Größer als erwartet war der Ansturm auf die Vernissage „Nicht ohne uns! Über(s)leben mit ME/CFS, Post-Covid und Post-Vac“ im Zeughaus, organisiert durch die Initiative LiegendDemo Augsburg. Rund 150 Personen erlebten Einblicke in das Leben von Betroffenen und deren Angehörigen. In Ansprachen und Filmen ging es auch viel um den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit diesen Krankheiten, denen man beinahe völlig hilflos ausgeliefert ist und die von ärztlicher Seite häufig noch fehlinterpretiert und als psychische Erkrankung dargestellt werden. Tatsächlich handelt es sich aber um teilweise unerklärliche völlige körperliche Erschöpfung, auch ohne jegliche Belastung, bis hin zur beinaher Bewegungslosigkeit, gepaart mit vielen weiteren Nebenerscheinungen, wie zum Beispiel absolut schmerzhafte Licht- und Ton- Empfindlichkeit.
Unter den Rednern war die bayrische Ex-Ministerin Carolina Trautner, die von rund 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland sprach, die sich der Krankheit hilflos ausgeliefert und sozial isoliert fühlen, bis hin zur Stigmatisierung. Trautner versprach, sich verstärkt für die Erkrankten einzusetzen.
Die Ausstellung, bestückt mit Werken von 50 Betroffenen und Angehörigen, soll auf die schwierige Situation der Erkrankten aufmerksam machen, berühren und Empathie schaffen, Brücken bauen, Forschung initiieren, weiteres Handeln anregen. Das Kunstprojekt würdigt außerdem den Mut der Künstler, an die Öffentlichkeit zu gehen, ist aber auch ein Lichtpunkt im Alltag der Betroffenen, der sie stolz macht und sie ermutigt, die täglichen Strapazen ihrer Krankheit zu ertragen.
Die Ausstellung „Nicht ohne uns! Ist zu sehen vom 6. bis 28. Februar im Erdgeschoss des Zeughauses in Augsburg bei freien Eintritt. Öffnungszeiten: Montag mit Samstag 8-20 Uhr, Sonntag 11 bis 20 Uhr. (rr)
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