und der Von-Cobres-Straße (beide Göggingen). Das Baureferat führt inzwischen vermehrt Lärm als Begründung für Geschwindigkeitsbegrenzung an, da bei anderen Begründungen wie Verkehrssicherheit Einbauten zum Abbremsen des Verkehrs auf die Fahrbahn gestellt werden müssen. Auch auf der Ost-West-Achse werden laut Auswertungen des Umweltamtes die Lärmgrenzwerte überschritten, sodass es eine Möglichkeit zum Handeln gibt.

    Allerdings gibt auch die Stadt zu, dass wegen der Verkehrsbedeutung der Straße die Auswirkungen noch genauer angeschaut werden müssen. Geplant sind Verkehrszählungen in der Straße selbst und an möglichen Umgehungen (etwas Forster- und Eserwallstraße), um auch etwaige Verlagerungen erfassen zu können. Auch Auswirkungen auf die Fahrzeiten von Bussen und Straßenbahnen sollen von den Stadtwerken ermittelt werden. Zudem plant die Stadt, im Zuge des Versuchs Geschwindigkeitsanzeigetafeln aufzustellen, die im Hintergrund messen, wie schnell Autos unterwegs sind. Für den Versuch werden auch die Ampelschaltungen so angepasst, dass sie nach Möglichkeit eine „Grüne Welle“ bei Tempo 30 zeigen.

    Tempo 30 in der Innenstadt von Augsburg: Lärmschutz als Begründung

    Die Aktion läuft als Pilotprojekt im Augsburger Mobilitätsplan - einem Grundlagenpapier zur städtischen Mobilität der Zukunft -, der als ein strategisches Ziel die Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt hat. Ein etwaiger größerer Umbau der Karlstraße mit neuer Gestaltung und einer Neuaufteilung des Verkehrsraums ist in die Zukunft geschoben. Der Zustand der Karlstraße als trennende vierspurige Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt wird politisch mehrheitlich kritisch gesehen, allerdings wäre eine Streichung von Spuren problematisch, weil es zu Staus kommen dürfte.

    Eine Verkehrszählung 2018 kam auf 24.000 Kraftfahrzeuge pro Tag – tagsüber käme man wohl auch mit weniger Spuren hin, zu den Stoßzeiten würde aber ein Nadelöhr entstehen. In der Folge, so die Befürchtung, gäbe es erheblichen Ausweichverkehr. Konkrete Überlegungen in der Verwaltung für einen Umbau sind nicht bekannt – ein Zusammenschluss von Umwelt- und Verkehrsverbänden forderte vor vier Jahren eine Reduzierung der Autospuren auf zwei, eine Tramtrasse und Begrünung. Die Freien Wähler brachten in der Vergangenheit die Idee eines Tunnels oder einer Umfahrung auf. Für den Ost-West-Verkehr hat die Karlstraße - die durch Bombenschneisen im Zweiten Weltkrieg entstand - nach wie vor eine große Bedeutung, weil es keine guten Innenstadtumfahrungen gibt.

    Vorläufig will die Stadt sich darauf beschränken, kleinere Maßnahmen für mehr Sicherheit von Radlern und Fußgängern umzusetzen, nachdem ein Gutachten zur Verkehrssicherheit zum Ergebnis gekommen war, dass es eine „große Zahl von sicherheitsrelevanten Defiziten“ gibt, die vor allem mit dem mangelnden Platz für Radler und Fußgänger zu tun haben. Dies wirke sich teils aufs Unfallgeschehen aus, heißt es in dem Gutachten. An den Kreuzungen sei es auch schwierig, die dort vorherrschenden Abbiegeunfälle zwischen geradeausfahrenden Radlern und abbiegenden Autos zu reduzieren. Die Lösung des einen Konflikts erkaufe man sich mit der Schaffung eines neuen Problems, heißt es. Beabsichtigt ist nun, an Ampeln die Haltelinien für Radler nach vorne zu versetzen, damit sie besser sichtbar sind. Im Bereich Pilgerhausstraße sind entlang der Autostellplätze zudem Trennstreifen zum Radweg hin geplant, um Radler besser vor sich öffnenden Autotüren zu schützen.

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