Die Frauenpension in Augsburg ist wichtig – deshalb muss man auch auf Bedenken eingehen
Augsburg
Die Frauenpension ist wichtig – deshalb muss man auch auf Bedenken eingehen
Die Einrichtung für obdachlose Frauen soll im Herbst in Augsburg eröffnen. Damit sie ein Erfolg wird, müssen auch die kritischen Nachbarn ins Boot geholt werden.
Im Übergangswohnheim wohnen die Frauen in Mehrbettzimmern und kommen nicht zur Ruhe. Stabilität sollen sie nun in der Frauenpension erhalten.Foto: Daniel Karmann, dpa (Archivbild)
Es gibt Frauen in Augsburg, die durch alle Raster gefallen sind. Sie leiden an psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen und haben weder Familie noch Freunde, die ihnen helfen könnten. Teils kommen sie direkt aus einer akuten Krisensituation, wie etwa einem Aufenthalt im Frauenhaus, in der Klinik, in der Haft, nach einer Trennung oder einem Wohnungsverlust. Teils befinden sich die Frauen schon lange in unsicheren Lebensverhältnissen. Am Ende bleibt ihnen nur das Obdachlosenheim für Frauen, wenn sie nicht auf der Straße oder in Abhängigkeitsverhältnissen bei Bekannten – Stichwort Mietprostitution – leben wollen.
Der Umzug in eine eigene Wohnung in Augsburg ist oft schwierig
Im Übergangswohnheim schlafen sie in Mehrbettzimmern. Das Ziel ist eigentlich ein schneller Umzug in eine eigene Wohnung. Doch viele von den Frauen sind zunächst nicht in den normalen Wohnungsmarkt vermittelbar. Sie müssen zur Ruhe kommen, brauchen eine Alltagsstruktur und pädagogische Begleitung. Es ist gut, dass die Frauenpension nun endlich umgesetzt wird und die Frauen einen Ort finden, in dem sie das erste Mal richtig ankommen können – zumindest für eine gewisse Zeit. Sie wird dringend gebraucht.
Genauso, wie die Finanzen mit vielen Partnern gesichert werden müssen, sollten auch die Anwohner mit ins Boot geholt werden. Eine gute Nachbarschaft ist genauso wichtig für den Erfolg der Einrichtung wie alle anderen Parameter. Seit Jahren hat der Sozialdienst katholischer Frauen viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, bis die Frauenpension realisiert wird. Für die Finanzierung des Projekts und ein gutes Miteinander sind, auch wenn die Einrichtung einmal da ist, weitere Anstrengungen nötig.
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