Eine nachhaltige Handyhülle kaufen und damit ein Kilogramm Plastik aus dem Meer holen – das ist das Versprechen des Augsburger Startups „Oceanmata“. Während Kunden in Deutschland ihr Smartphone schützen, sammelt ein Team auf Bali täglich bis zu 300 Kilogramm Müll an den Stränden ein. Doch was nach einer einfachen Rechnung für den Umweltschutz klingt, ist für Gründer Dominik Karl ein ständiges Abwägen zwischen Idealismus und harter Wirtschaftsrealität.
Der Maschinenbauingenieur gab für dieses Projekt seinen Job bei Airbus in Donauwörth auf. Den Anstoß lieferte ein Surfurlaub in Sri Lanka, bei dem ihm die massiven Müllmengen am Strand von Matara die Augen öffneten. „Ich bin abends vom Strand heimgegangen und habe zwei, drei Plastikstücke mitgenommen, aber es war gefühlt nichts im Vergleich zu dem, was da täglich angeschwemmt wird“, erinnert sich Karl im Podcast „Augsburg, meine Stadt“. Dies veranlasste ihn zum Handeln.
Gründer spricht offen über psychische Belastung
Bei einer Studienarbeit entwickelte er kompostierbare Handyhüllen und gründete damit wenig später sein Unternehmen. Zunächst verlief der Weg in die Selbstständigkeit für Karl sehr erfolgreich, ehe ihn wirtschaftliche Probleme einholten. Rote Zahlen im Jahresabschluss 2023 und ein zu volles Lager brachten den Gründer zeitweise an seine Grenzen. Er spricht offen über die psychische Belastung in dieser Phase: „Wenn man Monate hat, wo man keinen Gewinn macht, dann zweifelt man schon immer gewissermaßen an sich selbst.“
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Auch das Produkt selbst erfordert Kompromisse. Die Hüllen sind zwar kompostierbar, werden aber aus Kostengründen in China produziert. Eine Fertigung in Deutschland wäre für das Startup nicht finanzierbar gewesen. Im Gespräch wird dieses Spannungsfeld deutlich: „Wir müssen abwägen zwischen dem ökologischen Ideal und dem wirtschaftlich Machbaren.“ Trotz dieser Hürden und der schwierigen Lage vor Ort hält Karl an seinem Ziel fest: plastikfreie Ozeane bis 2050.
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