Lokales (Augsburg) / Feuilleton regional
Das Theater Augsburg bringt "Maria Stuar

Bloß nicht mit Pathos

Im dritten Akt, dem Höhepunkt der Tragödie, treffen Elisabeth und Maria Stuart aufeinander. Die anglikanische Königin von England und die katholische Königin von Schottland, die Jungfrau, die Heiratspläne schmiedet, und die Frau, die beschuldigt wird, ihren Mann getötet zu haben. Friedrich Schillers "Maria Stuart" wartet da mit zwei Frauenrollen auf, die es in sich haben.

"Ein Feuerwerk an Gags"

"Ein schön-schräger Klamauk ohne jeden Hänger", so beurteilt Kulturbüroleiter Thomas Weitzel die Inszenierung vom "Weißen Rössl" nach der Premiere auf der Freilichtbühne beim Roten Tor. Wunderbare Einfälle bescheinigt er der Regie. Er ist mit Evaristo Abreu gekommen. Der Autor aus Mozambique lebt derzeit als "Writer in Residence" in der Fuggerstadt und inszeniert ein Stück für das Brechtfestival im Juli. Auch ihm gefällt das visuelle Spektakel. "Es wirkt wie ein Musical vom Broadway", allerdings, so der Afrikaner, mit einer sehr europäischen Komponente. Beide haben sich nicht an den "Dresscode" - Dirndl und Tracht - gehalten. Ganz anders Harald Labbow. Er trägt eine kurze Lederne, ein Charivari und einen Janker. Sein Urteil über das Stück? "Ganz toll, viel Klamauk, sehr lustig und pfiffig gemacht", sagt der Privatbankier.

Erst tanzten die Mickey Mäuse nur für US-Soldaten

Hätten Walter und Rose Oehmichen gedurft, was sie wollten, dann würde die Augsburger Puppenkiste bereits ihren 63. anstatt ihres 60. Geburtstag feiern. Man sei schon dabei, eine Marionettenbühne aufzubauen, teilten die beiden Schauspieler im Dezember 1945 der Stadtverwaltung mit und baten um Genehmigung, das Theater zu eröffnen. Es sollte noch zu früh sein, allenfalls Auftritte ihres Micky-Maus-Balletts bei den amerikanischen Soldaten waren drin. Erst am 26. Februar 1948 sollte der berühmte Kistendeckel an der Spitalgasse aufgehen.

Regisseur Jan Philip Gloger und Ausstatterin Franziska Bornkamm.
Premiere in der Komödie

Goethes Clavigo - So veränderlich

"Wir arbeiten gerne und jetzt in Augsburg bereits zum vierten Mal zusammen", erklärt Jan Philip Gloger, Regisseur in Goethes Trauerspiel "Clavigo" (Premiere am Sonntag, 18 Uhr, Komödie). Mit "wir" meint er Franziska Bornkamm, die für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet. Die beiden jungen Nachwuchstalente wollen, so betonen sie, Goethes Trauerspiel von 1774 für das Publikum von 2008 verständlich machen. Von Sybille Schiller

Dance Among
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Premiere X

Dance Among Friends

Seit drei Monaten ist er im Amt, die Arbeit macht Spaß, doch "jetzt geht es endlich los!" - Robert Conn, der neue Ballettdirektor, fiebert seiner ersten Premiere entgegen. Am heutigen Freitag hebt sich um 19.30 Uhr im Großen Haus der Vorhang zu "Dance Among Friends".

Inhalt: Emil und die Dedektive

Was einem auf Reisen nicht alles passieren kann! Erst recht, wenn manallein unterwegs ist in Richtung Großstadt - Berlin etwa - und wenn manobendrein mit einer finsteren Gestalt in einem leeren Abteil sitzt, dieeinen um das Geld fürchten lässt, das die Mutter einem mit auf den Weggegeben hat.

Foto: A.T. Schaefer
Premiere VI

Orpheus und Euridyke

Der Orpheus-Mythos erzählt davon, wie der Mensch der Unausweichlichkeitdes Todes die Macht der Musik und der Liebe entgegensetzt. Orpheusvermochte mit seinem Gesang die wilden Tiere zu bändigen undbesänftigte selbst die Furien und Götter der Unterwelt.

Anja Metzger ist die neue Despina

Mit viel Esprit hatte Regisseur Roland Hüve in "Così fan tutte" die Mitwirkenden über die Schiffsplanken gelenkt. In der Wiederaufnahme im Großen Haus sind jedoch die meisten der Kreuzfahrt-Touristen und auch das Schiffspersonal ausgetauscht.

Worum geht es in Così fan tutte?

Eine Wette unter Männern: Alfonso wettet mit den Offizieren Ferrando und Guglielmo. Er sagt, Frauen könnten nicht treu sein; sie meinen, ihre Verlobten Dorabella bzw. Fiordiligi seien treu.

Fräulein Julie
"Fräulein Julie" - Damals ein Skandal

Auf schmalem Grat zwischen verboten und erlaubt

Mit August Strindbergs "Fräulein Julie" geht am Samstagabend die fünfte Premiere über eine der Augsburger Bühnen. Das naturalistische Trauerspiel war 1889 in Kopenhagen von der Zensur bedroht, in Berlin empörte es das Publikum und 1893 wurde seine Aufführung in Paris zum Triumph.

Schwanda II
Mit spitzer Feder

Werden Sie zum Kritiker - "Schwanda, der Dudelsackpfeifer"

Kein Theater ohne Publikum. Kein Stück ohne Kritik. Werden Sie zum Theaterkritiker. Mittwochabend steht im Großen Haus mit "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" die vierte Premiere am Theater Augsburg an. Schreiben Sie uns, was Sie von den neuen Inszenierungen halten.

Szenenbild
Premiere IV

Schwanda, der Dudelsackpfeifer

Schwanda, Dudelsackspieler aus Strakonitz, fordert dasSchicksal heraus: Erst lässt er sich von Babinsky, einem Räuber vomSchlage Robin Hoods, dazu überreden, die Eiskönigin aufzumuntern. Diesgelingt, doch sie verliebt sich in ihn.

Theaterszenenbild
Premiere in Augsburg

"Amoklauf mein Kinderspiel"

Der Amoklauf von Erfurt und die eigene Geschichte. Wo ist da eine Verbindung? Um diese ging es dem Autor Thomas Freyer, selbst Heranwachsender der Nachwendezeit, beim Verfassen von "Amoklauf mein Kinderspiel". Premiere ist am Donnerstagabend im Hoffmann-Keller.

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Die Intendanten der Region

Warum das ganze Theater?

Was das alles soll, mit dem Theater? Die Intendanten der Region sprechen über Sinn und Möglichkeit des Schauspiels.

In Kempten

Das Theater der Herzen

Wenn Bürger für ihr eigenes Theater auch in die eigene Tasche zu greifen, entsteht das Theater der Herzen.

Sternenhimmel im Theater Dresden
Die neue Saison beginnt, aber:

Wir alle spielen Theater

Kurze Frage: Heute bereits einkaufen gewesen, vielleicht beim Bäcker, Semmeln für die Familie, ist schließlich Wochenende. Ja? Schön. Dann, bitte, kurz innehalten. Wäre es Ihnen möglich, mit dem Kopf zu nicken, gut, Sie kriegen in diesem Moment Szenenapplaus. Applaus!

Am Schauspiel

Alle Neune: Die neuen Schauspieler

Gleich acht der insgesamt neun neuen festen Schauspieler am Theater Augsburg sind in den Spielzeit-Eröffnungspremieren Kasimir und Karoline sowie Push Up 1-3 zu erleben.

An der Oper

Alle Neune II: Neun Sänger aus fünf Nationen

Nicht weniger als neun neue feste Sänger wird das Augsburger Publikum ab dem 3. Oktober (Opernpremieren-Start mit Jaromir Weinbergers Schwanda, der Dudelsackpfeifer) regelmäßig begutachten können.

Vorhang auf!

Spielzeitstart unter Augsburgs erster Intendantin

Theaterintendanzen gab es schon viele in Augsburg, aber noch keine mit einer Frau an der Spitze. Und wenn nun unter Juliane Votteler eine Ära beginnt, dann verändert sich auch die Führungsstruktur an der Theaterspitze.

Vier Personen auf der Suche nach der Lebenslust

Martin Walsers Novelle "Ein fliehendes Pferd" wurde endlich für die große Leinwand adaptiert. Gedreht wurde vor allem am Bodensee. Rainer Kaufmann ("Kalt ist der Abendhauch") übernahm diese nicht leichte Aufgabe und ging dabei nicht nur auf Nummer Sicher. Mit Ulrich Noethen, Katja Riemann und Ulrich Tukur besetzte er drei große und starke Namen, denen er allerdings auch Leinwandentdeckung Petra Schmidt-Schaller in der Rolle der lebenshungrigen Helene an die Seite gab.