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Geplanter Umbau der Bergstraße im Augsburger Stadtteil Göggingen sorgt für massive Kritik bei Anwohnern

Göggingen

„Die Idee ist völlig sinnbefreit“: Wird der Umbau der Augsburger Bergstraße doch noch gestoppt?

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    Die Bergstraße in Augsburg soll umgebaut und für Fußgänger und Fahrradfahrer sicherer gemacht werden.
    Die Bergstraße in Augsburg soll umgebaut und für Fußgänger und Fahrradfahrer sicherer gemacht werden. Foto: Fridtjof Atterdal

    Der geplante Umbau der Bergstraße in Göggingen sorgt für Kontroversen. Während die Stadt mit der eine Million Euro teuren Baumaßnahme die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöhen möchte, lehnt sie ein Großteil der Anwohner ab. Und auch aus Teilen des Stadtrats kommen Stimmen, den bereits beschlossenen Umbau erst einmal auf Eis zu legen und noch einmal neu zu überdenken.

    Die Illustration zeigt grob, wie die Bergstraße künftig gestaltet werden soll. Unter anderem wird die Kreuzungsfläche verringert, wobei die Abbildung den ursprünglichen Entwurf zeigt. Durch kleinere Umplanungen fallen statt 20 Stellplätzen nur noch 15 weg.
    Die Illustration zeigt grob, wie die Bergstraße künftig gestaltet werden soll. Unter anderem wird die Kreuzungsfläche verringert, wobei die Abbildung den ursprünglichen Entwurf zeigt. Durch kleinere Umplanungen fallen statt 20 Stellplätzen nur noch 15 weg. Foto: Stadt Augsburg

    Wie berichtet, muss die Bergstraße wegen des Zustands des Straßenbelags saniert werden. Die Stadt plante in diesem Zuge neben einer Deckensanierung und dem barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen die Neugestaltung der überbreiten Kreuzung Berg-/Promenade-/Karl-Nagel-/Wittelsbacherstraße. Dort soll eine Grünfläche mit Bäumen am Fahrbahnrand entstehen, zudem werden Gehwegkanten an Kurven nach vorne gezogen. Damit soll das Parken in Einmündungsbereichen gestoppt werden.

    Durch den Umbau sollten 20 Stellplätze wegfallen, nach Anwohnerprotesten reagierte die Stadt und reduzierte die Pläne auf 15 gestrichene Stellplätze, von denen einige ohnehin keine legalen Parkplätze waren. Doch die Kritik reißt nicht ab. Zum einen wird bemängelt, dass es in der Straße ohnehin viel zu wenige Parkmöglichkeiten gibt. Doch auch die Kosten von einer Million Euro sehen Anwohner und Politiker als unsinnig ausgegebenes Geld an. Der Umbau in der Form sei schlicht nicht nötig, heißt es von vielen Seiten.

    Kritische Stimmen im Beteiligungsportal der Stadt Augsburg

    Ein Kritiker des Umbaus ist der Betreiber der Gaststätte Berghof, Michael Foag. „Die Idee der Stadt ist völlig sinnbefreit – ich kenne keinen einzigen Anwohner, der sie gut findet“, sagt der Gastronom. Der Parkdruck in der Straße sei enorm. „Wenn unser Biergarten läuft, ärgern sich die Anwohner, weil alles zugeparkt ist – und unsere Gäste finden trotzdem kaum Parkplätze“, berichtet er. Wenn man die Straße vor dem Berghof wie geplant verschmälert, beseitige man die einzige Möglichkeit, wo Busse, Lkw und Autos gut aneinander vorbeifahren könnten. Foag schlägt eine andere Lösung vor: Die Straße für Lkw sperren und einen Zebrastreifen. „Damit wären die meisten Probleme beseitigt“, ist er überzeugt.

    Im Beteiligungsportal der Stadt findet man überwiegend kritische Stimmen zu dem Umbau. Hauptargument ist die ohnehin angespannte Parkplatzsituation, die sich durch wegfallende Stellplätze weiter verschärfen würde. Zudem sehen viele die breite Fahrbahn am Berghof als notwendig an, damit Busse, Müllfahrzeuge und Lkw problemlos passieren können. Mehrere Beiträge stellen die Notwendigkeit der Maßnahme grundsätzlich infrage: Die Kreuzung gelte seit Jahren als unproblematisch, da dort ohnehin langsam gefahren werde. Verständnis äußern manche lediglich für barrierefreie Bushaltestellen und Verbesserungen für Kinder oder Menschen mit Einschränkungen. Kritisiert werden außerdem die hohen Kosten von über einer Million Euro angesichts anderer dringenderer Probleme im Viertel.

    SPD Südwest lehnt das Projekt vollständig ab

    Bei der Abstimmung im Stadtrat hatten zunächst die SPD und Teile der CSU gegen den Umbau gestimmt. Der entschärften Version mit mehr Parkplätzen hatten die SPD Vertreter dann zugestimmt. Doch offenbar ist niemand glücklich mit der Entscheidung. In einer Erklärung der SPD Südwest heißt es, man lehne das Projekt vollständig ab. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Augsburg, der Kosten von über einer Million Euro sowie der deutlichen Ablehnung vieler Bürgerinnen und Bürger sei das Projekt nicht vertretbar, schreibt der Vorsitzende der SPD Südwest, Robert Kratzsch, in einer Erklärung. „Die Menschen erwarten zu Recht einen sorgsamen Umgang mit Steuergeld. Bei einem Projekt mit Kosten von über einer Million Euro braucht es einen klaren Mehrwert und breite Akzeptanz vor Ort. Beides sehen wir bei der Bergstraße nicht“, so Kratzsch.

    Die CSU Göggingen lehnt den Umbau in der geplanten Form ab. Deren Ortsvorsitzender, der Stadtrat Matthias Fink, sagt dazu: „Der geplante Umbau der Bergstraße ist aus unserer Sicht in dieser Form weder notwendig noch verhältnismäßig. In Zeiten äußerst knapper Kassen ist es nicht zu rechtfertigen, ein derart kostspieliges Projekt voranzutreiben, bei dem die Nachteile für die Anwohner die Vorteile deutlich überwiegen. Daher habe ich im Bauausschuss des Stadtrats gegen dieses Projekt gestimmt.“ Gerade für Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher seien ausreichende Parkmöglichkeiten essenziell, heißt es in einer Mitteilung der CSU. Der geplante Abbau von Stellplätzen verschärfe die ohnehin angespannte Parksituation.

    Die Hoffnung ist nun, dass das Projekt auf Eis gelegt und noch einmal neu überdacht wird. „Der Ball liegt jetzt beim Oberbürgermeister“, sagt dazu Matthias Fink. Schließlich habe Florian Freund in seiner Zeit als Mitglied des Bauausschusses ebenfalls gegen die ursprüngliche Form des Umbaus gestimmt.

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