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Westpark-Fest in Augsburg: Der Park, den niemand kennt

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Westpark-Fest: Der Park, den niemand kennt

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    Der „Westpark“ in Augsburg wurde fertiggestellt.
    Der „Westpark“ in Augsburg wurde fertiggestellt. Foto: Michael Hochgemuth

    Der Augsburger Westpark ist ein Kuriosum. Vier Kilometer lang und 60 Hektar groß zieht er sich durch den gesamten Westen der Stadt – von der B17 im Süden bis zur Ulmer Straße im Norden. Damit ist er die größte Parkanlage in der Stadt. Und doch ist der Name Westpark bei den meisten Augsburgern völlig unbekannt – es gibt noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag dazu. Nach 30 Jahren Planung und 18 Jahren Bauzeit feiert die Stadt die Fertigstellung des Westparks am 9. Mai mit einem großen Fest.

    Die Skater-Anlage im Reese-Park ist auch ein Teil des Westparks.
    Die Skater-Anlage im Reese-Park ist auch ein Teil des Westparks. Foto: Michael Hochgemuth

    Wenn man in einem der Parks Menschen fragt, wo denn genau der Westpark liegt, herrscht Ratlosigkeit. „Der geht doch von da drüben nach da“, sagt Benjamin Pohl, und zeigt von einem Ende des Reeseparks zum Anderen. „Er ist mit seinem Kind an der Skater-Anlage im Reesepark unterwegs. Auch Kerstin Huber, mit der er gerade in einem Gespräch war, ist ratlos. „Irgendwo hier muss er sein, weil ich im Kindergarten gehört habe, dass das Westpark-Fest auch hier stattfindet.“

    Ein Stück weiter kennt hat man den Begriff „Westpark“ überhaupt nicht. Am Spielplatz neben dem Abraxas sind Vlademira Smolka und Johanna Wolf mit ihren Enkeln unterwegs. „Wir kommen aus Lechhausen, deshalb haben wir wohl noch nie davon gehört“, sagen die Rentnerinnen. Aber zumindest die Parks, die die Stadt auf den ehemaligen amerikanischen Kasernenflächen angelegt haben, kennen die beiden Damen – und finden sie sehr gelungen.

    Der Name Westpark wurde offenbar nie in der Kommunikation verwendet

    „Für uns als Planer war der Park nie fertig“, sagt Stadtplaner René Ammann. Es handelt sich um ein rund 3,2 bis 3,4 Kilometer langes Freiraumband, das sich vom Süden bei der B17 bis zur Ulmer Straße zieht. Es verbindet mehrere bekannte Teilbereiche wie Sheridanpark, Reesepark oder den Bereich am Westfriedhof zu einem zusammenhängenden Grünsystem. „Alles das dazwischen bezeichnen wir als Westpark“, so Ammann. Der Name, der jedem Planer geläufig ist, wurde offenbar bis jetzt nie in der öffentlichen Kommunikation verwendet.

    Wer durch den Sheridan- oder den Reesepark flaniert, stößt immer wieder auf unterschiedlichste Pflanzen, offene Wiesen und dichte Baumhaine. Dahinter steckt ein klares gestalterisches Konzept. Zentrales Element ist ein geschwungenes Hauptwegeband, das sich wie eine Linie durch den gesamten Park zieht. Es orientiert sich an der früheren Flusslandschaft der Wertach und bildet die Achse, an der sich fast alles ausrichtet: Wege, Aufenthaltsorte, Sportflächen und Spielplätze. „Das mäandrierende Hauptwegeband stellt eine Analogie zur ehemaligen Flusslandschaft dar“, beschreibt Ammann das Prinzip.

    Die Flächen daneben bleiben oft bewusst ruhig. Große Wiesen werden nur selten gemäht und dienen als Lebensraum für Insekten. Gleichzeitig wechseln sich diese offenen Bereiche mit dichter bepflanzten Zonen ab, die an amerikanische Landschaften erinnern – ein bewusster Verweis auf die frühere Nutzung der Flächen durch die US-Armee. Auch der alte Baumbestand wurde weitgehend erhalten. Das sorgt dafür, dass der Park nicht wie eine neue Anlage wirkt, sondern von Anfang an gewachsen erscheint.

    Im Westpark gibt es ein großes Angebot an Spiel und Sportmöglichkeiten

    Entlang des Weges reiht sich ein breites Angebot für unterschiedliche Altersgruppen. Im Reesepark liegt eine Calisthenics-Anlage, daneben Sportflächen und Spielbereiche. Im Sheridan-Areal gibt es einen Wasserspielplatz und einen Kletterbereich, weiter nördlich einen Rodelhügel, der auf Wunsch aus der Bevölkerung entstanden ist. „Hierzu zählen insbesondere die vielfältigen Aufenthalts-, Spiel- und Sportbereiche“, sagt Ammann. Auffällig ist, dass diese Angebote gezielt entlang des Hauptweges gebündelt sind. So bleiben die angrenzenden Wohngebiete weitgehend von Lärm entlastet.

    Auch das Konzept der Westparks, sowohl die Bepflanzung als auch die Geschichte scheint bei den Menschen nahezu unbekannt zu sein. Als Kerstin Huber und Benjamin Pohl hören, wie viel Gedanken sich die Planer gemacht haben, fragen sie sich spontan, warum das nirgendwo kommuniziert wird. „Überall im Landkreis gibt es Lehrpfade – so etwas könnte man doch leicht hier auch anlegen“, findet Pohl. Er schlägt einen Hörlehrpfad nach dem Vorbild von Neusäß vor, bei dem man mittels einer App über die einzelnen Stationen informiert wird. „Ich finde so toll, wenn man den Hintergrund weiß – das kann ich jetzt meinen Kindern erzählen“, sagt Kerstin Pohl. Und auch Vlademira Smolka und Johanna Wolf wundern sich, dass nicht längst schon Informations-Stelen in den Parks aufgestellt wurden.

    Mit dem nun abgeschlossenen letzten Bauabschnitt im Reesepark gilt der Westpark erstmals als vollständig. Gefeiert wird das am 9. Mai nicht an einem zentralen Ort, sondern entlang der gesamten Strecke. Zahlreiche Veranstaltungen verteilen sich über den Park – von Sportangeboten bis zu Aktionen von Vereinen und Institutionen aus den angrenzenden Stadtteilen.

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