Newsticker
EU-Parlament fordert Sanktionen gegen Altkanzler Schröder
  1. Startseite
  2. Augsburg
  3. Kommentar: Energiekosten: Muss es wirklich eine neue Heizung sein?

Energiekosten: Muss es wirklich eine neue Heizung sein?

Kommentar Von Fridtjof Atterdal
12.05.2022

Öl- und Gasheizungen haben bei vielen Kunden gerade eine schlechte Lobby. Fachleute warnen, funktionierende Anlagen jetzt ohne Not auszutauschen.

Angesichts nach wie vor kletternder Öl-, Gas- und auch Strompreise hat manch ein Hausbesitzer ein flaues Gefühl im Magen, wenn er an den kommenden Winter denkt. Wer gerade mit Fachleuten aus der Heizungsbranche spricht, hört immer wieder von einer leichten Panikstimmung, die unter den Kunden herrscht. Wer bislang mit seiner Öl- oder Gasheizung noch gut leben konnte, bekommt mit einem Male kalte Füße und will jetzt so schnell wie möglich auf eine neue Technologie umsteigen.

Heizung umrüsten Heizung umrüsten, Heizungsbauer Erich Schulz in einem Anwesen im Spickel
Foto: Silvio Wyszengrad

Auch wenn diese Reaktion aus der aktuellen Situation heraus verständlich ist, will die Entscheidung für eine neue Heizung gut überlegt sein. Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um so weitreichende Entscheidungen geht - schließlich ist eine neue Heizanlage eine Investition für 20 oder mehr Jahre. Die Handwerker haben, wie man hört, gerade jede Menge damit zu tun, ihre Kunden wieder zu beruhigen und gemeinsam mit ihnen eine vernünftige Lösung zu finden.

Interessant ist dabei die Diskussion, wie schnell man von vermeintlich "dreckigen" Heizmitteln wegkommen soll. Während Politik und Umweltschützer gerade suggerieren, Öl- und Gasheizungen sind von Gestern, sehen Heizungsfachleute das pragmatischer. Beides seien bewährte und ausgereifte Technologien, die gerade aus Bestandsbauten gar nicht wegzudenken wären, heißt es. Und wenn man überlegt, wie viel Ressourcen eine neue Hightech-Heizung kostet, sollte man ganz genau überlegen, ob man eine funktionsfähige Ölheizung wirklich schon wegwerfen möchte. Die Ölpreise werden früher oder später wieder sinken. Vielleicht tut man der Umwelt sogar etwas Gutes, wenn man die bestehende Anlage noch ein paar Jahre weiter nutzt.

Lesen Sie dazu auch
Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.