Für Sonja Zeier ist es der dritte Anlauf. Wieder klettert sie über die Leiter ins grünblaue Wasser des Naturfreibads in Haunstetten. Und wieder schnauft sie erstmal kurz durch. 17 Grad hat das noch sehr kühle Nass angeblich, hieß es an der Kasse. Zeier und ihre Bekannte Maria Jungbauer haben da so ihre Zweifel. Sie sind Stammgäste im Naturfreibad und tippen eher auf 16 Grad. So frisch, dass der Bauchnabel manchem eine unüberwindbare Grenze scheint. Doch dann wagt Sonja Zeier ihn doch, den Sprung ins kalte Wasser.
Am 1. Mai hat das Naturfreibad in Haunstetten aufgemacht. Und obwohl es da mit dem Wind noch etwas ungemütlich war, sei gleich am Eröffnungstag richtig viel los gewesen, sagt der Herr an der Kasse. Tags darauf zählt er um 14 Uhr aber immerhin schon 44 Gäste. Gabriele Warta war auch zum Saisonstart schon da. Und ist heute gleich nochmal gekommen. Sie schreckt das kalte Wasser nicht. Denn im Winter geht sie im Ilsesee auch regelmäßig Eisbaden. Warta wohnt ganz in der Nähe, ist ebenfalls Stammgast im Naturfreibad und auch Mitglied im Verein, der es betreibt. „Früher war der Ilsesee mein See, aber da ist es mir mittlerweile zu voll“, sagt Warta, die bei fast sommerlichen Temperaturen von weit über 20 Grad auf ihrer Decke in der Sonne sitzt und ein Kreuzworträtsel macht. Nachher will sie nochmal ins Wasser, zur dritten Runde an diesem Tag.
Start im Naturfreibad in Haunstetten: Immer am Samstag macht er hier die Badeaufsicht
Die Freunde Max und Ben-Luca haben es sich derweil auf dem warmen Sand des Beachvolleyballfeldes gemütlich gemacht und genießen das Strandfeeling. Ben-Luca ist heute mit seinem Bruder Phil und seiner Oma Waltraud Kraus hergekommen. Vor 35 Jahren war sie schon mit ihren Kindern hier „Ich finde es so friedlich hier“, sagt Kraus. Friedlich finden es angesichts der überschaubaren Anzahl der Badegäste auch noch die Fische, die im Wasser ihre Runden drehen und die drei Jungs ins Staunen versetzen. Im Wasser war das Trio auch schon. Aber nur ganz kurz, wie sie gestehen. „Es ist richtig kalt“, sagt Ben-Luca.
Vor dem kleinen Turm auf der Anhöhe sitzt derweil Helmut Sohnle im Schatten und hat den ganzen See im Blick. Seit etwa zehn Jahren ist er Mitglied im Verein, unter der Woche dreht er nach der Arbeit gerne als Gast eine Runde. Am Samstag ist er in der Regel als Badeaufsicht aktiv. „Man freut sich schon immer sehr auf die Saisoneröffnung. Es ist immer so eine kleine Auszeit, wenn man hier ist“, sagt Sohnle. Als Kind habe er hier Schwimmen gelernt, dann sei das Bad eine Zeit lang ziemlich runtergekommen gewesen. Nun ist es wieder schön hergerichtet.
Saisonstart in Augsburg: „Das ist für mich wie Urlaub“
Dafür haben Christian Dietmaier und Vereinschef Thomas Riedle in den vergangenen Monaten alles in Schuss gehalten. „Heute haben wir noch die Segel gespannt und das Netz auf dem Volleyballfeld installiert“, erzählt Dietmaier. „Es gibt hier immer was zu tun.“ Seine Frau Christina ist im Kiosk aktiv. Seit acht Jahren macht sie das. „Man fiebert immer auf die Eröffnung hin“, sagt sie. Ins Wasser zieht es Dietmaier aber nicht. Sie schaut sich das grünblaue Nass lieber nur an. „Das ist für mich schon wie Urlaub.“ Manfred und Susanne Waldner sind regelmäßig im Naturfreibad. Heute aber nur für ein kühles Getränk. Noch ist ihnen das Wasser zu kalt. Was sie an der Anlage schätzen? „Es ist nicht so überfüllt wie in öffentlichen Bädern, wo man Handtuch an Handtuch liegt. Und Chlorwasser brauche ich auch nicht“, sagt Manfred Waldner.
Das Familienbad am Augsburger Plärrer öffnet als nächstes
Doch bis die anderen Bäder in Augsburg wieder öffnen, dauert es ohnehin noch. Den Auftakt macht nach dem Naturfreibad, das bei gutem Wetter täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet hat, das Familienbad am Plärrer am 9. Mai; das Fribbe Freibad und das Bärenkellerbad eröffnen am Samstag, 16. Mai. Alle drei Freibäder haben im Mai von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Ab Montag, 1. Juni werden die Öffnungszeiten dann von 9 bis 20 Uhr sein. Am Montag, 1. Juni, öffnet das Freibad Lechhausen, das täglich von 12 bis 19 Uhr kostenfrei zugänglich ist. Bei schlechtem Wetter bleibt es geschlossen. Das Frühschwimmen findet ab 7 Uhr dienstags im Bärenkellerbad und donnerstags im Familienbad statt.
Im Fribbe Freibad gibt es kein Frühschwimmen, dafür öffnet das Spickelbad (Hallenbad) montags bis freitags von 7 bis 10 Uhr. Wenn das Fribbe-Freibad bei schlechtem Wetter geschlossen hat, ist das Spickelbad von 7 bis 17 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise bleiben, wie in allen Bädern, unverändert. Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte können im Juli wieder kostenlos in allen städtischen Freibädern zu den üblichen Öffnungszeiten schwimmen. Die Suche nach Rettungsschwimmern sei in diesem Jahr auf außergewöhnliches Interesse gestoßen, so die Stadt. Insgesamt konnten für diese Saison 21 Rettungsschwimmer gewonnen werden.
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