Arne Petersen hatte bei seinem Besuch in Augsburg vermutlich riskantere Situationen hinter sich zu bringen als ein Abendessen mit Geschäftspartnern. Dass er sich ausgerechnet hier an einem Stück Braten verschluckt und fast erstickt, zeigt dafür auf eindringliche Weise, wie wichtig Erste Hilfe in Notsituationen ist. Hätte in seinem Fall niemand reagiert, wäre der Abend für den Messeveranstalter möglicherweise tödlich ausgegangen. Auch wenn niemand gerne in die Lage eines Ersthelfers kommen will, ist klar: Wegschauen ist keine Option. Wer sich unsicher ist, wie man bei Notfällen eingreifen kann, sollte einen Erste-Hilfe-Kurs machen.
Schließlich können solche Situationen überall passieren: im Restaurant, auf dem Spielplatz, im Büro. Jeder von uns trägt Verantwortung, im Fall der Fälle zu unterstützen. Und wenn man nur den Notruf wählt. Wer handelt, kann Leben retten – auch ohne medizinische Expertise. Sorge, etwas falsch zu machen, darf dabei keine Rolle spielen. Einem Menschen eine Rippe zu brechen oder beim Drehen in die stabile Seitenlage zu verletzen, ist immer noch besser als die Erkenntnis, durch eigene Untätigkeit etwas versäumt zu haben, was ein Leben kostet. Dazu kommt: Wer selbst im Notfall Hilfe erwartet, muss sie auch anderen anbieten.
Es braucht mehr niederschwellige Angebote für Erste Hilfe-Ausbildung
Die Zahlen aus Augsburg zeigen, dass immer mehr Menschen Erste-Hilfe-Kurse besuchen. Das ist ein gutes Zeichen. Noch besser wäre es, wenn entsprechende Angebote noch großflächiger und niederschwellig angeboten würden – beispielsweise über den Sportverein, die Schule, den Arbeitgeber oder lokale Initiativen. Gleichzeitig ist eine Debatte darüber wert, ob Erste-Hilfe-Kenntnisse verpflichtend regelmäßig aufgefrischt werden sollten. Ja, das kostet Zeit. Aber was ist schon Zeit, wenn man dafür die Chancen erhöht, ein Leben zu retten?
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