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Dieses Unternehmen in Augsburg senkt die Arbeitszeit und erhöht das Gehalt

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Weniger Arbeitszeit, mehr Gehalt – warum diese Augsburger Chefs ihren Angestellten etwas gönnen

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    Die Brüder Markus und Martin Greif (von links) sind die Chefs von Deutschlands Marktführer bei Mietwäsche für die Hotel- und Gastrobranche.
    Die Brüder Markus und Martin Greif (von links) sind die Chefs von Deutschlands Marktführer bei Mietwäsche für die Hotel- und Gastrobranche. Foto: Matthias Zimmermann (Archivbild)

    In der Politik wird über längere Arbeitszeiten diskutiert; Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte kürzlich, „wir“ müssten wieder „mehr arbeiten“ und kritisierte im gleichen Atemzug die „Work-Life-Balance“. Die Wirtschaft drängt auf Zurückhaltung bei Lohnerhöhungen. Das Familienunternehmen Greif Mietwäsche geht jedoch einen gegenteiligen Weg: kürzer arbeiten und dabei mehr verdienen. Was für viele Angestellte nach Wunschdenken klingt, wurde bei dem Augsburger Unternehmen Realität.

    Zum 1. Januar sank die wöchentliche Arbeitszeit um zwei Stunden – bei gleichzeitig drei Prozent mehr Lohn. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagen die Geschäftsführer – und nennen Gründe. „Wir sind überzeugt, dass der langfristige Erfolg unseres Unternehmens unmittelbar mit den Menschen zusammenhängt, die täglich Verantwortung übernehmen“, erklärt Markus Greif, Geschäftsführer von Greif Mietwäsche das Vorgehen. Sein Bruder Martin Greif ergänzt: „Leistung soll anerkannt werden und Arbeit muss zur Lebensrealität passen.“

    Weniger Arbeit, mehr Lohn: Firma Greif reagiert auf Wunsch nach mehr Flexibilität

    Die Entscheidung überrascht: Zuletzt hatten Wirtschaftsvertreter immer wieder betont, dass man sich gut überlegen müsse, ob kürzere Arbeitszeiten in Zeiten der Krise noch angemessen seien. Und: Höhere Löhne, zuletzt ging es um den Mindestlohn, würden immer mehr Unternehmen herausfordern. In einer IHK-Umfrage gaben rund 25 Prozent der Mitgliedsunternehmen an, aufgrund der Mindestlohnerhöhung einen Stellenabbau zu planen. Auch bei verschiedenen Neujahrsempfängen ist dies zuletzt thematisiert worden. Bei Greif sieht man es genau anders. Neben der Reduzierung der Arbeitszeiten bei steigendem Gehalt sind auch neue flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt worden.

    Damit reagiere das Unternehmen auf veränderte Anforderungen im Arbeitsleben – sei es durch familiäre Verpflichtungen, gesundheitliche Aspekte oder den Wunsch nach mehr Flexibilität im Alltag, heißt es auf Nachfrage. „Wir wollen nicht nur über Fachkräftesicherung sprechen, sondern sie leben“, betont Florian Oehler, Leiter Personalwesen und Mitglied der Geschäftsleitung. So gehörten Wahlarbeitszeitmodelle und ein Sabbatical-Programm nun zum Angebot.

    Motivierte Mitarbeiter seien kein Kostenfaktor, sondern ein Wettbewerbsvorteil

    Dass Greif Mietwäsche diesen Schritt gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten gehe, sei kein Widerspruch, sondern eine Zukunftsstrategie. „Viele Unternehmen sparen kurzfristig. Wir investieren bewusst langfristig“, sagt Markus Greif. Durch stabile Kundenbeziehungen, kontinuierliche Prozessoptimierungen und gezielte Effizienzmaßnahmen sei die wirtschaftliche Basis geschaffen worden, um solche Maßnahmen umsetzen zu können. „Zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeitende sind kein Kostenfaktor, sondern ein zentraler Wettbewerbsvorteil.“ Mitarbeitende seien nicht nur eine Ressource, sondern Menschen, so Oehler weiter.

    Greif ist ein Familienunternehmen in vierter Generation. Der Textil-Dienstleister mit Fokus auf Hotellerie und Gastronomie war während der Corona-Pandemie insbesondere durch den damaligen Einbruch im Tourismus stark betroffen. Unter anderem durch Flexibilität, wie einer schnellen Anpassung von Prozessen, oder durch Mitarbeiterbindung und Sicherung von Know-how, habe man die Krise meistern und eine erfolgreiche Zukunftsstrategie erarbeiten können, so das Unternehmen.

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